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Gewerbeschule zog ins Eichbühl um

Wegen des projektierten Neubaus der Gewerbeschule Thun zogen vor 50 Jahren fünf Klassen nach Hünibach um.

Der Landsitz Kirchbühl in Hünibach diente fünf Klassen der Gewerbeschule Thun als provisorischer Unterrichtsraum. Foto: Creative Commons
Der Landsitz Kirchbühl in Hünibach diente fünf Klassen der Gewerbeschule Thun als provisorischer Unterrichtsraum. Foto: Creative Commons

Da die drei Schulpavillons der Gewerbeschule an der Mönchstrasse einem Neubau weichen mussten, wurden die fünf Klassen der Bauzeichner, Spengler, Installateure und Maurer in den ehemaligen Herrschaftssitz Eichbühl in Hünibach verlegt. «In diesem Bau wurde bereits seit den vierziger Jahren von der Primarschule Hünibach Unterricht erteilt», war im Thuner Tagblatt zu lesen.

Das Eichbühl sei ein ehemaliges Rebgut des Klosters Thorberg und des Chorherrenstifts Amsoldingen gewesen. Nach der Reformation sei das Rebgut an den Staat Bern gegangen, wo es anschliessend an Privat verkauft worden sei. «1942 wurde der Besitz von der Einwohnergemeinde Hilterfingen erworben und in ein Schulhaus für die Primarschule Hünibach umgebaut. Jetzt dienen die Räumlichkeiten des Eichbühl als Übergangslösung der Gewerbeschule.»

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

3.4.1969 Die Thuner Stadtschützen verkauften den Schiessstand Zollhaus für Fr. 1'000'000.- an den Bund. Dies wurde möglich, weil die Gemeinde Thun ihre Kaufofferte in der Höhe von Fr. 700'000.- zurückzog. Der Rückzug erfolgte, weil die Eidgenossenschaft der Gemeinde ein Kaufrecht auf das Areal des Zuchtstiermarktes zusicherte.

3.4.1969 Das 2-Familienhaus von E. Aegerter an der Lauenenstrasse 53 brannte praktisch vollständig nieder. Um 15.45 Uhr wurde Rauch festgestellt, und bevor die Feuerwehr eintraf, brannte der Dachstock bereits lichterloh. Die Feuerwehr brauchte 10 bis 12 Minuten, bis sie eintraf. «Der Einsatz hätte wesentlich früher erfolgen können, wenn die zuständigen Behörden nicht nur Baubewilligungen erteilen, sondern ebenfalls für die nötigen, ausgebauten Zufahrtsstrassen sorgen würden.»

8.4.1969 An der Hauptversammlung des Tennisclubs Thun war zu vernehmen, dass während dem Winter sämtliche 6 Spielplätze mit neuen Maag-Allwetterbelägen ausgerüstet wurden. Im Vorstand mit John Haller, Präsident, an der Spitze lagen die Demissionen von Ursula Gerber-Wäfler, Sekretärin, und Edi Lehmann, Vize-Präsident, vor. Sie wurden ersetzt durch Heidi Weber und Thomas Frieden.

9.4.1969 Der Boxclub Thun versammelte sich zu einer ausserordentlichen Hauptversammlung, um einen neuen Vorstand zu bestimmen. Nachdem H. U. Wälti den seit drei Jahren bei den Passiven tätigen Roland von Allmen vorschlug, wurde dieser mit Akklamation zum neuen Vereinspräsidenten gewählt. Der weitere Vorstand setzt sich folgendermassen zusammen: M. Marragia, Vize-Präsident; M. Egger, Kassier; H. Rentsch, Trainer.

10.4.1969 Als «Erinnerungsstück unseligen Angedenkens» wurde auf dem Areal der BLS-Schiffswerft im Lachen/Dürrenast eine Seemine aus dem 2. Weltkrieg aufgestellt. Die Schiffswerft Linz AG in Linz an der Donau stellte die Mine zur Verfügung.

11.4.1969 Die Grütli-Schützengesellschaft Thun nahm am Frühjahrsbot die neue Fahne in Empfang. Rudolf Burri, Ehrenmitglied und Hauptinitiant für eine neue Fahne, verabschiedete das alte Banner, das dem Verein während 64 Jahren diente, und übergab die neue Fahne an Heinrich Aegerter, Präsident.

