Ein vereinstreuer Verteidiger

Grindelwald

Am Swiss Ice Hockey Day kehrte Marc Abplanalp auf das Eisfeld zurück, wo er das Schlittschuhlaufen erlernt hatte. Der 35-Jährige spielt seit 13 Jahren ununterbrochen beim HC Fribourg-Gottéron. Sein Leben nach dem Profisport hat er aufgegleist.

Marc Abplanalp am Swiss Ice Hockey Day im Sportzentrum Grindelwald.

Marc Abplanalp am Swiss Ice Hockey Day im Sportzentrum Grindelwald.

(Bild: Christoph Buchs)

Viele der kleinen Hockeyaner, die auf dem Eis ihre Runden drehen, sind für diesen Tag in die Dresse ihrer Lieblingsmannschaften gekleidet. Jener des SC Bern ist mehrfach vertreten. Den Dress des HC Fribourg-Gottéron sieht man nur einmal. Kein Nachwuchsspieler, sondern ein erwachsener Mann trägt ihn. Er heisst Marc Abplanalp und ist einer der Stargäste im Sportzentrum Grindelwald anlässlich des Swiss Ice Hockey Day. Der Besuch im Gletscherdorf bedeutet für ihn eine Rückkehr ins Dorf, in dem er aufgewachsen ist.

Marc Abplanalp hat in Grindelwald das Hockeyspielen erlernt und als 16-Jähriger seine ersten Erfahrungen bei den Aktiven gemacht. Damals spielte der EHC Grindelwald in der 2. Liga. Marc und sein älterer Bruder Sandro Abplanalp waren beide noch Teenager, als sie beschlossen, voll auf die Karte ­Hockey zu setzen: In Freiburg absolvierten sie eine Spitzensportlerlehre und kamen bald zu ersten Einsätzen für Gottéron in der NLA.

Hockeyprofi und Lehrer

Die Karrieren der Brüder entwickelten sich unterschiedlich. Stürmer Sandro Abplanalp stand im Profieishockey vermehrt bei Clubs in der Nationalliga B im Einsatz; zuletzt spielte er in der höchsten Amateurliga bei Düdingen. Marc Abplanalp biss sich bei Fribourg-Gottéron fest. Seit 13 Jahren verteidigt er ununterbrochen für die Sensestädter in der höchsten Spielklasse. In Freiburg ist der Grindelwalder inzwischen eine Identifikationsfigur. Nur Captain und Clubikone Julien Sprunger spielt länger dort.

In der NLA hat Marc Abplan­alp ausschliesslich die Farben des HC Fribourg-Gottéron getragen. Dies ist aussergewöhnlich. «Es gab Angebote anderer Clubs, aber ein Wechsel hat mich nie gereizt», sagt er. Freiburg sei ein schönes, kleines Städtchen, was ihm als Oberländer «Bergler» eher zusage. Und den Traum vom Meistertitel – es wäre der erste in der Clubgeschichte Gottérons – hat Abplanalp noch nicht ganz ausgeträumt.

In Freiburg wurde der Hockeyprofi auch immer gut bei seinen weiteren Ausbildungen unterstützt. Nach dem Sport- und dem Biologiestudium absolviert er derzeit parallel zum Spitzensport eine Lehrerausbildung und arbeitet rund 25 Prozent als Berufsschullehrer. «Ja, die Belastung ist hoch», sagt er. «Aber weil ich es gerne tue, betrachte ich es nicht als Belastung, sondern als guten Ausgleich.»

Vertrag bis Ende Saison

Seine Zukunft sieht Marc Abplan­alp denn auch als Berufsschullehrer in Freiburg. Und sportlich? «Ich sagte immer, dass ich sicher spielen will, bis ich 35 Jahre alt bin.» Diesen Donnerstag ist es so weit: Abplanalp feiert seinen 35. Geburtstag. Sein Vertrag läuft bis Ende Saison. Er fühlt sich fit und würde gerne weitermachen. «Aber das hängt davon ab, was der Club will und ob ich gebraucht werde.»

Zu Grindelwald hat er inzwischen keinen familiären Bezug mehr; sein Freundes- und Bekanntenkreis befindet sich in Freiburg. Dennoch kommt er anlässlich des Swiss Ice Hockey Day gerne jedes Jahr zurück in die Eishalle und in die Garderobe, wo alles anfing. Es freut ihn, einen Nachmittag lang mit dem Grindelwalder Nachwuchs zu trainieren. «Für die Jungen ist das sicherlich ein Highlight.»

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