Heimberg

Heimbergs vergessener Schatz

HeimbergErstmals werden in der Kirche Heimberg die Werke des Heimberger Zeichners, Heraldikers, Malers, Töpfers und Keramikers Cäsar Adolf Schmalz ausgestellt. Das Werk eines facetten­reichen Künstlers wird so wieder zum Leben erweckt.

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Vor zwei Jahren fassten Erich Marti und Beat Straubhaar aus Heimberg einen ehrgeizigen Plan: Um ein Stück Heimberger Kunstgeschichte zu retten, arbeiten sie an einem biografischen Kunstband über das Leben und die Werke von Cäsar Adolf Schmalz. Da sich die Fertigstellung des Kunstbandes über den komplexen Künstler jedoch etwas verzögert, wird nun am 12. und 13. November in Zusammenhang mit seinem 50. Todestag in der Kirche Heimberg eine Ausstellung zu Ehren des Künstlers stattfinden.

Ein hungernder Künstler

Nach seinem Tod passierte fünfzig Jahre lang nichts mit den zahlreichen Plastiken, Schalen, Skizzen und Bildern von Schmalz. Dass nun eine Ausstellung und ein Kunstband realisiert werden können, ist vor allem seinen Grosstöchtern zu verdanken. «Wahrscheinlich realisierten Schmalz’ Kinder den tatsächlichen Wert der Werke nicht», sagt Erich Marti. Schmalz bezeichnete sich selbst als schlechten Kaufmann, was dazu führte, dass die Familie oft nur sehr wenig Geld hatte. Als Kleinbauer und Fischer konnte der 1887 geborene Schmalz seine Familie zwar ernähren, dennoch lebte er in erster Linie für seine Kunst.

Schon als kleiner Junge war er sich sicher, dass er einen künstlerischen Beruf erlernen wollte – einen «Hungerleiderberuf», wie er ihn selbst bezeichnete – und so machte er im kantonalen Gewerbemuseum eine Lehre als Zeichner. Nach zwei Jahren Studienreise in Spanien und Paris, wo er unter anderem Kontakt zum französischen Bildhauer und Zeichner Auguste Rodin hatte, heiratete er mit 23 Jahren Liseli Engel.

1921 erwarb er das «Rebeli» in Heimberg, wo heute eine seiner Grosstöchter lebt und sich immer noch sein Atelier sowie viele Kunstwerke befinden. Schmalz sagte dazu: «In der Stille und Einsamkeit und angesichts der hehren Bergwelt wird man weniger anspruchsvoll. Hier ist uns eine Heimat geworden.» Im Februar 1964 erlitt Schmalz einen Schlaganfall und starb, ungefähr eineinhalb Jahre nach seiner Frau, am 21. November 1966. In seinem 1952 verfassten Lebenslauf schrieb er: «Den Ablauf meines Lebens möchte ich nicht anders wünschen, und ich danke dem lieben Gott für alle Güte und Gnade, die er mir erwiesen hat.»

Die Konservation der Werke

Als Beat Straubhaar und Erich Marti vor drei Jahren an einer Dokumentation der Kirche Heimberg arbeiteten, stiessen sie erstmals bewusst auf die Arbeit von Schmalz, denn der Taufstein und das Mosaik «Der verlorene Sohn» beim Eingang der Kirche wurden beide vom Heimberger entworfen und hergestellt. Ausserdem rettete Marti zwei Kunstwerke, die sich im ehemaligen Doktorhaus befanden. Bald darauf nahmen die beiden Kontakt zu Schmalz’ Grosstochter im «Rebeli» auf. In einem Koffer fanden sie eine Vielzahl an Skizzen, Entwürfen und Dokumentationen von Schmalz’ Werken.

Wegen der hohen Anzahl und der grossen Bandbreite an Kunst einigten sich Marti und Straubhaar darauf, ein Buch zusammenzustellen. Ziel des Kunstbandes sei es auch, die Werke zu erhalten, da schon von einigen Mosaiken bekannt ist, dass sie abgedeckt wurden. Durch die Hinweise und Dokumentationen aus dem Koffer konnten in der ganzen Schweiz die Spuren von Cäsar Adolf Schmalz ausfindig gemacht werden. «Schmalz war ein genialer, toller und seriöser Künstler, den es zu ehren gilt», sagt Erich Marti.

Ausstellung in der Kirche Heimberg: 12. Nov., 13.30 bis 18 Uhr, 13. Nov., 10 bis 16 Uhr. Während der Ausstellung finden Führungen statt. Der Kunstband kann vorbestellt werden. Der Eintritt ist frei. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 10.11.2016, 08:55 Uhr

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