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Kritik an schummriger Beleuchtung auf dem Schlossberg – Stadt schafft Abhilfe

Die Leiterin des Schlossmuseums, Lilian Raselli, kritisiert: Der Schlossberg ist attraktiv – aber das fahle Licht in den Gassen und unbeleuchtete Plätze schrecken die Leute ab oder animieren gar zu illegalen Handlungen. Die Stadt will Abhilfe schaffen – im Rahmen eines Projekts, das im Frühling gestartet wird.

Düsterer Schlossberg: Die Beleuchtung in den Gassen ist schummrig – die Stadt nimmt sich nun der Sache an.
Düsterer Schlossberg: Die Beleuchtung in den Gassen ist schummrig – die Stadt nimmt sich nun der Sache an.
Patric Spahni

Auf dem Thuner Schlossberg hat sich in den letzten Jahren so einiges getan: Die Gebäude rund um das eigentliche Schloss sind saniert, Restaurant und Hotel locken Besucher an, das Schlossmuseum ist attraktiver gestaltet und ausgebaut. 2018 folgt schliesslich der direkte Zugang vom unterirdischen Schlossberg-Parking, das derzeit erstellt wird. Schöne neue Schlossbergwelt also? Nicht ganz.

«Es ist jetzt an der Zeit, endlich ein schon seit langem diskutiertes und von An­wohnern und Institutionen gewünschtes Projekt zu realisieren», ist Lilian Raselli überzeugt. In ihrer letzten Kolumne im «Thuner Tagblatt» plädierte die Leiterin des Schlossmuseums für eine helle und einheitliche Beleuchtung der Treppen und Gassen auf dem gesamten Hügel. «So würde das Areal für jegliche Fussgänger – Anwohnende wie Touristen – nicht nur gefahrloser, sondern sogar attraktiver.»

Der heutige Zustand mit fahlem Licht und unbeleuchteten Plätzen schrecke viele ab und verleite einige gar zu illegalen Handlungen. Raselli beklagte Schmierereien und Vandalenakte – so wurden beispielsweise Erklärungstafeln, auf denen das Bauhandwerk im Mittelalter kindgerecht erklärt wird, ausgerissen und über die Mauern geworfen. Rasellis Fazit: «Jetzt ist doch der richtige Zeitpunkt dafür da, dass sich die Wege und Plätze auf dem Schlossberg ebenso attraktiv präsentieren wie die zahlreichen hier neu restaurierten Bauten.»

Die Stadt reagiert

«Ja, das Problem ist uns bekannt», antwortet der Thuner Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) auf die entsprechende Nachfrage. «Und ja, wir finden auch, dass die Beleuchtung suboptimal ist.» In der Nacht sei das Licht in den Gassen und auf den Treppen «nicht gerade vertrauenerweckend für Passanten». Gemeinderat Hädener verspricht denn auch: «Wir wollen und werden das Problem anpacken.»

Geschehen soll dies im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung der Stadtmauern. Diese Arbeiten beginnen im Frühling und werden etappiert in den nächsten fünf Jahren ausgeführt. Hädener erklärt: «Idealerweise werden auf dem Schlossberg nicht einfach wie andernorts Strassenlaternen mit grossen Masten aufgestellt – sondern die Beleuchtung wird so in die Mauern integriert, dass die Wege gut ausgeleuchtet werden.»

Dazu müssten etwa auch entsprechende Stromleitungen eingezogen werden. Klar ist für den Bauvorsteher: Die Beleuchtung soll durchgehend und einheitlich sein. Im Detail ausgearbeitet seien die Pläne aber noch nicht, deshalb seien im Moment auch keine Angaben zu den Kosten für die Beleuchtung möglich. Die Arbeiten zur Sanierung der Mauern beginnen laut Hädener beim Henkersmätteli neben dem Donjon, dort sei die neue Beleuchtung kein Thema.

«Kein eigentlicher Hotspot»

«Die bessere Beleuchtung wird den Besucherinnen und Besuchern ein Sicherheitsgefühl vermitteln», ist Konrad Hädener überzeugt. Er macht sich aber keine Illusionen: «Sprayereien werden so kaum verhindert. Das hat sich auch andernorts gezeigt: Am Aarequai etwa wird trotz viel Licht immer wieder gesprayt.» Zwar sei der Regierung bekannt, dass es etwa in lauen Sommernächten auf dem Schlossberg immer mal wieder zu Verunreinigungen komme. «Aber nach unserem Kenntnisstand handelt es sich nicht um einen eigentlichen Hotspot.»

Hädener steht deshalb einem weiteren Vorschlag von Lilian Raselli skeptisch gegenüber. Die Museumsdirektorin schrieb in ihrer Kolumne: «Es wäre einen Versuch wert, ob nicht wiederkehrende Sicherheitspatrouillen etwas Abhilfe schaffen könnten.» Für Hädener wären eine höhere Polizeipräsenz oder Hundepatrouillen im Vergleich mit anderen Stadtgebieten «nicht gerechtfertigt – und auch nicht vielversprechend».

Die «Bänkli-Rechnung»

Hundepatrouillen etwa seien schon einmal eingesetzt worden, und zwar während der Umbauzeit der Schlossbergliegenschaften. So sollten etwa Hausbesetzungen vermieden werden, da ­einige Gebäude länger leer standen. «Wir haben das danach gemeinsam mit der Abteilung Sicherheit analysiert», führt Konrad Hädener aus. Das Fazit: Der Aufwand sei kaum zu rechtfertigen.

Zudem: Rückmeldungen zu Verunreinigungen und Sprayereien gebe es auf dem Schlossberg nicht in grösserem Ausmass als anderswo. Hädener nennt ein Beispiel: Ruhebänkli würden nicht nur auf dem Schlossberg immer mal wieder in Mitleidenschaft gezogen. «Wir haben auf dem ganzen Stadtgebiet rund 600 solche Bänkli. Pro Jahr nehmen wir 200 in Service oder tauschen sie aus.» Mit anderen Worten: Jede einzelne Ruhebank muss im Durchschnitt alle drei Jahre saniert oder ersetzt werden . . .

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