Gehen Generationentandem und Seniorenrat zusammen?

Thun

Die Neuwahlen im Seniorenrat finden im Februar nicht statt. Denn dieser macht möglicherweise bald mit «und – das Generationentandem» gemeinsame Sache.

Per Ende Dezember 2018 treten zwei Drittel des Seniorenrates in Thun zurück.

Per Ende Dezember 2018 treten zwei Drittel des Seniorenrates in Thun zurück.

(Bild: Christoph Gerber)

Der Gemeinderat hat entschieden, dass die im Februar 2019 anstehende Erneuerungswahl des Seniorenrates für die kommende Legislatur vorläufig nicht stattfindet, wie am Freitag in einer Mitteilung der Stadt Thun kommuniziert wurde. Damit reagiert der Gemeinderat auf die letzten Ereignisse im Seniorenrat: Per Ende Dezember 2018 treten zwei Drittel der Mitglieder zurück (wir berichteten).

Zwar gab es im Rat in den 16 Jahren, in denen er nun besteht, ab und an Zeichen der Unzufriedenheit. Die Regierung nehme die Anliegen des Seniorenrates zu wenig ernst, hiess es zeitweise. Im November kam es dann zum Eklat: Offenbar ausgelöst durch die neueste Überarbeitung der Verordnung, die die Aufgaben des Rates definiert (wir berichteten), gab es eine Rücktrittswelle. Einzelne Mitglieder des Rates kritisierten die zu strikten Einschränkungen, die die neue Fassung mit sich bringe. So fiel etwa das Petitionsrecht für den Seniorenrat weg.

Bald etwas anderes gefragt?

Nun soll sich grundlegend etwas ändern: Der Seniorenrat strebt eine Zusammenarbeit mit dem Verein «und – das Generationentandem» an. Peter Siegenthaler, Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales, sagt auf Anfrage: «Der Seniorenrat kam auf mich zu und brachte die Idee einer Zusammenarbeit mit dem Generationentandem ein.» Daraufhin habe der Gemeinderat seiner Direktion die Aufgabe erteilt, zu prüfen, ob der Rat in seiner jetzigen Form – als Kommission ohne Entscheidungsbefugnis – weitergeführt werden solle oder ob eine andere Organisation mehr Sinn mache.

Im Gegenzug habe er beantragt, die Wahlen des Seniorenrates zu verschieben; «damit wir die jetzigen Strukturen nicht zementieren, wenn vielleicht bald etwas anderes gefragt ist».

Dass dies vonseiten des Seniorenrates durchaus der Fall ist, bestätigt dessen Präsident Heiner Bregulla. «Wir würden es begrüssen, wenn der Seniorenrat ins Generationentandem integriert werden könnte.» Die Idee sei, einen Generationen-Thinktank (dt. Denkfabrik) auf die Beine zu stellen. «Dieser entwickelt dann generationenübergreifende Projekte für alle Altersstufen oder realisiert Ideen aus dem Altersleitbild der Stadt.»

Zurzeit verhandle man mit der Stadt Thun noch über die finanzielle Beteiligung. Die Initianten wünschen sich einen Leistungsvertrag mit der Stadt, der definiert, welche Aufgaben diese übernimmt. Eines ist für Heiner Bregulla klar: «So, wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen.» Dass der Verein «und – das Generationentandem» eine Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat in Betracht ziehe, deutete «und»-Initiant Elias Rüegsegger bereits im Sommer gegenüber dieser Zeitung an.

Entscheid im Frühling

«Ich bin überzeugt, dass es angesichts der Themen, mit denen wir künftig konfrontiert werden, Sinn macht, auf eine generationenübergreifende Zusammenarbeit zu setzen», sagt Peter Siegenthaler. In gewissem Masse finde diese heute bereits statt, etwa am Seniorenmärit. Dort hätten Mitglieder des Generationentandems älteren Menschen bei technischen Problemen mit Handy oder Computer geholfen.

Aktuell laufen Gespräche zwischen Seniorenrat, Generationentandem und der Direktion Sicherheit und Soziales. Sowohl Peter Siegenthaler als auch Heiner Bregulla sind guten Mutes und sehen Chancen für eine generationenübergreifende Zusammenarbeit. Bis zum Frühling 2019 soll entschieden werden, wie es weitergeht.

Thuner Tagblatt

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