Halter AG realisiert Ruag-Hochhaus

Thun

Die Ruag wird das geplante Hochhaus auf der Kleinen Allmend in Thun nicht selber realisieren. Sie hat mit der Halter AG aus Bern einen Kaufrechtsvertrag abgeschlossen. Gegenwärtig arbeitet die Stadt eine Überbauungsordnung aus.

Ein Modellbild des Siegerprojekts Weitsicht: Etwa so soll das künftige Hochhaus auf der Kleinen Allmend, das direkt an der Allmendstrasse zu stehen kommt, aussehen.

Ein Modellbild des Siegerprojekts Weitsicht: Etwa so soll das künftige Hochhaus auf der Kleinen Allmend, das direkt an der Allmendstrasse zu stehen kommt, aussehen.

(Bild: zvg)

Die Realisierung des Ruag-Bürohauses in Thun kommt weniger schnell voran als ursprünglich ­geplant. Als vor zwei Jahren im Rahmen eines Architekturwettbewerbs das Projekt Weitsicht zum Sieger gekürt wurde, nannten die Verantwortlichen der ­Ruag den Herbst 2015 als möglichen Termin für den Baustart.

Doch in der Zwischenzeit ist nicht viel gegangen. Offensichtlich dauerte die Suche nach einem Investor länger als erwartet. Denn der Technologiekonzern Ruag wollte das Grossprojekt, die Rede war von 80 Millionen Franken, nicht selber finanzieren, weil er seine Investitionen auf die Industrie ­fokussieren will.

55 Meter hohes Gebäude

Der Investor ist nun gefunden. Wie Recherchen dieser Zeitung zeigen, wird die Halter AG aus Bern das Projekt realisieren. «Wir haben diesen Herbst mit der Ruag Real Estate AG einen Kaufrechtsvertrag über das entsprechende Grundstück abgeschlossen», teilte der Projektverantwortliche Marc Zimmermann auf Anfrage mit. Dabei handelt es sich um ein 5850 Quadratmeter grosses Areal an der Allmend­strasse. Darauf soll das etwa 55 Meter hohe Gebäude mit 15 Geschossen erstellt werden. Zur Investitionssumme könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht werden, betonte Zimmermann.

Die Erschliessung des geplanten Hochhauses ist bereits vorhanden: Die Lagerhallen links der Allmendstrasse würden dem Neubau weichen. Bild: Patric Spahni

Projekt weiterentwickelt

Die Halter AG, die auf die Realisierung von grossen Wohn- und Geschäftsüberbauungen in der ganzen Schweiz spezialisiert ist, hatte sich bereits beim Architekturwettbewerb beteiligt. Das Siegerprojekt Weitsicht hatte sie zusammen mit der Bauart Architekten und Planer AG aus Bern erarbeitet. «Das Projekt wurde inzwischen weiterentwickelt», erläuterte Zimmermann. Im neu entstehenden Gebäude seien hauptsächlich Büroflächen vorgesehen. Verkaufs- und Gastronomieflächen zur täglichen Versorgung, ein Konferenzzentrum sowie eine Fitnessanlage und ein Parkhaus würden das Angebot ergänzen.

Zwischen 800 und 1000 Arbeitsplätze könnten dereinst dort entstehen, etwa 400 davon würde dabei die Ruag für sich beanspruchen. Zielgruppen für die übrigen Mietflächen seien angestammte Firmen, Neuzuzüger oder Start-ups aus umliegenden Unternehmen. Aber auch Ämter und Behörden kann sich Zimmermann als mögliche Mieter vorstellen.

Die Überbauungsordnung, die im Auftrag der Halter AG durch das Planungsamt der Stadt Thun erstellt wird, wurde bereits beim Kanton zur Vorprüfung ein­gereicht. Vor der öffentlichen Auflage, die voraussichtlich im Frühling 2017 erfolgen soll, würden dann die Öffentlichkeit und direkt involvierte Gruppierungen über die Überbauungsordnung informiert.

Auf einen Zeitpunkt für einen möglichen Baustart wollte sich Marc Zimmermann noch nicht festlegen. Dieser hänge von der rechtskräftigen Bewilligung der Überbauungsordnung ab. «Zahlreiche Faktoren können da die Geschwindigkeit des Bewilligungsprozesses noch be­einflussen», sagte Marc Zimmermann.

Thuner Tagblatt

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