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«Es ist haarsträubend, zu sehen, wie wenig sich die Leute überlegen»

Das Gewitter von Freitag brachte vereinzelt den ersten Regen seit fast vier Wochen. Die Wald- und Flurbrandgefahr bleibt trotzdem gross. Die Berner Behörden verhängen frühestens nächste Woche ein generelles Feuerverbot.

Fahrlässig gehandelt: Unbekannte haben an der Birenfluh oberhalb von Beatenberg diesen Brand verursacht.
Fahrlässig gehandelt: Unbekannte haben an der Birenfluh oberhalb von Beatenberg diesen Brand verursacht.
zvg

Die Lage ist ernst, die Waldbrandgefahr steht im ganzen Kanton auf Stufe vier bis fünf (gross bis sehr gross). «Trotzdem stellen wir fast täglich fest, dass die Leute gedankenlos mit dem Feuer spielen», sagt Thomas Dummermuth.

Der Kreisfeuerwehrinspektor und Vizekommandant der 150 Mann umfassenden Feuerwehr Bödeli war vorgestern Abend am Löscheinsatz eines Brandes an der Birenfluh oberhalb von Beatenberg beteiligt – «an einer Stelle zuäusserst auf der Felsnase, wo kein normaler Mensch auf die Idee kommt, eine Feuerstelle einzurichten».

Entsprechend schwierig war es denn auch, mithilfe eines Helikopters das Feuer zu löschen und so einen grossflächigen Waldbrand zu verhindern. Die Bestrebungen der Kantonspolizei laufen, um dem unbekannten Verursacher auf die Spur zu kommen.

Am selben Abend rückte die Feuerwehr Bödeli abermals aus; und zwar zum Rugen, wo Unbekannte die Feuerstelle am Henkerplatz verlassen hatten, ohne die Glut vorher zu löschen. In der unweit davon liegenden Wagnerenschlucht lag auch noch offene Glut herum. «Und am Dienstagabend verbrannte ein Mann oberhalb des Giessbachs sogar Äste – es ist haarsträubend, zu sehen, wie wenig sich gewisse Zeitgenossen überlegen.»

Feuerverbot nächste Woche?

In sechzehn Kantonen herrschte bis zum gestrigen Redaktionsschluss bereits ein allgemeines Feuerverbot; dazu gehören sämtliche Nachbarkantone des Kantons Bern. Am Montag wollen die Berner Regierungsstatthalter gemeinsam mit dem Amt für Wald, der Kantonspolizei und der Gebäudeversicherung die Lage neu beurteilen, ein kantonsweites Feuerverbot im Verlaufe der nächsten Woche diskutieren und auch Massnahmen in Bezug auf den Nationalfeiertag vom 1. August überdenken.

Die Einwohnergemeinden werden angeschrieben, auf die erhöhte Feuergefahr sensibilisiert und aufgefordert, an neuralgischen Stellen entsprechende Warntafeln anzubringen.

Dass die Berner Behörden ein allfälliges Feuerverbot zunächst erst am 27.Juli aussprechen wollten, hat seinen Grund: «Ein solches Verbot muss in der Praxis dann auch durchsetzbar und kontrollierbar sein. Entsprechend sind wir verpflichtet, verhältnismässige Massnahmen anzuordnen», erklärt der für Bern-Mittelland zuständige Regierungsstatthalter Christoph Lerch, der in der Geschäftsleitung der zehn Berner Regierungsstatthalter Einsitz hat.

Auch sei es einfacher, bei einem kurzfristig auferlegten Feuerverbot allfällige Vergehen zu sanktionieren. Lerch sagt aber, dass man in der Terminierung flexibel sei: «Die Geschäftsleitung ist in der Lage, binnen Stunden ein solches Verbot zu verfügen. Falls sich die Lage also zuspitzt oder ein grösseres Brandereignis vorfällt, kann das Feuerverbot auch sofort wirksam werden, was in diesem Fall über die?Medien auch entsprechend publiziert wird.»

Eine solche Publikation veröffentlichte gestern Nachmittag Regierungsstatthalter Marc Fritschi: Unabhängig von den Absichten der Geschäftsleitung der Berner Regierungsstatthalter sprach er für den Verwaltungskreis Thun vorsorglich ein ab sofort gültiges Feuerverbot ausserhalb der Siedlungsgebiete aus: «Es ist bis auf Widerruf verboten, im Freien Feuer zu entfachen oder brennende Streichhölzer und Raucherwaren wegzuwerfen. Auch das Grillieren an Feuerstellen ausserhalb des Siedlungsgebiets sowie das Abbrennen von Feuerwerken ist untersagt.

Ausgenommen vom Verbot ist das Grillieren in Gärten oder auf Balkonen mit Gas- oder Holzkohlegrill sowie in festen Cheminées.» Ein Feuerverbot gilt auch im Verwaltungskreis Berner Jura und in diversen Gemeinden; unter diesen befinden sich auch Brienz, Brienzwiler, Hofstetten, Oberried und Schwanden.

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