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Ein würdiges Projekt

Redaktor Michael Gurtner zur Abstimmung über einen Krematorium-Neubau auf dem Thuner Schorenfriedhof.

So wie auf dieser Visualisierung soll der Eingangsbereich des neuen Thuner Krematoriums dereinst aussehen.
So wie auf dieser Visualisierung soll der Eingangsbereich des neuen Thuner Krematoriums dereinst aussehen.
zvg

Es ist ein Ort, den niemand gern aufsucht: Krematorien verbinden wir mit Abschied und Trauer. Gerade deshalb ist es wichtig, dass ein solches Gebäude nicht düster und erdrückend wirkt. Dass es Ruhe und Würde ausstrahlt. Das im Schoren geplante neue Krematorium der Stadt Thun erfüllt diese Kriterien und überzeugt mit einer schlichten Architektur.

Dass Thun ein neues Krematorium braucht, ist seit vielen Jahren klar. Die bestehende Anlage stösst an Kapazitätsgrenzen und erfüllt die Luftreinhalteverordnung nicht mehr. Eine Sanierung hätte keinen Sinn gemacht: Sie hätte ebenfalls zig Millionen gekostet – eine befriedigende Umsetzung wäre trotzdem unmöglich gewesen. Diese Fakten waren etwa auch in der Diskussion im Stadtrat unbestritten.

Zu reden gaben hingegen die Kosten für das Projekt, das nun am 26. November den Stimmberechtigten vorgelegt wird. Klar: 15,66 Millionen Franken sind viel Geld. Zu viel, fanden die Grünen. Sie lehnten das Projekt ab. Die architektonische Qualität sei hoch – aber am falschen Ort. Doch gerade weil es sich um einen sensitiven Bereich handelt, den Menschen in persönlichen Grenzsituationen aufsuchen, darf und muss die Stadt der Architektur einen grossen Stellenwert einräumen. Hier zu knausern, wäre am falschen Ort gespart.

Deshalb können die Thunerinnen und Thuner am 26. November mit gutem Gewissen Ja stimmen. Die Ausgaben für das neue Krematorium sind im Finanzplan enthalten und für die Stadt finanziell tragbar. Das Krema­torium ist auch künftig ein Ort, den niemand gern aufsucht. Aber mit dem vorliegenden Projekt auch einer, der einen wür­devollen Abschied von geliebten Personen ermöglicht.

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