Knatsch bei Thun-Thunersee Tourismus

Spiez

In der Mitgliederversammlung kam es zu einer heftigen Diskussion, bei der Emotionen hochgingen. Grund für den Unmut war die Panoramacard.

Die neu in den Vorstand gewählte Christina Fankhauser mit Präsident Roman Gimmel. Foto: Irina Eftimie

Die neu in den Vorstand gewählte Christina Fankhauser mit Präsident Roman Gimmel. Foto: Irina Eftimie

«Für uns ist das ein klares Misstrauensvotum», sagte Roman Gimmel, Präsident des Vereins Thun-Thunersee Tourismus. «Nach zwei Jahren harter – und oft auch ehrenamtlicher – Arbeit hätte dieses Schiff endlich in ruhigere Gewässer geführt werden können.

Mit diesem Antrag spüre ich aber, dass damit gleich wieder Schluss ist.» Bei der Mitgliederversammlung vom Mittwoch von Thun-Thunersee Tourismus (TTST) kam es aufgrund eines Antrages von Daniel Gerber, Präsident des Vereins Hilterfingen-Hünibach-Oberhofen Tourismus (HHOT), zu einer heftigen Diskussion mit einer anschliessenden Abstimmung. Grund dafür: das Budget für die Panoramacard.

Zu spät

Mit seinem Antrag wollte Daniel Gerber erreichen, dass für den Betrieb und den Ausbau der Panoramacard ein Sondervermögen eingerichtet und ab 2019 getrennt Buch geführt wird. «Uns ist bewusst, dass dieser Antrag als Misstrauensvotum angeschaut werden könnte, das ist es aber nicht», sagte Daniel Gerber von HHOT. «Uns geht es darum, das extrem wichtige Projekt Panoramacard in einen soliden finanziellen Rahmen zu stellen. Wir sind der Überzeugung, dass das heute nicht der Fall ist.»

Um die relativ hohen Kosten der Panoramacard zu decken, schlug Gerber deshalb vor, jeweils einen Franken von den vorgesehen 1.50 Franken pro abgerechneter Übernachtung in den Spezialfond einzuzahlen. «Mit diesem Vorschlag hätten Sie vor zwei Jahren kommen müssen! Vor zwei Jahren hätte man so etwas machen können, jetzt ist das Problem aber gelöst», sagte gleich darauf ein Vertreter von Aeschi Tourismus.

Auch Präsident Roman Gimmel zeigte sich verwirrt vom Zeitpunkt des Antrags: «Es ist einfach seltsam für mich, dass man so deutlich wiedergewählt wird (siehe Kasten), und dann kommt so etwas. Das geht einfach nicht auf.» Mit dem Antrag habe er aber nicht die Arbeit des Vorstands kritisieren wollen, vielmehr habe er die Sonderfinanzierung als Planungsinstrument einsetzen wollen, meinte Daniel Gerber.

Klares Nein

Nach einer intensiven Diskussion und einer letzten Chance, den Antrag zurückzuziehen, stimmten die rund 150 Mitglieder des TTST über den Vorschlag von Daniel Gerber ab und lehnten ihn mit einem deutlichen Nein ab. «Wir haben ganz klar gesagt, dass wir dieses Schiff wieder auf Kurs bringen, und jetzt wurde einfach aus einerMücke ein Elefant gemacht», sagte Roger Friedli, Geschäftsführer von TTST. «Die Tourismusfinanzierung funktioniert einfach anders.»

Berner Oberländer

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