Thun

Eisbahn Grabengut: Welche Variante will der Stadtrat?

ThunEin Projekt für Umbau und Sanierung der Eisbahn Grabengut besteht. Jetzt geht es darum, ob dieses weiterbearbeitet wird. Das Stadtparlament entscheidet am 20. September über den Projektierungskredit.

<b>Die Kunsteisbahn Grabengut heute.</b> Am 20. September entscheidet der Thuner Stadtrat über den Projektierungskredit für den Umbau und die Sanierung der Anlage.

Die Kunsteisbahn Grabengut heute. Am 20. September entscheidet der Thuner Stadtrat über den Projektierungskredit für den Umbau und die Sanierung der Anlage. Bild: Patric Spahni

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1,75 Millionen Franken: So viel kostet der nächste Schritt im Hinblick auf den Umbau und die Sanierung der Kunsteisbahn Grabengut. Es geht dabei um die weitere Planung und Projektierung, nachdem im Februar der Gewinner des Architekturwettbewerbs präsentiert worden war.

Der Stadtrat befindet am 20. September über einen Kredit von 374 000 Franken. Dabei handelt es sich um jenen Anteil an den Projektierungskosten, der die Neuinvestitionen betrifft. Das ­Sanierungsprojekt sieht einen modularen Aus- und Umbau des Eissportzentrums vor. Dies ermöglicht ein etappenweises Vorgehen. Es bestehen drei Varianten, wie der Gemeinderat in einer Medienmitteilung ausführt:

Variante 1: Das Hauptgebäude wird zu einer geschlossenen ­Halle – unter Einbezug des bestehenden Dachs. Es werden geschlechtergetrennte Garderoben eingebaut, Material- und Aufenthaltsräume geschaffen, die Haustechnik optimiert und der Vorplatz neu gestaltet. Kostenpunkt: 21 Millionen Franken.

Variante 2: Zusätzlich zur Variante 1 wird die Curlinghalle gesamtsaniert und das Haupteisfeld ersetzt. Dies bringt eine energetische Verbesserung – mit entsprechendem Sparpotenzial. Kostenpunkt: 25,6 Millionen.

Variante 3: Zusätzlich zu Variante 1 und 2 wird das Ausseneisfeld eingehaust, was dort eine wetterunabhängige Nutzung erlauben würde. Kostenpunkt: rund 30 Millionen.

Kosten/Nutzen «optimal»

Der Gemeinderat spricht sich gemäss Mitteilung klar für die Variante 1 aus. Sie entspreche den ­Bedürfnissen, der Standard sei nicht übertrieben – und ein späterer Ausbau bleibe möglich. «Variante 1 ist vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her optimal. Sie enthält alle Elemente, die unbestritten sind und umgesetzt werden müssen», ergänzt Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage.

Die Einhausung des Haupteisfelds ermögliche eine bedeutende Lärmentlastung für die Nachbarschaft, einen geringeren Energieverbrauch und eine bessere Ausnutzung des Eisfelds für den Betrieb. Laut Hädener ist der Finanzdruck ein weiterer Punkt, der für Variante 1 spreche.

Und: Bei den weiteren Varianten gebe es Elemente, die nicht von allen getragen würden. «Die Nutzerbefragung hat etwa ergeben, dass fast die Hälfte die Einhausung des zweiten Eisfelds gar nicht will.»

Gerade das Eislaufen unter freiem Himmel mache für viele den Reiz aus. Die Gesamtsanierung der Curlinghalle fehlt bei Variante 1 – Hädener betont aber, dass die Dringlichkeit nicht so hoch sei, dass diese zum jetzigen Zeitpunkt zwingend umgesetzt werden müsste.

Im Februar wurden die Kosten für Variante 1 mit 18,9 Millionen Franken angegeben – allerdings ohne Wettbewerbs-, Planungs- und Projektierungskosten. Die reinen Ausführungskosten betragen gemäss Stadtratsunterlagen nach aktuellem Planungsstand 18,6 Millionen Franken. Für die Realisierung des Projekts hat die Stadt im Aufgaben- und Finanzplan gut 25 Millionen eingestellt.

2022 in Betrieb?

Bewilligt der Stadtrat am 20. September den Kredit, soll bis 2020 die Überbauungsordnung ausgearbeitet und die Projektierung durchgeführt werden. Ein Jahr später könnte der Ausführungskredit beantragt werden – je nach Anteil der Investitionen beim Stadtrat oder beim Volk. In der Saison 2022/2023 soll schliesslich der Betrieb im sanierten Eissportzentrum aufgenommen werden können. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 29.08.2018, 06:09 Uhr

Postulate Minimalvariante und Sportcluster

In einem Postulat forderten die damaligen Fraktionen SVP/FDP und BDP, eine Minimalvariante für das Grabengut zu prüfen (wir berichteten). Diesem Auftrag ist der Gemeinderat nachgekommen: Bei der günstigsten Variante rechnet er mit Kosten von 3,6 Millionen Franken.

Dabei würde etwa das Dach statisch optimiert, der Wetterschutz beim Haupteingang ersetzt, Boden­beläge, Toiletten und die Tribüne saniert. Rund die Hälfte der Kosten würde zudem in den Ersatz von Provisorien und nicht bewilligten Bauten – etwa kleine Lagerbereiche – fliessen. «Bei der Nachgenehmigung nicht bewilligter Elemente gäbe es gewisse Unsicherheiten», sagt Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP).

Die Regierung kommt zum Schluss, dass diese Variante letztlich die teuerste wäre, weil sie lediglich eine Übergangslösung für 10 bis 15 Jahre sei. Die Kosten einer späteren Sanierung, eines Neubaus oder eines Totalabbruchs müssten mitberücksichtigt werden. Würden zur Minimalvariante gut 45 Millionen für einen Neubau an einem anderen Standort sowie Baurechtszinsen hinzugerechnet, ergäben sich über 50 Millionen.

Finanzpolitisch ist eine solche Lösung gemäss Medienmitteilung «nicht vertretbar». Hädener erklärt, dass an der Stadtratssitzung vom 20. September zuerst das Postulat zur Minimalvariante behandelt werde. Denn: «Will ­allenfalls eine Mehrheit diesen Weg gehen, könnte das ein Grund sein, dass der Projektierungskredit nicht mehrheitsfähig wäre.» Dann müsse man sich aber überlegen, wie es in 10 bis 15 Jahren weitergehen solle.

Hängig ist ein weiteres Postulat der damaligen SVP/FDP-Fraktion für eine umfassende Prüfung ei­nes Sportclusters in Thun-Süd – in dem auch ein Eisbahnneubau denkbar wäre. Laut Hädener wird das erst im Juli eingereichte Postulat aufgrund des «umfangreichen Fragenkatalogs» nicht bereits am 20. September behandelt.

Denkbar ist deshalb, dass für den Projektierungskredit ein Rückweisungsantrag gestellt wird, bis das Postulat zum Sportcluster beantwortet ist. «Das ist ein mögliches Szenario», sagt SVP-Fraktionspräsident Reto Schertenleib auf Anfrage. Dies müsse aber zuerst in der Fraktion diskutiert werden.

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