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«Falken» schliesst Ende Mai

Nach über 100 Jahren ist für das Bälliz-Restaurant Falken Schluss. Die AEK Bank 1826 baut das Gebäude um und gibt ihm sein Jugendstilantlitz zurück. Gastronomie wird es ab 2020 aber wieder geben. Die Bank investiert über zehn Millionen Franken.

Jolanda Casserini hat den Falken während der letzten vier Jahre geführt.
Jolanda Casserini hat den Falken während der letzten vier Jahre geführt.
Nelly Kolb

Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern: Die Tage des alteingesessenen Restaurants Falken im Thuner Bälliz sind gezählt. Es schliesst Ende Mai. Damit endet eine über 100-jährige Geschichte. Die AEK Bank hat das imposante, denkmalgeschützte, im Jugendstil erbaute Gebäude 2013 gekauft.

Nicht weil die 1826 gegründete AEK fast gleich alt ist,wie der 1837 erbaute Falken, sondern hauptsächlich, um die Niederlassung im 1980 erbauten Nebengebäude umgestalten zu können. Es geht vor allem darum, die Schalter und Anlagen zu modernisieren und näher zum Bälliz zu verlegen.

Sanieren und umnutzen

Der Falken war jahrzehntelang ein angesehenes Hotel mit Restaurant, danach lange ein bei Bewohnern äusserst beliebtes, städtisches Altersheim. Der Kanton wollte die Betriebsbewilligung nicht mehr verlängern, weil gesetzliche Vorgaben nicht erfüllt werden konnten. So waren etwa die Zimmer zum Teil zu klein.

Damit kam es zum Verkauf der stattlichen Liegenschaft an die Bank. «Wir sind froh, im März die Baueingabe machen zu können», sagt Markus Gosteli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, gegenüber dieser Zeitung.

Das ist vorgesehen

Relativ rasch war klar, dass ab dem zweiten Obergeschoss 2½- bis 51/2-Zimmer-Mietwohnungen eingebaut werden sollen. «Es entstehen altersgerechte Wohnungen, für die es bereits diverse Interessenten gibt», sagt Gosteli.

Das erste Obergeschoss ist für Büros und Praxen vorgesehen. Auch hier gebe es für einen grossen Teil bereits Interessenten. Im Erdgeschoss sind rechts vom Eingang aareseitig mehrere Banksitzungszimmer und links ein etwa 40-plätziges Café angeordnet – und in einem bisher nicht sichtbaren Gewölberaum eine 15-plätzige Bar. Die Sitzungszimmer können ausserhalb der Bürozeit auch gastronomisch genutzt werden.

Technik im Dachgeschoss

Gegen die Aare hin entsteht über die gesamte Länge von Falken und Nebengebäude ein wintergartenähnlicher Anbau. «Die Fenster können jederzeit angehoben und geöffnet werden», versichert Markus Gosteli.

«Weil das Gebäude nicht unterkellert ist, befindet sich die ganze Technik wie Lüftung, Kühlung, Heizung im Dachgeschoss», sagt Urs Moschen, Projektleiter Immobilien. Bei nachträglicher Unterkellerung hätte das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gestimmt und das Risiko für Gebäudeschäden durch Risse wäre zu gross ge­wesen.

Dem Ursprung angleichen

Das städtische Bauinventar hält in seiner Beurteilung fest, dass die ursprüngliche Architektur, speziell im Erdgeschoss auf Seite Bälliz, nach einem Umbau 1960 «verschandelt» wurde. Das will die Bauherrschaft ändern. «Wir fühlen uns der Geschichte des Hauses und damit Thun und seiner Bevölkerung verpflichtet», sagt Cajetan Maeder, Verwaltungsratspräsident der AEK Bank.

So werden im Inneren und an der Falken-Fassade Jugendstilelemente restauriert und wieder sichtbar gemacht. Das heisst unter anderem, dass der klare Tür- und Fensterraster wieder bis zum Erdgeschoss sichtbar sein wird.

Lichthof als Herzstück

«Die Abklärungen, was machbar und erlaubt ist, haben länger gedauert als angenommen», sagt Markus Gosteli. Die Denkmalpflege habe unter anderem verlangt, dass die innere Raumstruktur, das Treppenhaus und die Flügeltüren weitgehend erhalten bleiben.

Doch die Suche nach Lösungen habe sich gelohnt, sagt Gosteli. Der Haupteingang führt in einen imposanten, grosszügigen Lichthof mit Sicht bis unter die Decke. «Er wird das attraktive Herzstück des Falken sein», versprach Alex Marjanovic, Mitglied der AEK-Geschäftsleitung.

So geht es weiter

Das Baugesuch wird im März eingereicht, Ende Mai werden der Falken und die AEK-Niederlassung geschlossen. Letztere zieht in ein Provisorium ins Bälliz Nummer 16, wo früher Bücher Lüthi heimisch war. Um die 50 Bankleute wurden bereits in die Rosenau umplatziert. Im Provisorium werden zwei Schalter, Kundenbesprechungszimmer und eine 24-Stunden-Zone mit Bancomaten eingerichtet.

Ab Juli können Archäologie und Denkmalpflege des Kantons noch die restlichen Falken-Bereiche untersuchen. Der effektive Baustart in der Niederlassung ist für Mai 2018 und im Falken ab Februar 2019 vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen Anfang Sommer 2020 fertig sein. Die AEK investiert in das anspruchsvolle Projekt über zehn Millionen Franken. Die Liegenschaft behält auch künftig den Namen ­Falken.

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