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Gegen die drohende Schwindsucht bei den Hausärzten

Der Gemeinde Uetendorf gehen über kurz oder lang die Hausärzte aus. Ein neues ­Ärztezentrum könnte Abhilfe schaffen.

Marc Imboden
Ein Hausarzt hört sich die Sorgen seiner Patientin an. In Uetendorf soll es auch in Zukunft keine Mangelerscheinungen bei der medizinischen Grundversorgung geben.
Ein Hausarzt hört sich die Sorgen seiner Patientin an. In Uetendorf soll es auch in Zukunft keine Mangelerscheinungen bei der medizinischen Grundversorgung geben.
Stefan Anderegg

Vorbei sind die Zeiten, als es für Ärztinnen und Ärzte selbstverständlich war, sich in der Praxis fünf Tage pro Woche um die Patienten zu kümmern. Auch sie wollen heute vermehrt Teilzeit arbeiten, um sich beispielsweise die Erziehungsarbeit mit dem Partner zu teilen. Aus diesem Grund gibt es – vor allem auf dem Land – immer mehr Gemeinschaftspraxen, manchmal auch Ärztezentren genannt. Und die Schaffung eines solchen wird nun vom Gemeinderat geprüft, «damit die medizinische Grundversorgung der Gemeinde Uetendorf langfristig gewährleistet werden kann», wie er in einem Mediencommuniqué mitteilte.

Denn diese sei gefährdet, führte Gemeinderat Daniel Würsten (EVP, Ressort Soziales) auf Anfrage aus. «Zurzeit arbeiten die sechs Hausärztinnen und -ärzte von Uetendorf zusammen im Umfang von ungefähr 450 Stellenprozenten. Durch Pensionierungen dürften in fünf bis sieben Jahren 300 Stellenprozente verloren gehen. Nachfolger für Einzelpraxen zu finden, ist schwierig.»

Es handle sich nicht um einen Notfall, relativierte Würsten. Aber das Problem bereits jetzt anzugehen, sei richtig.Der Gemeinderat hat nun eine Spezialarbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, innerhalb eines Jahres diesbezügliche Entscheidungsgrundlagen zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe hat zwei Aufgaben: «Sie soll prüfen, ob die Gemeinde bestimmte Aufgaben übernehmen muss, um sicherzustellen, dass wir auch in zehn Jahren noch genügend Hausärzte haben», erklärt Daniel Würsten.

«Durch Pensionierungen dürften in fünf bis sieben Jahren 300 Stellenprozente verloren gehen. Nachfolger für Einzelpraxen zu finden, ist schwierig.»

Daniel Würsten

Die zweite Aufgabe ist eng verflochten mit der Ortsplanungsrevision, die kurz vor dem Abschluss steht. «Im Dorfzentrum haben wir zwei neue Zonen mit Planungspflicht. Wenn hier dereinst ein Ärztezentrum entstehen soll, müsste dies entsprechend einfliessen», so der Sozialvorsteher weiter.

Es sei aber keine Rede davon, dass die Gemeinde selber ein solches Zentrum betreiben und Ärzte anstellen wolle, sagte Würsten auf die entsprechende Frage. Möglich sei aber, dass sie zum Beispiel Darlehen gewähren könnte.

Parteienvertreter und Ärzte

Um die Arbeitsgruppe zu besetzen, fragte der Gemeinderat die Ortsparteien an. Von Amtes wegen dabei ist Daniel Würsten als EVP-Vertreter. Für die SP ist ­Hugo Laager in der Arbeitsgruppe, für die SVP der Architekt Viktor Burri. Weitere Mitglieder sind eine Vertretung der Gemeinschaftspraxis Tapis und Rolli, ­Patricia Baud als Vertreterin Ärztepraxis im Zentrum AG, sowie Marcel Affolter, stellvertretender Geschäftsleiter des Altersheim Turmhuus.

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