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Hund ausgerissen – Busse für Hundehalter

Wird ein frei laufender Hund von der Polizei gefunden, droht dem Hundehalter eine Busse, da er gegen das kantonale Hundegesetz verstossen hat. Gestern musste der Richter in Thun über die Busse entscheiden.

Die Polizei verhängte eine Busse von 100 Franken, weil ein Mann seinen Golden Retriever mehrmals unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum laufen liess. (Symbolbild)
Die Polizei verhängte eine Busse von 100 Franken, weil ein Mann seinen Golden Retriever mehrmals unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum laufen liess. (Symbolbild)
Fotolia

Offenbar geht der Golden Retriever Cleo eines Hundehalters aus der Region Thun gerne spazieren und erkundet neue Gebiete – so geschehen im Frühling und im Sommer 2016. Insgesamt fünfmal musste der Besitzer seine Hündin bei der Polizei abholen. Die ersten dreimal passierte nichts.

Beim vierten Mal verhängte die Polizei eine Busse von 100 Franken, weil der Mann den Hund unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum laufen liess, was verboten ist. Dies ist im Hundegesetz festgehalten. Der Hundehalter bezahlte die Busse. «Denn», so der Mann, «ich bin auch der Meinung, dass das nicht geht. Der Hund gehorcht mir jedoch normalerweise gut. Leider konnte er aus dem Garten eines Freundes ausbüxen.»

Die Anzeige

Als der Hund noch ein fünftes Mal von der Polizei aufgefunden wurde, erklärten die Polizisten dem Mann, sie würden dieses Mal das Veterinäramt informieren. Dort konnte der Hundehalter die Situation erklären und Auskunft über die Haltung des Hundes geben. Das Veterinäramt fand die Hundehaltung in Ordnung und machte keine Auflagen. Trotzdem wurde der Mann angezeigt und erhielt im November 2016 einen Strafbefehl. In diesem waren alle fünf Vorfälle aufgeführt – so auch derjenige, der mit der Busse bereits erledigt worden war.

Dies fand der Mann ungerecht und reichte Einsprache gegen den Strafbefehl ein. Im Dezember wurde von der Staatsanwaltschaft ein neuer Strafbefehl verschickt. Darin waren nur noch vier Vorfälle erwähnt. Die Busse und die Gebühren wurden jedoch nicht nach unten korrigiert. Deshalb erhob der Mann wiederum Einsprache. Nun musste der Richter entscheiden.

Doch eine Busse

Der Gerichtspräsident stellte fest, dass ein Vorfall bereits beurteilt und erledigt sei. Die andern hingegen müsse er nun beurteilen. Die ersten drei Male habe der Hundebesitzer seinen Hund abgeholt, ohne dass dies Konsequenzen gehabt hätte. Der Richter ging deshalb davon aus, dass man bewusst darauf verzichtet habe und auch diese Fälle erledigt seien. Es sei deshalb nicht korrekt, im Nachhinein einfach alle Fälle zusammenzuzählen und für jeden Fall 100 Franken Busse einzufordern. Für das fünfte Ausbüxen des Hundes hingegen müsse der Mann wegen der Anzeige mit einer Busse bestraft werden.

So kam der Richter zu folgendem Urteil: Für den letzten Vorfall muss der Beschuldigte eine Busse von 100 Franken bezahlen. Die Gerichtskosten werden entsprechend gekürzt. Der Beschuldigte muss nur ein Fünftel der Kosten bezahlen, weil er auch nur für einen von fünf Fällen bestraft wird. Sie belaufen sich noch auf 140 Franken, total hat er nun 240 Franken zu bezahlen. Der Angeschuldigte war mit diesem Urteil zufrieden und dankte dem Gerichtspräsidenten. Seine Einsprache hat sich gelohnt.

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