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Mächtig was los im Hasenstall

Die Kunstgesellschaft Thun bringt am nächsten Donnerstag die turbulente Komödie «Hase Hase»von Coline Serreau auf die Bühne des KKThun.

Szenenbild aus der Komödie «Hase Hase», die am 28. November 2019 im KKThun aufgeführt wird.
Szenenbild aus der Komödie «Hase Hase», die am 28. November 2019 im KKThun aufgeführt wird.
Ingo Hoehn

Ein Quäntchen Märchen, eine Spur Science-Fiction, eine Prise Politsatire und ein Blick durchs Schlüsselloch auf eine Familie in prekären Verhältnissen – das zeigt das Stück «Hase Hase» der Autorin und Filmemacherin Coline Serreau, die durch die Komödie «Drei Männer und ein Baby» bekannt geworden ist.

Die Geschichte geht so: Madame und Monsieur Hase bilden sich ein, endlich etwas durchschnaufen zu können. Vermehrt haben sie sich wie die Karnickel, wie mancher abfällig sagen würde. Gott sei Dank sind drei ihrer fünf Kinder flügge. Herr Hase streift tagaus, tagein durch die Stadt, um nicht offenbaren zu müssen, dass er seinen Job verloren hat. Er hofft auf eine ordentliche Rente. Mit den Töchtern, so glaubt Papa Hase, läuft alles wie am Schnürchen. Der älteste Sohn ist dabei, sein Medizinstudium abzuschliessen, und der jüngste Hase ist ein Mathegenie – kein Wunder, denn eigentlich ist er ein Ausserirdischer, der am Ende die Familie retten wird.

Doch statt Silberstreifen am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. In der winzigen Wohnung, einem Hasenstall nicht unähnlich, suchen nach und nach die Kinder wieder Unterschlupf. Sie sind gescheitert oder werden von der Polizei verfolgt. Trotz der Enge und der Bedrohungen hält die kleine Gemeinschaft fest zusammen, und Mama Hase hat alle Hände voll zu tun, ihre Lieben auf den richtigen Weg zu bringen.

Es hoppelte im Hinterkopf

«Hase Hase» ist eine Hommage an die Familie, eine Komödie im besten Sinne, amüsant, verrückt und – obwohl vor mehr als 30 Jahren geschrieben – gesellschaftlich und politisch aktueller denn je. Im Jahr 1992/1993 war sie ein sensationeller Erfolg im Berliner Schiller-Theater. Dort sah Regisseurin und Schauspielerin Lilian Naef (bekannt aus «Die Herbstzeitlosen») einst das hinreissende Stück mit Katharina Thalbach in der Hauptrolle. Besonders faszinierten sie die grossen Themen des Lebens, die im Mikrokosmos der Familie Hase mit Vehemenz zur Sprache kommen. Naef hat das Schauspiel zwar vor mehr als 25 Jahren gesehen, doch im Hinterkopf der Erfolgsregisseurin hoppelten die Hasen seither weiter.

«Ich wollte ‹Hase Hase› mit Walliser und Berner Schauspielenden auf die Bühne bringen», erzählt die Theaterfrau, «und das ist gar nicht so einfach gewesen.» Zwei Jahre Vorlauf habe es gebraucht, bis sie als «Freie Szene Bern-Wallis» Darstellende und Geld durch kantonale Unterstützung beisammen hatte. Die Komödie sei tauglich vom Kind bis zum Greis und biete wunderbare Monologe, die zutiefst menschlich seien und das Herz aufmachten. Das Bühnenbild ist bewusst in Schwarz, Weiss und Orange gehalten. Orange natürlich wegen der karottigen Anmutung.

Die ersten ausverkauften Aufführungen kürzlich in der Heiteren Fahne in Bern kamen beim Publikum fantastisch an. Es spielen Priska Praxmarer, Eva Mann, Peter Zumstein, Marie Omlin, Fernanda Rüesch, Diego Valsecchi, Dani Mangisch, Andreas Ricci und Fabienne Imoberdorf.

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