Geld für ein Modell der Zulg

Die Hochwasser 2012 und 2015 sind auch den Steffisburger GGR-Mitgliedern noch in unguter Erinnerung. Sie bewilligten eine Kreditaufstockung für ein Hochwasserschutzprojekt. Unter anderem wird mit dem Geld ein Modell der Zulg gebaut.

Hochwasser in der Zulg im Jahr 2015.

Hochwasser in der Zulg im Jahr 2015.

(Bild: Patric Spahni)

Dass die Zulg bei Unwettern eine grosse Zerstörungskraft besitzt, ist keine neue Erkenntnis. Oft bringt der Bergbach dann viel Schwemmholz aus dem Eriz. Besonders gefährdet sind die Brücken.

Werden die Durchflüsse mit dem Schwemmholz verstopft, drohen Überschwemmungen in einem grossen Teil von Steffisburg. «Es ist in unserem ureigensten Interesse, dass wir etwas machen», sagte Gemeinderat Stefan Schneeberger (FDP).

Rechen für das Schwemmholz

Um die Gefahr zu mindern, hat die Steffisburger Exekutive bereits ein entsprechendes Projekt initiiert. Ein Umbau der Brücken käme zu teuer und wäre teilweise technisch auch schwer umsetzbar.

Im Vordergrund steht deshalb eine Holzrechenanlage – als Ergänzung für die Holzerei in den Gräben. Erste grobe Kostenschätzungen gehen von einem Betrag von vier Millionen Franken für die Rechenanlage aus, welche dereinst das Schwemmholz aufhalten soll.

Noch sei man aber nicht so weit, über ein konkretes Projekt sprechen zu können, sagte Schneeberger. Jetzt gehe es darum, in einem Modellversuch herauszufinden, wie eine entsprechende Anlage im Bereich Zulgboden gebaut werden müsse, damit sie ihren Zweck erfülle.

Die Zulg soll dabei im Massstab 1:40 nachgebaut werden. Für die zusätzlichen Abklärungen hatte der GGR einen bereits ­gesprochenen Kredit in der Höhe von 260'000 Franken aus dem Jahr 2014 um 410'000 Franken aufzustocken.

Dies tat er schliesslich auch – und zwar mit 31 zu 2 Stimmen. Vorher wurde aber eifrig diskutiert. Bruno Grossniklaus (GLP) war es ein Anliegen, beim Gemeinderat zu deponieren, dass dann bei der Finanzierung des gesamten Hochwasserschutzprojekts möglichst alle bestehenden Fonds angezapft werden sollen.

«Wir erwarten, dass mehr als ein Szenario beim Modellversuch durchgespielt wird», sagte Christian Gerber (EDU). Als Förster im Eriz wisse er, wovon er spreche. Es sei sehr wichtig, dass der Hochwasserschutz jetzt angegangen werde. «Es gibt im Eriz noch unglaublich viel Holz, das in Steffisburg vorbeigeschwemmt werden könnte.» Das gelte es zu verhindern.

Baustart im 2018?

Die Kosten blieben aber ein Thema. «Wieso beteiligt sich der Kanton bei den Planungen nicht?», fragte Hans Rudolf Marti (SVP). Schliesslich sei er ja der Eigentümer aller Gewässer. Der Gemeinderat gehe davon aus, dass rund 60 Prozent der Kosten von Bund und Kantonen getragen würden, sagte Schneeberger.

Franziska Friederich Hörr (SP) appellierte an ihre GGR-Kollegen: «Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und müssen gegen die Gefahr etwas unternehmen.»

Zudem ginge es jetzt noch nicht um das gesamte Bauprojekt, sondern erst um die Planungsarbeiten. Apropos Bauen: Schneeberger geht davon aus, dass der Baustart frühestens 2018 erfolgt.

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