Gegen mehr Nachtleben

Thun

Der Thuner Gemeinderat will keine zusätzlichen Aussensitzplätze bewilligen – zumindest nicht jetzt. Dies antwortet er auf ein Postulat, mit dem Stadträte eine gelockerte Bewilligungspraxis forderten.

Aussensitzplätze auf dem Mühleplatz an einem Sommerabend. Stadtratsmitglieder forderten eine weniger strenge Bewilligungspraxis.

Aussensitzplätze auf dem Mühleplatz an einem Sommerabend. Stadtratsmitglieder forderten eine weniger strenge Bewilligungspraxis.

(Bild: Markus Hubacher)

«Der Gemeinderat wird gebeten, zu prüfen, ob und wie die res­triktive Bewilligungspraxis für Aussensitzplätze in Gastwirtschaftsbetrieben gelockert und insbesondere für den Abend- und Nachtbetrieb neue Terrassensitzplätze bewilligt werden können. Die Überprüfung soll zusammen mit Anwohner- und Liegenschaftsvertretungen im Rahmen des runden Tischs ‹Nachtleben› vorgenommen werden.»

Dies ist der Wortlaut eines Postulats, das die Stadtratsmitglieder Alice Kropf (SP), Franz Schori (SP), Roman Gugger (Grüne), Alain Kleiner (SVP/FDP), Lukas Lanzrein (SVP/FDP), Nicole Krenger (GLP) und weitere Mitunterzeichnende eingereicht haben.

Aktuelle Bedürfnisse

Im Dezember 2010 sei mit 333 Unterschriften eine Petition eingereicht worden, in der eine wohnlichere Altstadt gefordert worden sei, unter anderem indem keine weiteren Gastrobetriebe mehr bewilligt würden, schreiben die Volksvertreterinnen und -vertreter in der Begründung ihres Anliegens. «Aufgrund dieser Petition von Anwohnern (-innen) und Geschäftsleuten hat der Gemeinderat unter anderem beschlossen, in der Innenstadt grundsätzlich keine neuen Aussensitzplätze zu bewilligen», heisst es weiter.

«2011 wurde die restriktive Praxis leicht gelockert, indem Ausnahmen für reine Tagesnutzungen bewilligt werden können.» Dennoch erscheine eine gründliche Über­prüfung der nunmehr sechs Jahre anhaltenden Regelung und eine mögliche Anpassung an aktuelle Bedürfnisse gerechtfertigt, denn im Februar 2015 sei dem Gemeinderat eine Petition für ein attrak­tives Nachtleben mit 1372 Unterschriften übergeben worden.

«Macht keinen Sinn»

«Die heutige Bewilligungspraxis ist Bestandteil des Projektes ‹Nachtruhe›, welches seit der Schliessung des Selve-Areals notwendig wurde», schreibt der Thuner Gemeinderat in der Antwort auf das Postulat, das an der nächsten Stadtratssitzung vom 6. April behandelt wird. Es beinhalte, «dass in der Innenstadt keine zusätzlichen Aussensitzplätze bewilligt werden».

Nach der Einführung des neuen Verkehrsregimes und insbesondere mit der Eröffnung des neuen Parkhauses im Schlossberg würden künftig verschiedene Plätze und Strassen in der Innenstadt eine neue Bedeutung bekommen. In diesem Zusammenhang und auch im Rahmen der laufenden Orts­planungsrevision werde bereits überprüft, wo und wie viel Nachtleben künftig in der Stadt Thun stattfinden soll. Sobald die Ergebnisse dieser Ortsplanungs­revision vorlägen, könne das bestehende Nachtruhekonzept überprüft und angepasst werden.

«Aus diesem Grund macht eine zusätzliche, einseitige Überprüfung der heutigen Bewilligungspraxis vor Abschluss der Orts­planungsrevision keinen Sinn», heisst es weiter. Zudem würde eine einseitige Lockerung der bewährten Massnahmen von verschiedenen Anwohnern der Innenstadt nicht verstanden, so der Gemeinderat.

Am Dienstag hat der Innen­stadtleist an seiner Haupt­versammlung bekräftigt, dass er jegliche Ausweitung des Nachtlebens in der Innenstadt klar ablehne.

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