Gegenwind für Süd-Erschliessung

Heimberg

An der Informationsveranstaltung zur Überbauungsordnung «Erschliessung Heimberg-Süd» meldeten sich nur Gegner zu Wort. Das Projekt kommt im September an die Urne.

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Der Heimberger Gemeinderat will vom Jägerweg entlang des Gewerbegebiets Töpferweg hin zur Unteren Zulgstrasse über die Zulg eine neue Strasse bauen und hat letzte Woche an einer Medienkonferenz kräftig für ein Ja an der Urne geweibelt.

Am Montagabend informierten der Rat und die zuständigen Planer im Vorfeld der Urnenabstimmung vom 23. September die Bevölkerung über die Überbauungsordnung für die «Erschliessung Heimberg-Süd.»

Kritik im Dutzendpack

Aus dem Kreis der rund 50 Gäste in der Aula wehte der Gemeindebehörde und den Planern ein rauer Wind entgegen. «Die geplante Strassenführung würde zur zeitweisen Blockierung unserer Zufahrt führen», argumentierte ein Unternehmer vom Töpferweg.

Bei der Realisierung gemäss aktuellem Planungsstand müsste gar eine Standortverlegung in Betracht gezogen werden. Er fand, dass zu wenig auf die Anliegen des Gewerbes eingegangen worden sei. «Niemand kann genau sagen, wie hoch die Grundeigentümerbeiträge ausfallen werden», kritisierte ein Anwohner.

Applaus erntete ein Votant mit der Aussage, der Bau der neuen Strasse wäre überhaupt nicht nötig. Er fand, dass die Bevölkerung an der Nase herumgeführt werde. In rund einem Dutzend Wortmeldungen wurden die hohen Kosten, der Verlust von Kulturland, Grünflächen und Fruchtfolgeflächen, befürchtete Einzonungen, Qualitätsverlust des Naherholungs­gebiets und ungenügender Lärmschutz kritisiert.

«Grundstein für die Zukunft»

«Dem Gemeinderat ist es bewusst, dass es sich hier um ein ­gigantisches Geschäft handelt», versuchte Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP) die Bedenken und die Kritiken zu zerstreuen. Man könne es nie ­allen recht machen. «Wir sollten jedoch die einmalige Chance packen, einen wichtigen Grundstein für die Zukunft zu legen.»

Er erinnerte zudem daran, dass bereits 2014 die Heimberger Stimmbürger einen Beitrag von 1,85 Millionen Franken an die Anschlussstrasse in Steffisburg bewilligt hätten. Er sei froh, dass nach der langen Planungszeit nun ein Entscheid an der Urne gefällt werde, und verhehlte nicht, dass er sich ein Ja erhoffe.

Thuner Tagblatt

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