Thun

Er prägte die Kultur- und Event-Stadt Thun

ThunMatthias Harte prägte das Event- und Kulturleben der Stadt. Am 17. Oktober schied er freiwillig aus dem Leben. Ein Nachruf.

Matthias Harte bei einer Ansage als OK-Chef des Thunfests.

Matthias Harte bei einer Ansage als OK-Chef des Thunfests. Bild: Patric Spahni

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Geboren wurde Matthias Harte am 19. Juli 1969 in Spiez, acht Jahre nach seinem Bruder Alexander. Er wuchs in glücklicher Kindheit auf, wie er selber oft be- und in seinen Musikstücken auch vertonte, und verbrachte die ganze Schulzeit in Spiez. Seine berufliche Laufbahn führte ihn nach der Ausbildung bei Fischer Druck in Münsingen via Radio International im Dienst der SRG und einen Abstecher zu Belcolor in St. Gallen zurück nach Thun, wo er als Marketing- und Kommunikationsverantwortlicher unter anderem den heutigen Auftritt der AEK Bank 1826 entscheidend mitprägte. 2012 wagte er mit seiner Werbeagentur Keymedias den Schritt in die Selbstständigkeit.

Bei der Musik konnte Matthias Harte seinen viel älteren Bruder früh in den Schatten stellen. Er durfte wunderbare Stunden mit Freunden erleben, die ein Leben lang treu blieben und ihn auch beim Abschied in der Kapelle beim Schorenfriedhof begleiteten. Mit der Band Schwaerpunkt produzierte er die CD «Liecht u Schatte», mit Bluestrap den «Blauen Zug». Letztere schaffte es 1990 gar ins Theater National in Bern, wo sie am Final des Volksbank-Rock-Grand-Prix 1990 den 2. Platz gewann.

Omnipräsent an Events

Dank den «Loveboat»-Events, die er mitorganisierte, wurden die Thunerseeschiffe als Partyboote bekannt. 2002 wurde Matthias Harte als PR-Verantwortlicher ins OK des Thunfests geholt, welches er nach und nach zu einem Stadtfestival umgestaltete. Harte prägte das Thunfest 13 Jahre, und es ist sein Verdienst, dass die Organisation in neue Hände übergeben werden konnte. Er selber zog sich Ende 2015 aus dem OK zurück, um mehr Zeit seiner Firma und vor allem seiner Familie zu widmen.

Im Verein Kulturnacht, der am Mittwoch mit dem Kulturstreuer der Stadt Thun ausgezeichnet wurde, hinterliess Harte Spuren in für ihn fast «klassischer» Laufbahn: An Bord geholt als Kommunikationsfachmann, legte er sich mit viel Engagement ins Zeug und führte zuletzt die Geschäftsstelle.

Mit Konzertanlässen im AEK-Caffè oder der Neuauflage des Schadau-Festivals 2007 frönte er seiner Leidenschaft für die Musik und gab immer wieder jungen Künstlern eine Plattform. Dass es Matthias Harte um mehr ging als Musik und Party, zeigen seine Engagements für den Verein Winterzauber oder als Stiftungsrat im Alterswohn- und Pflegeheim Magda in Hilterfingen.

Liebender Vater

Es war an einem Thunfest, als Matthias Harte Claudia Pfister kennen lernte, die er 2007 heiratete. Der Ehe entsprossen die Kinder Victoria Ciara und Nils Liam, die er über alles liebte. Er war beseelt davon, seiner Familie alles zu geben und es dem Vorbild seiner Eltern gleichzutun. Die Familie – auch Matthias Harte selber – wurde indes auf harte Proben gestellt, etwa in Form von Krankheit und Bangen um das eigene Leben und das der Kinder.

Obwohl gut überstanden, belasteten solche Krisen die Familie und führten zu einer fatalen Spirale von Stress und Verlustängsten, in welchen er bei Familie, Freunden und Fachleuten Hilfe fand. Für alle ist schwer verständlich, dass Matthias Harte trotz hoher Anerkennung im Raum Thun und trotz der so grossen Liebe für seine Kinder den Weg vom Schatten ins Licht nicht mehr sehen konnte. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 09.11.2018, 07:17 Uhr

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