Ein Abend voller Dada

Thun

Mit einem aussergewöhnlichen Rahmenprogramm wurde in der Konzepthalle 6 die Ausstellung mit Werken von Therese Pfeifer eröffnet.

Dadaistische Kunst präsentiert Therese Pfeifer unter anderem mit diesen Puppen aus Japanpapier in der Konzepthalle 6.<p class='credit'>(Bild: Verena Holzer)</p>

Dadaistische Kunst präsentiert Therese Pfeifer unter anderem mit diesen Puppen aus Japanpapier in der Konzepthalle 6.

(Bild: Verena Holzer)

Vor 100 Jahren gründeten einige junge Künstler in Zürich die künstlerische und literarische Bewegung Dada. Es war eine Ablehnung der konventionellen Kunst und hintergründig eine Kritik am Zeitgeschehen zu Beginn des Ersten Weltkrieges. Die Kunstagentur Sandra Marti hat das Jubiläum zum Anlass genommen, Ausstellungen mit Werken Dada zugeneigter Kunstschaffender zu organisieren.

So sind momentan im Wintergarten der Konzepthalle 6 und in «Das Konzept» an der Berntorgasse Arbeiten von Therese Pfeifer zu sehen. Die Bilder der in Zürich und New York Wohnhaften sind grossflächig in bunten Farben gehalten und wirken auf den ersten Blick naiv.

Bei näherem Betrachten erscheinen jedoch kritische Aspekte, die Fragen aufwerfen. Seien das nun zeitkritische Fragen oder auch Fragen über die Daseinsberechtigung der Frau, welche Pfeifer oft mit Büsten ohne Kopf darstellt. Expressiv bringt sie in ihren Bildern die seelischen Wunden zum Ausdruck.

Daneben hat sie überlebensgrosse Puppen aus Japanpapier geschaffen – vollkommen nackt und hohl. In ihren Werken wird das perfekte Menschenbild kritisch beleuchtet und von einer zum Teil monströsen Realität überdeckt

Bereits 1916 vereinten sich im neu gegründeten Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse in Zürich verschiedenartige Kunstrichtungen. So auch in der Konzepthalle 6. Nach der gemütlichen Vernissage im Wintergarten erlebten die rund 50 Gäste die verschiedenartigen dadaistischen Präsentationen in der Halle.

Mit einer Zusammenfassung in melodiösem Französisch über die Entstehung des Dadaismus eröffnete Kunsthistorikerin Viana Conti die Darbietungen. Massimo Pastorelli präsentierte eine avantgardistische Musikperformance mit 37 kurzen Versen, basierend auf Gedichten von Samuel Beckett.

Unterstützt wurde er dabei von Fabio de Rosa mit aufreizenden Tönen auf der Flöte. Auf selbst gebastelten Instrumenten erzeugte das Duo Dadaclaus Melodien, und Jutta Trautmann interpretierte eine dreisprachige «Polyphonie» von Ermanno Cristini.

Die Ausstellungen von Pfeifer in der Konzepthalle 6 und in «Das Konzept» dauern bis zum 20. Dezember.

Thuner Tagblatt

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