Zum Hauptinhalt springen

Endspurt im Fusionsmarathon

Am 3. Mai entscheiden der GGR in Steffisburg und die Gemeinde­versammlung in Schwendibach über die Fusion der beiden Gemeinden. Namentlich für Schwendibach gebe es keinen Plan B, sagt der Gemeindepräsident.

Der Gemeindepräsident von Schwendibach Roland Amstutz.
Der Gemeindepräsident von Schwendibach Roland Amstutz.
Christoph Gerber

Sie seien angetreten, «Endspurt zu verkünden»: Das sagte Steffisburgs Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) am Mittwoch, als er zusammen mit seinem Schwendibacher Amtskollegen Roland Amstutz die Medienorientierung vor der anstehenden Abstimmung über die Fusion der beiden Gemeinden eröffnete. Er räumte mit Blick auf den laufenden Prozess in Seftigen und Gurzelen ein, dass eine Fusion heute «nichts Exotisches» mehr sei. «Umso mehr freut uns das Echo.»

Ein Leist für Schwendibach?

Dass die Fusion von Steffisburg mit mehr als 15700 und Schwendibach mit seinen 249 Einwohnern nicht ganz vergleichbar ist mit den Zusammenschlüssen von kleineren und kleinsten Gemeinden in der Region, zeigten indes die Ausführungen der beiden Gemeindepräsidenten. «Natürlich hätten wir die eine oder andere Bestimmung etwas anders formuliert, wenn es allein nach uns gegangen wäre», sagte Roland Amstutz.

«Aber es ist nun mal ein Fakt, dass Schwendibach von Steffisburg eingemeindet wird – und nicht zwei gleichberechtigte Partner ein neues Gebilde erschaffen.» Das zeigt sich beispielsweise in der Tatsache, dass Schwendibach keine Sitzgarantie im künftigen Steffisburger Gemeinderat oder im Ortsparlament hat. «Sonst müssten wir Ortsteile wie das Schwäbis gleich behandeln», sagte Jürg Marti. «Aber vielleicht werden wir die Gründung eines Schwendibach-Leists in Betracht ziehen müssen», sagte Kollege Amstutz.

Denn: Neben dem Verlust der eigenen Verwaltung, der Schule und der Gemeindeautonomie geht mit einer Fusion oft auch die Befürchtung einher, die Identität als Dorf zu verlieren. Ein Umstand, dem in Schwendibach bereits Rechnung getragen worden sei. «Das Team, das bisher die 1.-August-Feiern organisiert hatte, hat bereits einen Verein gegründet, der das Zusammenleben im künftigen Steffisburger Ortsteil Schwendibach pflegen und fördern soll», so Amstutz.

Der Fusionsprozess läuft bereits seit rund dreieinhalb Jahren: Auf Initiative des Gemeinderats Schwendibach hatten Steffisburg und Schwendibach im Oktober 2015 eine Interkommunale Projektgruppe ins Leben gerufen, welche eine mögliche Fusion abklären sollte. In ihrem Grundlagenbericht zeigte sie unter anderem auf, dass der zunächst anvisierte Fusionstermin per Anfang 2019 zu sportlich angesetzt war. Insbesondere mit Blick auf die Schule waren zusätzliche Abklärungen nötig.

Weitere Gemeinden betroffen

Von der bevorstehenden Fusion sind nicht nur Steffisburg und Schwendibach betroffen, sondern auch die weiteren Gemeinden des linken Zulgtals. Homberg, Horrenbach-Buchen und Teuffenthal bilden derzeit gemeinsam mit Schwendibach die Schule linkes Zulgtal. Ab Sommer 2020 gehen die Kinder aus Schwendibach aber in Steffisburg zur Schule. Der 78 Seiten um­fassende Grundlagenbericht lag Anfang 2018 vor. «Es gibt keine eigentlichen Knackpunkte mehr», war für Roland Amstutz schon bei der Präsentation klar.

Im letzten Sommer segnete der Grosse Gemeinderat (GGR) Steffisburg den Bericht und damit die Weiterführung des Fusionsprojekts – wenn auch lustlos, so doch einstimmig – ab; ebenso die Gemeindeversammlung Schwendibach. Am 3. Mai kommen nun der Fusionsvertrag und das Fusionsreglement am frühen Abend im GGR Steffisburg und später an der Gemeindeversammlung von Schwendibach zur Abstimmung.

FStimmen beide Gremien den beiden Papieren zu und bestätigt der Kanton seine positive Haltung aus der Vorprüfung, wird die Fusion per 1. Januar 2020 rechtskräftig. Doch was, wenn eine Gemeinde auf der Zielgeraden doch noch einen Rückzieher macht? «Dann wird es für uns sehr schwierig – personell und finanziell», sagte Amstutz am Mittwoch. «Einen Plan B haben wir auf jeden Fall keinen. Aber so wie der Prozess bis hierhin vorangegangen ist, bin ich sehr zuversichtlich für den 3. Mai.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch