Zum Hauptinhalt springen

«Ds Eufonium ga i d Aare schiesse»

Derzeit spielen acht Mitglieder der Familie Durtschi im Musikverein Uetendorf; fünf engagieren sich im Vorstand und in der Musikkommission.

Zwei Generationen Durtschi auf der Treppe zum Probelokal in der Mehrzweckhalle Bach: Nadine und Martina (vorne v.l.), Sabine, Jan und Barbara Klossner-Durtschi (Mitte v.l.), Adrian, Willi und Toni (dritte Reihe v.l.).
Zwei Generationen Durtschi auf der Treppe zum Probelokal in der Mehrzweckhalle Bach: Nadine und Martina (vorne v.l.), Sabine, Jan und Barbara Klossner-Durtschi (Mitte v.l.), Adrian, Willi und Toni (dritte Reihe v.l.).
Debora Stulz
Robert Durtschi: Langjähriges Mitglied.
Robert Durtschi: Langjähriges Mitglied.
PD
1 / 2

Der Tag für das Vorspiel für die Rekrutierung ins Militärspiel war gekommen. Während Wochen hatte sich der Uetendorfer Willi Durtschi darauf vorbereitet. Doch «nüt isch gsi», das Vorspielen fiel aus, das Pfeiffer’sche Drüsenfieber war stärker. Geschüttelt von 40 Grad Fieber wollte er damals – vor 33 Jahren – nur noch eines, nämlich «ds Eufonium ga i d Aare schiesse».

Dazu kam es aber nicht. Willi Durtschi spielt seit vielen Jahren im Musikverein Uetendorf (MVU) mit. Heute bläst er Tuba, seit 1995 ist er Präsident der Musikkommission. Er ist jedoch nicht der einzige Durtschi, der seit vielen Jahren im Musikverein mitwirkt.

Freude und Verantwortung

Mit ihm spielen noch weitere sieben Familienmitglieder im selben Verein. Es ist übrigens kein Fehler: In Uetendorf heisst die Musikgesellschaft seit jeher Musikverein. Dafür heisst der Schützenverein Schützengesellschaft.

Zurück zu Durtschis Beweggründen, sich für die Musik und den Verein so stark zu engagieren: «Wir haben alle Freude am Spielen und Musizieren und wir wollen auch Verantwortung übernehmen», so Willis Bruder Toni Durtschi. Er präsidiert die im Volksmund soge­nannte Dorfmusig seit nunmehr 25 Jahren und will es auch weiter tun, denn: «Es ist auch bei uns schwierig, Leute zu finden, die im Vorstand mitmachen wollen», so der Präsident weiter. Dass dies stimmt, zeigt die Tatsache, dass auch Vizepräsident René Wolf seit 28 Jahren aus denselben Gründen in seinem Amt geblieben ist.

Sekundarschule oder Musik

Während einiger Jahre spielten gar elf Mitglieder der Durtschis im Musikverein mit. Bis 2015 war auch Vater und «Ätti» Robert Durtschi mit dabei. Heute, am 7. März, kann er seinen 87. Geburtstag feiern. Während 63 Jahren war Robert beim MVU dabei. Dazu ermuntert wurde er von seinem Grossvater Fritz Durtschi, der auch ein begeisterter Musikant war.

Als Jungbläser ging Robert schon während der Schule mit seinem Grossvater mit zu den Übungen. Gegenüber dieser Zeitung berichtete er, dass ihm die Lehrer damals ein Ultimatum gestellt hätten: «Entwäder du hörsch uf mit der Musig, oder du flügsch us der Sekundarschueu.» «Nüt isch gsi», Robert hat seine Freude am Eufoniumspielen bis zu seinem Rücktritt vor 3 Jahren und die Freude an der Blasmusik bis heute nicht verloren.

Spiel und Vorstand

Seit vielen Jahren dabei ist mit seinen Söhnen Toni und Willi auch Tochter Barbara Klossner-Durtschi. Sie spielt Flügelhorn und ist Vizekassierin des Vereins. Viel Freude bereiten Grossvater Durtschi auch seine Enkelkinder. Martina spielt Flügelhorn und ist Sekretärin des MVU. Sabine spielt Es-Horn und ist Kassierin. Nadine spielt Cornet, Adrian Eufonium und Jan Trompete. Die unübliche Konstellation im Vorstand sei juristisch abgeklärt, betont der Präsident.

Jede Woche treffen sich die Familienmitglieder zur Probe mit ihren Mitspielern und dem Dirigenten Rolf Minder. Sie alle wissen, dass es heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, dass sich junge Frauen und Männer für eine Blasmusikformation engagieren. Sie alle spielen mit Freude und für den Verein: «dass dr Musigverein no wyter cha besta», so die vierte Generation Durtschi einhellig.

Nachwuchs ist rar

Obwohl der Verein einen wesentlichen Beitrag an die Ausbildung der Jungbläser in der Musikschule Gürbetal bezahlt, «können die Jungen, die eine instrumentale Erstausbildung machen, kaum im Verein gehalten werden», so Toni Durtschi. Als Präsident des Musikvereins ist er zufrieden, wenn die 20 Frauen und Männer, die heute im Verein sind, noch eine Weile zusammenbleiben. Am Frühlingskonzert vom Wochenende können sie dem Publikum gemeinsam zeigen, was sie alle musikalisch noch draufhaben.

Das Frühlingskonzert findet am 10. März um 20 Uhr und am 11. März um 10 Uhr in der Mehrzweckhalle Bach statt. Unter der Leitung von Rolf Minder kommen unter anderem «La Stroia» von Jacob de Haan, «Johnny’s Swiss Rag» von René Sollberger und zum Gedenken an dessen Komponisten Jakob Bieri der «San Francisco Boogie-Woogie» zur Aufführung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch