Haslital Tourismus kündet Verträge

Haslital

Haslital Tourismus hat die Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden per Ende Jahr gekündigt. Unter anderem weil sich Gäste heute anders informieren.

Blick vom Oberhasli Blick in Richtung Brienz.

Blick vom Oberhasli Blick in Richtung Brienz.

(Bild: Bruno Petroni)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Der Verein Haslital Tourismus hat Ende Dezember «die Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde Hasliberg auf den 31. Dezember 2019» gekündigt, wie die Gemeinde mitteilte. Das hat der Verein auch mit den übrigen Gemeinden im Oberhasli gemacht.

«Es bietet sich die Chance, die Leistungsvereinbarung, die auf dem Stand von 2011 abgeschlossen wurden, den heutigen Realitäten und Rahmenbedingungen anzupassen», sagt Vizepräsidentin Marianne Schüpbach auf Anfrage.

Erstmögliche Gelegenheit

Warum die Vertragskündigungen gerade zum jetzigen Zeitpunkt? Haslital Tourismus ist seit 2016 Teil der Destinationsmanagement-Organisation Jungfrau Region Tourismus (JRT) AG. Per Ende 2019 habe nun erstmals die Möglichkeit bestanden, die Leistungsvereinbarung mit JRT zu überarbeiten.

«Daraus hat sich ein sinnvolles Zeitfenster abgeleitet für die Aushandlung der neuen Leistungsvereinbarungen zwischen den Gemeinden im Haslital und dem Verein Haslital Tourismus», so Schüpbach.

«Wir stellen fest, dass sich das Informationsverhalten der Gäste verändert und damit die Tourismusorganisation und die Leistungsträger mit neuen Realitäten konfrontiert sind.» Tourismusbetriebe würden zum Beispiel vermehrt zur ersten Anlaufstelle für den Gast vor Ort.

Aktuelle Studien zeigen zudem, dass nicht jeder Gast zwingend die Dienstleistungen eines Tourist-Office beansprucht, um sich zu informieren. Aus dem fortschreitenden Digitalisierungsprozess würden sich für die Gäste laufend neue Möglichkeiten ergeben, Informationen zu beschaffen.

Schüpbach: «Das ist sehr positiv.» Und weiter: «Die Herausforderungen im Wettbewerb mit anderen Tourismusdestinationen bestehen wir durch Kooperation, und darum sind Neuverhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll.»

Die Leistungsvereinbarung mit den Gemeinden auf einen aktuellen, zukunftsfähigen Stand zu bringen, sei nun erst mal «ein internes Geschäft», betont Marianne Schüpbach. Die Gemeindepräsidenten seien bereits im Herbst 2018 vorinformiert worden, im Dezember folgten die persönlichen Gespräche.

Schüpbach: «Uns ist es wichtig, dass wir die Vereinbarung gemeinsam mit den Gemeinderäten erarbeiten, entsprechende Sitzungen sind aufgegleist.» Ziel sei, dass die neu formulierten Verträge im Sommer 2019 stehen. Dies sehe der in der Leistungsvereinbarung mit den Gemeinden skizzierte Prozess so vor.

Überraschung am Hasliberg

Haslibergs Gemeindepräsident Arnold Schild bestätigt dies. Die Kündigung sei aber schon etwas überraschend gekommen. «Aus unserer Sicht hätte man auch eine Vertragserneuerung anstreben können statt direkt eine Kündigung», so Schild.

In einer Woche finde das Gespräch statt. «Wir sind gespannt, was Haslital Tourismus für die neuen Verträge anstrebt.» Anschliessend müsse der Gemeinderat prüfen, ob die Leistungsvereinbarung auch von der Gemeindeversammlung genehmigt werden muss.

Für Schilds Amtskollegen in Meiringen, Roland Frutiger, ist es klar «eine formelle Sache». Die Tätigkeiten für die Tourismusvereine hätten sich mit den Jahren verändert, deshalb sei jetzt eine Erneuerung der Leistungsvereinbarung notwendig. Als Beispiel nennt Frutiger die ­Gästekarte, die neu elektronisch organisiert werde.

Ein erstes Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen habe schon stattgefunden. «Wir warten nun auf den Entwurf von Haslital Tourismus», so Frutiger. Danach werde dieser in der Tourismuskommission und im Gemeinderat geprüft. 

Berner Oberländer

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