Zum Hauptinhalt springen

Ja zu Kreisel gegen linken Widerstand

Bei der Einmündung des Mooswegs in die Strättligenstrasse kann ein neuer Kreisel gebaut werden: Der Stadtrat bewilligte einen 735'000-Franken-Kredit. Von SP und Grünen kam allerdings Kritik.

Hier soll bis in einem Jahr ein neuer Kreisel entstehen: Die Einmündung des Mooswegs (rechts) in die Strättligenstrasse.
Hier soll bis in einem Jahr ein neuer Kreisel entstehen: Die Einmündung des Mooswegs (rechts) in die Strättligenstrasse.
Michael Gurtner

«Ich kann euch nicht in Aussicht stellen, dass wir Spielraum haben bei den Kosten», stellte Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) am Donnerstag gleich zu Beginn der Debatte im Thuner Stadtrat klar. 735'000 Franken beantragte der Gemeinderat dem Parlament für einen neuen Kreisel bei der Einmündung des Mooswegs in die Strättligenstrasse.

Hinzu kommt nochmals derselbe Betrag für den baulichen Unterhalt – sprich: die Sanierung der Strasse im betroffenen Bereich. Diese Ausgabe kann der Gemeinderat in eigener Kompetenz beschliessen.

Hädener führte weiter aus: «Die Erschliessung genügt nicht mehr.» Hängige Bauvorhaben von Unternehmen in dieser Zone könnten deshalb nicht bewilligt werden – «das darf nicht sein». Eine Kostenbeteiligung der Unternehmen sei kein Thema, anders als bei ­Detailerschliessungen «ist bei der Basiserschliessung die Stadt in der Pflicht».

Schlicht «verrückt»

Für Simon Werren (BDP) ist der Kreisel eine sinnvolle Lösung. Er betonte: «Es kann ja nicht sein, dass Bauprojekte nur wegen der Erschliessung nicht erstellt werden können.» Philipp Deriaz nannte dies im Namen der SVP/FDP-Fraktion schlicht «verrückt». Und: «Planungssicherheit für die Firmen ist wichtig.» Die hohen Kosten für den Kreisel seien nachvollziehbar, so müsse etwa die Eignung für den Schwerverkehr gegeben sein.

«Was sein muss, muss sein», erklärte seinerseits Jonas Baumann (Fraktion der Mitte). Es handle sich um ein erstes Teilelement in diesem Gebiet – die Etappierung sei aber sinnvoll. «Der Kreisel wird allen Ansprüchen gerecht», sagte Franz Schori (SP) als Präsident der zuständigen Sachkommission. Die Platzverhältnisse liessen etwa für Velos keine gross­zügigere Lösung zu.

Schlicht «zu teuer»

Auf einhellige Gegenliebe stiess das Projekt allerdings nicht. Eine gute Erschliessung müsse durchaus gefunden werden, erklärte Sabine Kaufmann (SP) – aber: «Es ist alles andere als sinnvoll, wenn wir uns eine solche Luxuslösung leisten.» Sie beantragte eine Rückweisung, um die Kosten nochmals zu prüfen.

Till Weber (Grüne) sprach derweil von einem «Flickwerk»: «Uns fehlt die Gesamtsicht.» Er regte an, noch ein Jahr zu warten und das ganze Gebiet anzuschauen. Die Gesamtsicht sei ein legitimer Wunsch, pflichtete ihm Konrad Hädener bei. Nur: «Wir sind unter Zeitdruck.» Mit einer Verschiebung würden Unternehmen im Regen stehen gelassen. Zudem hätten einige Firmen auch Optionen ausserhalb von Thun.

Schlicht chancenlos

Der – im Übrigen nicht geschlossene – linke Widerstand blieb chancenlos: Der Rückweisungsantrag der SP wurde mit 23 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Den Kredit genehmigte der Stadtrat mit 24 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Nun soll gegen Ende des Jahres das Bau­gesuch eingereicht werden. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2018 geplant.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch