Gemeinde kauft Solaranlage auf dem Schulhausdach

Uetendorf

Die Genossenschaft Solar Uetendorf verkaufte ihre Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses Riedern 1 per Ende Jahr an die Gemeinde Uetendorf.

Die Solaranlage auf dem Dach des Schulhauses Riedern deckt den Strombedarf des Shulhauses und der Doppelturnhalle.<p class='credit'>(Bild: Niklaus Leuenberger)</p>

Die Solaranlage auf dem Dach des Schulhauses Riedern deckt den Strombedarf des Shulhauses und der Doppelturnhalle.

(Bild: Niklaus Leuenberger)

Seit Anfang Jahr gehört die Fotovoltaikanlage der Gemeinde ­Uetendorf. Die Solarzellen liefern so viel Strom, dass damit der Bedarf im Schulhaus Riedern 1 und in der benachbarten Doppelturnhalle gedeckt werden kann. Ein allfälliger Überschuss wird ins Netz der BKW eingespeist.

«Rund 90 Prozent des Stroms brauchen wir selber, etwa 10 Prozent verkaufen wir der BKW», erklärt Bauverwalter Peter Loosli. Gemeinderätin Hannelore Schwarz ergänzt: «Der Überschuss fällt vor allem während der Schulferien an, da benötigen wir weniger Strom.» Die bestehende Anlage musste für rund 23 000 Franken umgebaut und angepasst werden, es bestand vorher keine Leitung zur Turnhalle.

Genossenschaft aufgelöst

Solar Uetendorf hat somit seit 1. Januar keine Anlage und keine Kunden mehr. Darum wurde an der Genossenschaftsversammlung vom Freitagabend im Zehntenhaus die Auflösung der Genossenschaft beschlossen und Peter Kunz, bisher Präsident der Genossenschaft, zum Liquidator gewählt. Nach dem Verkauf der Anlage besitzt die Genossenschaft noch rund 84 000 Franken.

Kassier Peter Fuchser präsentierte die Rechnung 2015 und erläuterte, wie das Vermögen eingesetzt werden soll. Den Genossenschaftern wird der damals einbezahlte Beitrag mit einem Zuschlag von fünfzig Prozent zurückbezahlt. Für allfällige Steuern werden Rückstellungen gemacht. Es fallen auch noch Gebühren an. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt.

Verlangsamtes Wachstum

Die Gemeinde Uetendorf wird ihr Engagement für erneuerbare Energie weiterführen. «2012/2013 hatte es keine Dächer für Solar­ Uetendorf, die meisten Dächer waren relativ neu», sagte Peter Loosli, Bauverwalter. «Wir wollten keine Panels mehr auf den Dächern, sondern solche, die in die Dächer integriert sind.

Ein weiterer Punkt war, dass die Gemeinde den Strom direkt ins Netz einspeisen und nur einen allfälligen Überschuss an die BKW verkaufen wollte.» Als nächstes Dach, so Loosli, wird voraussichtlich das Eternitdach des Kindergartens Allmend saniert, geplant ist dies für 2019. Weitere Ausbauschritte könnten später auf den Dächern des Werkhofes und des Kindergartens Riedern folgen.

Die Übernahme der Anlage in der Riedern steht auch im Einklang mit dem Berner Energieabkommen der Gemeinde Uetendorf. Mit diesem Kauf wird auch dem behördenverbindlichen überkommunalen Richtplan Energie nachgelebt. Dass Uetendorf eine für erneuerbare Energie aufgeschlossene Gemeinde ist, zeigt sich auch daran, dass sie nach wie vor Beiträge zur Unterstützung von Bauten durch Private leistet, neben den Beiträgen von Bund und Kanton schliesst die Gemeinde damit Beitragslücken.

«Ohne Genossenschaft Solar, die den Start für die Produktion von Solarenergie im öffent­lichen Raum machte und kontinuierlich ausbaute, wäre Uetendorf noch nicht so weit wie heute, es würde sicher weniger Solarstrom erzeugt», ist Loosli überzeugt.

Thuner Tagblatt

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