14.4.1969 «Achtung!! In der Nacht vom 10. auf den 11. April wurden aus der Gartenanlage (auf der Treppe) Lauenen 1, Ecke Burgstrasse, 7 grosse Tonschalen mit blühenden Blumen entwendet. Wer hat etwas Verdächtiges bemerkt? Diskretion zugesichert.» Grundbacher, Lauenen 1.

15.4.1969 Zurzeit stellt H. P. Kohler, Biel, in der Galerie Aarequai Aquarelle aus. Er besuchte die Kunstakademie München und trat später in die Malschule von Max von Mühlenen ein. Kohler wurde bekannt durch seine Sportsujets und Ölbilder, von denen jedoch keine ausgestellt wurden. Durch seine spezielle Technik erscheinen die Aquarelle wie gewaschen, ohne verschwommen zu wirken.

16.4.1969 Im Raum Lerchenfeld bis Uttigen kamen beim Autobahnbau einige grosse Felsbrocken zum Vorschein. Man ist der Ansicht, es handle sich nicht um Findlinge, sondern man glaubt, dass es sich bei diesen grossen Brocken, die zwischen 12 und 14 Tonnen wiegen, um erratische Blöcke handelt. Einer dieser Blöcke wurde durch Genie-Truppen zum Schulhaus Lerchenfeld transportiert und ein weiterer fand auf einem Privatgrundstück beim Zollhaus seine letzte Bleibe.

18.4.1969 Auf Einladung der Kunstgesellschaft Thun las Carl Zuckmayer in der Aula der Mädchensekundarschule aus seiner erfolgreichen Autobiographie «Als wär’s ein Stück von mir» vor. Er las nicht wie vorgesehen aus «Des Teufels General», sondern kam sofort auf die Musik zu sprechen anhand jener Stelle in seiner Biographie, wo er seine jugendliche Begegnung mit der Tonkunst beschreibt.

19.4.1969 In der Galerie René Steiner sind Werke alter Meister zu sehen, die aus Privatbesitz oder Galerien stammen. Es handelt sich um Werke von Ferdinand Bols, François Boucher, beides Schüler von Rembrandt, G. W. Opdenhoff und Jean Battaille. Es handelt sich um Ölgemälde auf Holz und Leinwand, von der zierlichen Rokoko-Malerei bis zum eindrücklichen Landschaftsbild.

24.4.1969 Im Januar besuchten 376 Gäste aus dem Ausland und 924 Besucher aus der Schweiz die Stadt Thun und verzeichneten 3011 Logiernächte. 14 Gaststätten waren geöffnet und die Bettenbelegung der 416 zur Verfügung stehenden Betten erreichte 20 Prozent. Die meisten Gäste stammten aus Deutschland, gefolgt von Italien, Grossbritannien und Frankreich.

24.4.1969 Auf Einladung des Judo-Klubs Naginata gab Abraham Mendez, Israel, 2. Dan-Träger im Judo, Sportlehrer und Leutnant des 55. Fallschirmspringerbataillons, eine Vorstellung im Restaurant Waldeck. Er war Ausbildner von Sean Connery, bekannt als James Bond Nr. 1, in Judo und Karate.

26.4.1969 Der junge Kunstmaler Peter Bergmann aus dem Obersimmental stellt im Thunerhof über 50 Werke aus den vergangenen Schaffensperioden aus. Der in vergangener Zeit bekannt gewordene Grafiker und Zeichner mit seinen Tier- und Landschaftszeichnungen wechselte zu grossen Formaten mit Porträts von Tieren seiner eigenen Prägung.

28.4.1969 Pfarrer J. A. Schmid führte am 26. April den ersten Spatenstich für die neue Martinskirche auf dem Baugelände in der Länggasse aus. Die Rohbauarbeiten sollten bis Ende Jahr fertig sein. 1970 werden der Ausbau und die Inneneinrichtungen erstellt und anfangs 1971 sollte die Kirche eröffnet werden können.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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