«Habens die Alten verkackt?»

Thun

Sechs Jungpolitikerinnen und -politiker sprachen über die Zukunft in der Schweiz. Im Rahmen eines Politikpodiums des Gymnasiums Thun teilten sie Schülerinnen und Schülern ihre Ansichten mit.

Das Politikpodium fand im Gymnasium Thun statt.

Das Politikpodium fand im Gymnasium Thun statt.

(Bild: Julian Seidl)

Unter dem Motto «Habens die Alten verkackt? Jetzt sind wir dran!» debattierten am Dienstag sechs junge Politiker unter anderem über den Klimawandel und die Gleichberechtigung. Die Diskussion, in welcher auch Gymnasiastinnen und Gymnasiasten ihre Meinung kundtun durften, fand in der Aula der IDM statt. Organisiert wurde das Gymnasium-interne Podium vom Prima-Kurs «Politisches Praktikum».

Als Moderatoren agierten die beiden Kursteilnehmenden Josin Zanker und Mischa Gobeli. Eingestiegen ist das Moderationsduo direkt mit der Frage nach einer Haltung zum Motto des Anlasses. Die Meinungen waren geteilt. Pascal Fouquet von den Piraten sagte: «Es läuft vieles gut, aber ein bisschen verkackt haben wirs», und zählte sich somit gleich dazu.

Manon Jaccard, Juso, stimmte Fouquet zu: «In gewissen Bereichen haben sie es verkackt. Zum Beispiel was die Rechte der Frauen betrifft.»

Gleichberechtigung

Mit diesem Anstoss lancierte die Jungsozialistin eine halbstündige Diskussion über die Gleichberechtigung der Geschlechter. Dabei wurde nicht nur die Lohndiskriminierung bei den Frauen angesprochen, sondern auch der militärische Dienst oder der Vaterschaftsurlaub.

Jonas Meinen von der jungen EVP sagte, dass die Gleichberechtigung auch im Interesse der Männer sein sollte, damit sie ihr «Vaterdasein» auch leben dürften. Entgegen diesen beiden Aussagen äusserte sich Nils Fiechter von der jungen SVP: Er ist der Überzeugung, dass alle anwesenden Frauen und Männer dieselben Chancen und Voraussetzungen haben, es komme nur darauf an,was sie daraus machten.

Zudem müsse keine Frau mehr Angst haben, diskriminiert zu werden. Die junge Grüne Lea Schweri wandte jedoch ein: «Ich fühle mich als Frau nicht gleichgestellt gegenüber den Männern.» Ergänzend zählte sie Fakten auf, die für sie sprachen: dass Frauen prozentual immer noch weniger verdienten oder mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt leisteten.

Männer, auf der anderen Seite, seien beim Vaterschaftsurlaub noch nicht den Frauen gleichgesetzt. Man könne daher noch nicht von einer Gleichstellung sprechen.

Klimapolitik

Während des eineinhalbstündigen Podiums schüttelte hier und da wieder ein Politiker den Kopf oder schrieb energisch Notizen auf einen Block. Zunächst waren die knapp 250 Jugendlichen eher ruhig und hörten den Debattierenden zu. Je weiter die Zeit voranschritt, desto mehr kamen aber Fragen oder Einwände aus dem neugierigen Publikum.

Gerade als der Gesprächsstoff sich um den Klimawandel zu drehen begann, zirkulierte das Mikrofon im Saal rascher. Ein Gymnasiast belehrte SVPler Fiechter: «Irgendjemand muss ja den Anfang machen.» Fiechter hatte kurz zuvor ein Blatt mit drei Kreisen aufgehalten und wollte damit veranschaulichen, dass die Schweiz nur ein Tausendstel von drei Prozent ausmache, was die CO2-Emissionen auf der gesamten Welt betreffe.

Er plädierte dafür, dass die Schweiz mit dem Vorhaben «CO2 netto null» kaum etwas für das Klima ausrichten könne. Er sei daher gegen dieses Bestreben. Alexander Martinolli von den Jungfreisinnigen schätzte die Lage anders ein: «Ich glaube, in der Schweiz müssten wir in einem Punkt unglaublich viel investieren: Bildung.» Je mehr davon, desto besser, sagte Martinolli. Mit besserer Bildung gebe es mehr Jobs, neue Ideen und so bleibe die Schweiz auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig.

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