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Hädener hat Verständnis für Unmut

Das neue Kartonregime sorgte am Freitag für viel Unmut. Der zuständige Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) hat Verständnis für den Ärger.

Liegen gebliebener Karton wurde gestern entsorgt.
Liegen gebliebener Karton wurde gestern entsorgt.
Manuel Berger

Am Freitag setzte das Tiefbauamt erstmals den seit 2011 geltenden Artikel in der Abfallverordnung um, nach dem Karton nur noch abgeführt wird, wenn er mit einer Schnur gebündelt oder in einem Container bereitgestellt wird. Ganze Kartonberge blieben daraufhin in der Innenstadt liegen (zum Teil bis gestern Morgen) und sorgten bei der Bevölkerung teilweise für grossen Unmut. Dies, obwohl die Behörden seit drei Monaten über Flyer und Medienmitteilungen kommunizierten, dass der betreffende Artikel nun definitiv umgesetzt würde.

Gemeinderat Konrad Hädener (CVP), der politisch dem Tiefbauamt vorsteht, hat trotzdem Verständnis für diesen Ärger. «Es ist klar, dass es einen ärgern kann, wenn der Karton nicht von unseren Mitarbeitern mitgenommen wird.» Aus seiner Sicht hätte wohl auch ein intensiveres Kommunizieren der bevorstehenden Änderung nichts gebracht. «Es brauchte wahrscheinlich einen Wachrütteleffekt», sagt Hädener. In rund 80 Prozent der Rückmeldungen, die das Tiefbauamt erhalten habe, sei die Massnahme, den Karton liegen zu lassen, schliesslich auf Verständnis gestossen. Viele hätten die Änderung einfach nicht mehr präsent gehabt.

Keine Container-Pflicht

Was Hädener indes besser kommunizieren würde: dass es keine Containerpflicht gebe, sondern dass es genüge, den Karton mit einer Schnur zu bündeln. «Das tönt vielleicht pedantisch», sagt er. Doch selbst bei stabil aussehenden Kartonkisten, in denen der kleinteiligere Karton bereitgestellt werde, könne bei Nässe der Boden durchbrechen. Für die im Einsatz stehenden Mitarbeiter des Tiefbauamtes eine mühsame wie auch zeitintensive Arbeit.

In diesem Zug weist Hädener darauf hin, dass die Kartonmenge, wohl auch angesichts des boomenden Onlinehandels, in den letzten Jahren insgesamt stark zugenommen habe. «Wir kamen an einen Punkt, wo wir uns sagten: ‹Wenn wir nicht etwas ändern, können wir das wachsende Kartonvolumen nicht mehr bewältigen›.» Eine mögliche Massnahme wäre auch gewesen, Fahrzeuge und Mitarbeiter aufzu­stocken, sagt Hädener weiter. Stattdessen wurde versucht, Mehrkosten zu vermeiden und effizienter zu werden. Auf jeden Fall sieht Hädener keinen Anlass dazu, bei der neuen Handhabung einen Rückzieher zu machen.

Kommt sie im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen für ihn aber nicht zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt? Hädener lacht und meint: «Der Zeitpunkt ist nicht ideal, und aus rein taktischer Sicht hätte man es auf den 1. Januar einführen müssen.» Übrigens: Der Karton, der übers Wochenende noch auf den Strassen liegen geblieben war, wurde im Verlauf des gestrigen Morgens vom Tiefbauamt entsorgt.

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