Gstaad

Immobilien-Tycoon ersteigert sein eigenes Millionenchalet

GstaadDer Brite Glenn Maud liess am Donnerstag über einen Anwalt sein Chalet in Grund bei Gstaad ersteigern, das auf ­Betreiben der UBS unter den Hammer gekommen war.

Dieses Luxuschalet in Grund kam am Donnerstag unter den Hammer. Es geht für 11,67 Millionen an seinen Besitzer Glenn Maud zurück.

Dieses Luxuschalet in Grund kam am Donnerstag unter den Hammer. Es geht für 11,67 Millionen an seinen Besitzer Glenn Maud zurück. Bild: Fritz Leuzinger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Immobilien-Tycoon verliert sein Chalet», so titelte diese Zeitung im April. Es ging um ein Luxuschalet in Grund bei Gstaad, das dem britischen Immobilienmogul Glenn Maud gehört. Und das am Donnerstag vom Betreibungsamt Oberland in Thun versteigert wurde.

Die Runde im Sitzungszimmer 0.235 des Betreibungsamtes in Thun war klein. Ein knappes Dutzend Leute war da, Leute im Anzug und Leute im Sommerhemd. Ein Weibel, Jörg Koch, der Dienststellenleiter Oberland-West und sein Stellvertreter Martin Burkhalter sassen oben am Tisch.

«Keine Schlüssel zum Chalet»

Das Chalet in Gstaad, um das es ging, hat einen amtlichen Wert von 2,227 Millionen Franken. Das Betreibungsamt hatte es auf 12 Millionen Franken geschätzt. Versteigert wurden auch zwei angrenzende Grundstücke in der Landwirtschaftszone. «Wir haben keine Schlüssel zum Chalet, und dem Betreibungsamt ist auch nicht bekannt, wo sich der Besitzer Glenn Maud aufhält», sagte Jörg Koch.

Als die Lastenverzeichnisse und die Steigerungsbedingungen verlesen waren und es ans Versteigern des Luxuschalets ging, bot der Anwalt von Glenn Maud 11,67 Millionen Franken. Damit waren die effektiven Forderungen von 11,557 Millionen Franken der UBS gedeckt, welche die betreibungsrechtliche Steigerung eingeleitet hatte. Niemand machte ein weiteres Angebot. Das Chalet geht damit an seinen Besitzer zurück, da die nötige Anzahlung von einer halben Million Franken erfolgte.

Für die beiden landwirtschaftlichen Grundstücke im Halt von insgesamt 2523 Quadratmetern trat ein einheimischer Interessent auf, ein Nachbar des Chaletareals. Mauds Anwalt steigerte, nachdem er seine Unterlagen konsultiert hatte, immer höher. Beim grösseren Grundstück, das das Betreibungsamt auf 12'000 Franken geschätzt hatte, gab der Einheimische beim Angebot von 40'000 Franken auf.

Der alte ist der neue Besitzer

Noch etwas mehr kämpfte er für das kleinere Grundstück, das auf 3100 Franken geschätzt wurde. Der Anwalt von Glenn Maud ­ersteigerte es schliesslich für 80'000 Franken. Damit heisst der alte und neue Besitzer des Chalets Glenn Maud. Ein Blick ins Internet zeigt:

Der Brite ist in der Finanzkrise gross ins Immobiliengeschäft eingestiegen, 2011 aber unter Druck gekommen. Seit eben jenem Jahr befindet er sich in Rechtsstreitigkeiten, unter anderem um den Hauptsitz der Bank Santander in Madrid.

Gemäss einem Artikel der «Financial Times» soll der Brite nach einem Gerichtsurteil nur noch 500 Pfund in der Woche ausgeben dürfen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 28.06.2018, 20:24 Uhr

Artikel zum Thema

Immobilien-Tycoon verliert sein Chalet

Gstaad Glenn Maud gehörte einmal zu den reichsten Männern der Welt. Nun kommt sein Wohnsitz in Grund bei Gstaad unter den Hammer. Mehr...

Gefährdeter Hang wird gesichert

Gstaad Die Montreux-Berner-Oberland-Bahn will die Bahnstrecke zwischen Gstaad und Gruben sanieren und sicherer machen. Mehr...

Wawrinkas Absage ist ein Affront

KOMMENTAR Sportchef Adrian Ruch zu Stan Wawrinkas Absage am Swiss Open Gstaad. Mehr...

Paid Post

Tipps für eine einfache und sichere Tourplanung

Das Smartphone ist auf gutem Weg, die Skitourenplanung zu erobern. Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Helfer.

Kommentare

Blogs

Geldblog So werden Sie im Alter zum Lebenskünstler

Mamablog Gewalt entsteht aus Überforderung

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Ein Indischer Fischer wartet in einem Gefängnis in Karachi, Pakistan auf seine Bestrafung. Er wurde gemeinsam mit elf weiteren Männern von der Marine aufgegriffen, als sie versehentlich in pakistanischem Hoheitsgebiet unterwegs waren. Indien und Pakistan nehmen regelmässig Fischer des jeweils anderen Landes fest, da die Territorien im Meer nicht klar abgegrenzt sind. (18. November 2018)
(Bild: SHAHZAIB AKBER) Mehr...