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Einbrecher zeigte sich reuig – und erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe

Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch: Ein Beschuldigter hatte sich wegen zahlreicher Delikte in Thun vor Gericht zu verantworten. Knapp die Hälfte davon gestand er ein.

In Thun stand am Freitag ein Serieneinbrecher vor Gericht.
In Thun stand am Freitag ein Serieneinbrecher vor Gericht.
Keystone

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, umfasst nicht weniger als 27 Seiten. Dem 49-jährigen Schweizer aus dem Kanton Bern werden 33 Diebstähle (teilweise Versuch) und damit einhergehend 26 Sachbeschädigungen und 31 Hausfriedensbrüche zur Last gelegt.

Er ging praktisch immer nach dem gleichen Muster vor, indem er sich – teilweise gewaltsam – Zugang zu den Gebäuden verschaffte. Das Diebesgut bestand oft aus Alkoholika, aber auch Bargeld und Gegenstände gehörten dazu. Die Deliktssumme aller zur Last gelegten Taten beläuft sich auf rund 17 000 Franken, der Sachschaden wird auf fast 12 000 Franken geschätzt.

Zu den erwähnten Delikten kommen Tierquälerei, Übertretungen des Tierseuchengesetzes, des kantonalen Hundegesetzes und des Betäubungsmittelgesetzes hinzu. Die Straftaten beging der Mann von Ende 2016 bis Mitte 2017 im Berner Oberland.

«Es tut mir leid, es war nicht richtig, was ich getan habe», sagte der Beschuldigte gleich am Anfang der Befragung durch Gerichtspräsidentin Natalie Fritz. Er führte sein Handeln auf damalige Alkohol- und Drogenprobleme sowie die prekäre familiäre ­Situation zurück. In zahlreichen Fällen konnte oder wollte er sich nicht mehr an den Hergang der Einbrüche erinnern.

Tierquälerei bestritten

Ein schwerwiegender Vorwurf war jener der Tierquälerei. Der Mann soll drei Hunde vernachlässigt haben, indem er sie nicht ausreichend fütterte oder einem kranken Tier nicht die erforder­lichen Pflegehandlungen zukommen liess. Einen Hund soll er mit einem Kantholz geschlagen haben, um ihn zu töten. Als dies nicht gelungen sei, habe er das Tier unter Beizug einer Drittperson mit einem gezielten Schuss getötet. Die Anschuldigungen der Tierquälerei bestritt der Mann vehement.

«Es tut mir leid, es war nicht richtig, was ich getan habe.»

Der Beschuldigte

Ferner hat der Beschuldigte Hunde übernommen, ohne diese mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen oder der Hundedatenbank zu melden, was eine Übertretung des Tierseuchengesetzes bedeutet. Eingestanden hat er auch den Konsum von Heroin und Marihuana. Schliesslich wurde ihm Übertretung gegen das kantonale Hundegesetz vorgeworfen, weil er Hunde in der Öffentlichkeit unangeleint ausführte oder frei laufen liess.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren und eine Busse von 750 Franken. Ferner sei eine Bewährungshilfe anzuordnen, und dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen.

Freisprüche beantragt

«Einige der meinem Klienten zur Last gelegten Diebstähle sind wahrscheinlich nicht von ihm ­begangen worden», führte der amtliche Verteidiger in seinem Plädoyer aus. Die festgestellten Schuhabdrücke könnten nicht ihm zugewiesen werden, argumentierte der Anwalt. Deshalb forderte er, wie auch im Fall der Tierquälerei und des Hundegesetzes, einige Freisprüche. Er beantragte eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie eine Busse von 400 Franken und die Anordnung einer Bewährungshilfe.

20 Privatkläger

«Die Aussagen des Beschuldigten lauteten mal so und mal anders», sagte Einzelrichterin Fritz unter anderem in der Urteilsbegründung. Sie erklärte ihn in den meisten Anklagepunkten für schuldig und verurteilte ihn zu ei­ner bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren (unter Anrechnung der Polizei- beziehungsweise der Untersuchungshaft von 58 Tagen) und einer Übertretungsbusse von 500 Franken. Ausserdem hat er Verfahrenskosten von über 6000 Franken zu übernehmen und eine Suchttherapie zu absolvieren. Die Forderungen der 20 Privatkläger wurden in einem Fall anerkannt, in weiteren Fällen auf den Zivilweg verwiesen oder bei Freisprüchen abgewiesen.

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