Es bleiben 41'000 Franken übrig

Heimberg

Die Jahresrechnung 2018 der Gemeinde Heimberg schliesst mit einem Plus von 41'000 Franken ab. Dies bei einem Umsatz von über 27 Millionen Franken.

Die Gemeinde Heimberg will mitreden, was nach der Schliessung des Rigips-Standorts mit dem Areal passiert.

Die Gemeinde Heimberg will mitreden, was nach der Schliessung des Rigips-Standorts mit dem Areal passiert.

(Bild: Patric Spahni)

«Wenn wir jetzt etwas Grösseres angehen wollen, brauchen wir Kapital», sagte Heimbergs Finanzvorsteher Peter Flury (SVP), am Mittwoch vor den Medien, als er die Jahresrechnung 2018 präsentierte. Was er damit meinte, wurde bald klar: Die Gemeinde Heimberg hat in den vergangenen Jahren viel investiert.

Etwa in den Erweiterungsbau Ost der Schulanlage Untere Au, in die Neugestaltung eines Aussenbereichs bei der Schule sowie in den Umbau der Aula. Insgesamt sind so Investitionen von über 15 Millionen Franken zusammengekommen. Dabei haben sich eben auch die Schulden der Gemeinde bei 15 Millionen Franken eingependelt.

«Als Gegenwert haben wir nun eine schöne Aula und eine attraktive Schule», sagte der Finanzvorsteher weiter. Die Jahresrechnung 2018 schliesst im Gesamthaushalt mit einem Plus von 41'000 Franken ab. Dies ist deutlich besser als budgetiert. Der Voranschlag rechnete mit einem Fehlbetrag von 503'000 Franken. Der Ertrag im Gesamthaushalt 2018 beläuft sich auf 27 Millionen Franken.

Steuereinnahmen sanken

Die Gemeinde musste dabei einen Rückgang der Steuereinnahmen hinnehmen und im Steuerhaushalt ein Minus von 309'000 Franken verbuchen. Während der Steuerertrag bei den natürlichen Personen leicht auf 11,7 Millionen Franken angestiegen ist, hat er sich bei den juristischen Personen mit 774'000 Franken fast halbiert.

Das bedeute aber nicht, dass die Gemeinde nicht weiter investieren wolle. So stehe etwa die Sanierung überlasteter Kehrichtsammelplätze an. Peter Flury ging auch auf die Spezialfinanzierungen wie Wasserversorgung und Abwasser ein.

So schliesst zum Beispiel die Wasserversorgung dank tieferem Aufwand für den Wassereinkauf und höheren Gebühreneinnahmen mit einem Ertragsüberschuss von 85'000 Franken ab, während im Voranschlag noch mit einem Fehlbetrag von 27'000 Franken gerechnet wurde.

Am Steuerfuss von 1,5 Einheiten will der Gemeinderat derzeit nicht rütteln. «Wir sehen keinen Grund dazu. Wenn die Ausgaben weiter steigen, müssen wir aber darüber sprechen», sagte Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP).

Rigips-Areal überdenken

Der Gemeindepräsident informierte gestern ebenso über den Stand der gegenwärtig laufenden Ortsplanung. Nach der Mitwirkung werde eine moderate Ortsplanung ohne grosses Wachstum angestrebt. Zumal die Gemeinde noch über fünf Hektaren Baulandreserve verfüge.

Röthlisberger rechnet damit, die revidierte Ortsplanung im Sommer 2020 zur öffentlichen Auflage zu bringen. Neu überdacht wird indes die Zone für Planungspflicht «Bir Underfüerig». Dies, weil die Rigips AG im April bekannt gab, ihr Werk in Heimberg im Verlauf des Jahres 2020 stillzulegen. «Das ist eine grosse Chance, dieses Gebiet weiterzuentwickeln», betonte der Gemeindepräsident. Es gehe dabei um zusätzlich rund 3,3 Hektaren Industrieland.

«Wir führen derzeit intensive Gespräche mit der Rigips AG», sagte Röthlisberger. Er könne sich vorstellen, nicht zuletzt mit Blick auf die Entwicklung eines Dorfkerns, dort eine Zone für Gewerbe und Wohnen zu schaffen. «Beschlüsse sind indes noch keine gefallen», betonte er.

Bald Fahrt aufnehmen wird das neue Ärztezentrum im Alterszentrum. Es soll am 1. August in Betrieb gehen. Die Gemeinde hat das Zentrum mit einer Anschubfinanzierung von 45'000 Franken und einem Darlehen von 250'000 Franken unterstützt.

Zur selben Zeit wird dort auch eine Kindertagesstätte eröffnet, welche die Gemeinde mit einem Darlehen von 170'000 Franken unterstützt. «Dies sind wichtige Standortfaktoren für eine Gemeinde», sagte Röthlisberger.

Gemeindeversammlung: Montag, 24. Juni, 19.30 Uhr in der Aula der Oberstufenschule. www.heimberg.ch.

Thuner Tagblatt

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