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Firma Soltermann geht an die fünfte Generation über

Bei der 130-jährigen Metall-Glas-Baufirma Soltermann übernimmt mit Tochter Daniela Soltermann die fünfte Generation den Betrieb. Die gelernte Metallbaumeisterin will den bisherigen Sinn und Geist beibehalten.

Peter Soltermann übergibt per 1. Juli den Familienbetrieb an Tochter Daniela.
Peter Soltermann übergibt per 1. Juli den Familienbetrieb an Tochter Daniela.
Nelly Kolb

«Äs isch Zyt für e Generationewächsel», schreibt Peter Soltermann seinen Kunden. Er hat seine Aktien des Metall- und Glasbaubetriebes an seine Tochter Daniela übergeben. Damit erfüllt sich sein Wunsch, dass das Traditionsunternehmen in Familienhand bleibt. So ist auch sichergestellt, dass die dreissig Arbeitsplätze erhalten bleiben.

«Das ist wichtig für die Mitarbeiter, das Unternehmen und auch für den Wirtschaftsstandort Thun, die Stadt und die Region», sagt der 60-Jährige. Vater und Tochter sind sich einig: Sie wollen weder auslagern noch expandieren, sondern Thun den Werkplatz und die Wertschöpfung erhalten.

Die 31-jährige gelernte Metallbaumeisterin ist für die Aufgabe gerüstet, hat sie das Metier doch von der Pike auf gelernt. «Mir war schon früh klar, dass ich Metallbauerin werden will», sagt Daniela Soltermann. Sie habe zwar den Rat ihrer Eltern befolgt und auch in andere Berufe geschnuppert, sie sei aber bei ihrer Entscheidung geblieben.

«Ich bin eine Macherin und ein Zahlenmensch – das passt», sagt sie. Wichtig für die neue Aufgabe ist ihr: Kontinuität und dennoch offen sein für Veränderungen am Markt. Ebenso wichtig ist für sie der Umgang mit den Mitarbeitern. Sie will ihnen «auf Augenhöhe» begegnen. Das stärke die Zusammenarbeit.

Start vor 130 Jahren

Den Grundstein zum heutigen Unternehmen legte Albrecht Wägli mit seiner Einmannschlosserei an der Oberen Hauptgasse. Weil sein Sohn Albert keine Nachkommen hatte, übernahm Neffe Hans Soltermann 1953 den Betrieb in dritter Generation mit fünf Angestellten.

Es war die Zeit der Mechanisierung und der Technisierung. Dafür musste der Standort von der Hauptgasse an die Bernstrasse verlegt werden. Mit Feuer und Esse wird heute nicht mehr gearbeitet.

Und es werden auch nicht mehr von Hand gefertigte Schlüssel und Beschläge für Türen, Tore, Truhen und Fenster hergestellt. Unter anderem produzierte die Firma Seilbahnmasten, Seilbahnsessel, Telefonkabinen, Ei­senkonstruktionen und war im Stahlbau tätig.

Immer noch viel von Hand

Zwar gibt es am heutigen Standort Militärstrasse (seit 1997) auch moderne Maschinen und Technik, aber «es gibt immer noch viel Handarbeit», sagt Peter Soltermann. Er hat den elterlichen Betrieb vor 30 Jahren übernommen und weiterentwickelt. Heute werden die Materialien Stahl, Aluminium, Chromstahl, Glas und Kunststoffe verarbeitet.

Unter seiner Ära entstand der ­Innopark. Dieser wird ab nächster Woche durch einen Neubau erweitert, wobei eine grosse Fläche zur Vermietung steht. «Interessenten sind vorhanden», sagt Soltermann. Die Innopark AG ist eine 100-prozentige, aber vom Metallbau unabhängige Soltermann-Firma.

Andere Aufgaben

Die Eltern Beatrice und Peter Soltermann treten zwar ins zweite Glied, bleiben dem Betrieb aber erhalten. Vater Peter bleibt Mitglied der Geschäftsleitung und VR-Präsident.

Er wird unter anderem Kundenkontakte pflegen und seiner Tochter bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen – wenn auch mit reduziertem Pensum. Der 29-jährige Sohn Andreas, ebenfalls gelernter Metallbauer, hat sich für einen eigenen Weg entschieden.

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