Ein Nachtmarkt soll die Innenstadt beleben

Es ist ein Novum für die Stadt: Im Herbst finden die ersten beiden Nachtmärkte statt. Das Angebot soll sich in den kommenden Jahren etablieren – und mithelfen, die Innenstadt zu beleben.

Marktpolizist Daniel Moser, hier auf dem «normalen» Thuner Markt. Im September kommt erstmals ein Nachtmarkt hinzu.

Marktpolizist Daniel Moser, hier auf dem «normalen» Thuner Markt. Im September kommt erstmals ein Nachtmarkt hinzu. Bild: Patric Spahni

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Am späten Abend über den Markt mitten in der Stadt flanieren: Dieses Angebot besteht bereits in einigen Schweizer Städten – etwa in Burgdorf oder Aarau. Im Herbst findet nun erstmals ein solcher Nachtmärit in Thun statt. «Einzelne Thuner Marktfahrer haben die Idee an mich herangetragen», sagt Daniel Moser, Sachbearbeiter bei der städtischen Gewerbe- und Marktpolizei.

Nach diversen Vorabklärungen habe die Stadt beschlossen, einen Versuch zu wagen – und zwar an zwei Donnerstagen im Herbst: Am 7. September und am 26. Oktober. Moser: «Wir halten uns an die Zeiten der Abendverkauf-Imbissstände. Das heisst: Ab 15 Uhr können die Stände aufgestellt werden, die Verkaufszeit dauert von 16 bis 21.30 Uhr.» Der Nachtmarkt gilt als Spezialmarkt – das Gebiet umfasst das Bälliz, die Obere Hauptgasse und den Rathausplatz.

100 bis 120 Stände

Daniel Moser geht davon aus, dass das Angebot «auch in Thun auf sehr grosses Interesse stösst, und wir zukünftig den Nachtmarkt etablieren können». Vorgesehen seien maximal drei Daten pro Jahr. Die Anmeldefrist für die erste Ausgabe läuft noch – Moser rechnet mit 100 bis 120 Ständen. Zum Vergleich: Bei einem überdurchschnittlichen Samstagsmarkt machen 60 bis 70 Marktfahrer mit, bei Spezialmärkten sind es bisweilen über 200.

«Einzelne Thuner Marktfahrer haben die Idee an mich herangetragen.»Daniel Moser

Für die Spezialmärkte können jeweils zahlreiche Interessenten nicht berücksichtigt werden, weil es so viele Anmeldungen hat. Dass es gegenüber den anderen Spezialmärkten am ersten Nachtmarkt etwas mehr Platz haben werde, sei aber für die Ambiance nicht unbedingt ein Nachteil, sagt Daniel Moser. Trotzdem geht er davon aus, dass bei einem erfolgreichen Debüt spätestens im Jahr 2019 auch bei den Nachtmärkten die maximale Anzahl Stände ausgeschöpft werden kann.

Livemusik ist «denkbar»

Für ein vielfältiges Angebot sollen Thuner und auswärtige Marktfahrer, Abendverkauf-Imbissstände, aber auch hiesige Gastronomiebetriebe und Innenstadtgeschäfte sorgen. «Denkbar» ist für Daniel Moser, dass Livemusik zusätzlich Leute anlockt. Er betont aber: «Märit und Musik vertragen sich nicht überall.» Stehe etwa eine Bühne zwischen zwei Verkaufsständen, seien an Letzteren Beratungsgespräche kaum noch möglich.

 «Wir finden die Nachtmärkte grundsätzlich eine sehr gute Sache – alles, was Frequenzen in die Innenstadt bringt, ist sehr erfreulich und wird von uns unterstützt.» Alain Marti

Auf dem Rathausplatz wäre allenfalls ein Livemusik-Angebot möglich – «aber gemütlich und begleitend, nicht als eigentliches Konzert und sicher nicht mit einer grossen Band», relativiert der Thuner Marktpolizist. Bewusst werde Schritt für Schritt vorgegangen – möglicherweise könnten bei künftigen Nachtmärkten an klar abgegrenzten Standorten durchaus Musikangebote oder etwa Gaukler und ein Rösslispiel integriert werden.

IGT spricht von «guter Sache»

Für Daniel Moser ist klar: Vom Angebot sollen nicht nur die Marktfahrer profitieren. «Mit dieser Aktion möchten wir auch den Abendverkauf unterstützen und mithelfen, die Innenstadt zu beleben», betont er. Ein Ziel, das auch die Innenstadtgenossenschaft IGT verfolgt. Deren Präsident Alain Marti sagt denn auch: «Wir finden die Nachtmärkte grundsätzlich eine sehr gute Sache – alles, was Frequenzen in die Innenstadt bringt, ist sehr erfreulich und wird von uns unterstützt.»

Daniel Moser äussert die Hoffnung, dass möglichst viele Geschäftsbesitzer in der Innenstadt mitmachen und ihre Läden an den beiden Nachtmarkt-Abenden nicht schon um 20 Uhr schliessen. Wird die IGT ihre Mitglieder entsprechend darauf sensibilisieren? «Wir werden sicher versuchen, unsere Geschäfte zum Mitziehen zu bewegen – aber wir besprechen das erst nach den Sommerferien», antwortet IGT-Präsident Marti. Und er fügt an: «Ich bin gespannt auf die Nachtmärkte. In anderen Städten läuft das Angebot ja recht erfolgreich.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.07.2017, 16:26 Uhr

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