Drachenzähmen leicht gemacht

Thun

Schon seit dem sechsten Jahrhundert vor Christus fliegen sie durch die Luft wie mystische Wesen: Drachen. 50 Kinder lernten in einem Ferienpass-Kurs, wie einfache Drachen zu fliegenden Geschöpfen werden.

Im Ferienpass-Kurs werden den Kindern alle Materialien zur Verfügung gestellt, die zum Drachen basteln benötigt werden.<p class='credit'>(Bild: Michael Gurtner)</p>

Im Ferienpass-Kurs werden den Kindern alle Materialien zur Verfügung gestellt, die zum Drachen basteln benötigt werden.

(Bild: Michael Gurtner)

«Ich wollte einfach einmal einen Drachen bauen», sagt die neunjährige Ilina Olivera. Sie setzte ihr Vorhaben in einem Kurs des Ferienpasses in die Tat um. «Ich habe ein Gesicht daraufgemalt, und vielleicht werden wir ihn am Nachmittag ausprobieren gehen», erklärt sie weiter.

Zu Hause bastle sie jedoch nicht so oft. «In der Schule habe ich am liebsten Sport und bildnerisches Gestalten. Hier beim Drachenbauen kann ich das verbinden», sagt Ilina. Auch ihr Bruder Tim und ihre Mutter Nadja Olivera, welche den Kursleiter Daniel Wieland unterstützte, waren dabei.

«Ich mag es, mit den Kindern zu arbeiten. Das ist für mich absolut kein Stress», sagt Nadja Olivera. Ausserdem seien die abwechslungsreichen Kurse sehr praktisch dafür, Neues zu entdecken. «Zu Hause werden wir selber wahrscheinlich keine Drachen bauen, weil uns die Materialien fehlen, aber das ist ja das Schöne am Ferienpass: Den Kindern wird die Möglichkeit geboten, mit der Hilfe von Profis etwas Neues zu lernen!»

So entsteht ein Drachen

In zwei aufeinanderfolgenden Kursen zeigte Daniel Wieland, Geschäftsführer der Firma Play4you, je 25 Kindern, wie ein Drachen genau gemacht wird.

«Für die Drachen verwenden wir ein reissfestes Material namens Tyvek. Es sieht aus wie Papier und ist echt praktisch, denn man kann es nähen, kleben und bemalen», sagt Wieland.

Nachdem jedes Kind seinen Drachen mit fantasievollen Motiven geschmückt hatte, konnte der Drachen weiterverarbeitet werden. Das Kreuz des Drachens wird dazu aus zwei Stäben hergestellt, wobei der vertikale Stab aus Holz und der horizontale, biegsame Stab aus Fiberglas besteht.

Durch zwei Löcher im Drachen wird ein Faden an den Stäben befestigt. An diesem Faden wird dann ein weiterer Faden befestigt, an dem der Drachen in die Luft gelassen wird.

«Der erste Faden muss einen gewissen Winkel aufweisen, damit der Drachen richtig steigen kann», führt Wieland aus. «Dazu hält man den Faden in verschiedenen Winkeln und testet die Flugfähigkeit des Drachens. Damit der Drachen optimal fliegt, sollte der vordere Teil des Fadens etwas kürzer sein als der hintere, denn er muss in einer schönen Aufwärtsbewegung fliegen.»

Zum Schluss wird noch der Drachenschwanz befestigt, damit der Drachen in der Luft auch fliegen kann und nicht wild herumwirbelt. Leider reichte es zeitlich nicht mehr, dass alle Kinder ihre Drachen steigen lassen konnten.

300 Drachen an einem Tag

Daniel Wieland setzt sich immer wieder leidenschaftlich für alte Traditionen wie das Drachenbauen ein. «Wir werden am 25. September am Basler Drachen- und Spielfest dreihundert Drachen in einem Tag basteln und diese dann alle gleichzeitig steigen lassen», sagt er.

Wieland ist aber nicht nur am Drachenbauen interessiert, sondern auch an anderen, etwas spezielleren Sportarten. Sie seien Europameister im Becherstapeln, auch bekannt als Sport Stacking, und hätten an den Jo-Jo-Meisterschaften teilgenommen.

Doch nicht nur Kindern möchte Daniel Wieland diese Spiele näherbringen, sondern auch Erwachsenen. «Mit Erwachsenen machen wir oft auf Spielen basierende Teambildungsübungen.»

Berner Zeitung

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