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Die Palette der Anliegen ist breit

Anlässlich der Mit­wirkung zum Bauprojekt Hoffmatte sind bei der Stadt Thun achtzehn Eingaben eingegangen. Vor allem der zu erwartende Mehrverkehr wirft im Quartier Fragen auf.

Auf der Hoffmatte soll eine grössere Überbauung realisiert werden. Hinten ist das Gebäude von Hoffmann Neopac zu erkennen.
Auf der Hoffmatte soll eine grössere Überbauung realisiert werden. Hinten ist das Gebäude von Hoffmann Neopac zu erkennen.
Patric Spahni

Die Stiftung Wohnen im Alter (WIA) und die Stadt Thun haben auf der Hoffmatte Grosses vor. Bis in rund drei Jahren sollen auf der noch unbebauten Wiese ein Pflegeheim und eine neue Wohnüberbauung entstehen (vgl. Kasten). Unlängst führte die Stadt die öffentliche Mitwirkung durch, bei der sich Direktbetroffene und weitere Interessengruppen zum Projekt äussern durften.

Laut Christoph Kupper, Projektleiter Stadtplanung beim städtischen Planungsamt, sind «total achtzehn Eingaben eingegangen, primär aus der Nachbarschaft und dem angrenzenden Quartier». Nebst den Anwohnern hätten sich einige Firmen, die Grünen der Stadt Thun sowie die Regionalgruppe Thun-Oberland des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) an der Mitwirkung beteiligt.

Tempo 30 auf Hofackerstrasse?

Wie die Eingaben gezeigt haben, geben vor allem zwei Punkte zu reden: der zu erwartende Mehrverkehr inklusive Erschliessung und das geplante Nutzungsmass. «Beim Verkehr wird eine quartierverträgliche Abwicklung erwartet», hält Kupper fest. Einen Hinweis darauf, was dies konkret bedeuten könnte, liefert Stefan Wiedmer, Präsident des Gwatt-Schoren-Buchholz-Leistes: «Auf der Hofackerstrasse würde eine Tempo-30-Zone Sinn machen. Zudem muss gewährleistet sein, dass auf dem neuen Areal genügend eigene Parkplätze realisiert werden.» Wiedmer betont, dass der Leist selbst keine Eingabe gemacht habe. Er stehe aber mit diversen Anwohnern in Kontakt, die dies getan hätten.

«Gegen jegliche Verkehrsbe­ruhigungsmassnahmen zur Wehr setzen» will sich hingegen die an der Eisenbahnstrasse ansässige Gafner AG, deren Eingabe dieser Zeitung schriftlich vorliegt. Die vorgesehene Umzonung stellt die Gafner AG indes nicht infrage.

VCS will weniger Parkplätze

Die Stadt schätzt die Zahl der Fahrten, die die neue Überbauung generiert, auf 1260 pro Tag. Punkto Erschliessung für Autos sieht das Projekt je eine Zufahrt von der Hofacker- und der Eisenbahnstrasse in eine Einstellhalle vor. Der VCS fordert in Anbetracht der guten ÖV- und Langsamverkehrerschliessung eine «autoreduzierte Siedlung», wie auf seiner Website nachzulesen ist. Die maximale Zahl Parkplätze pro Wohnung solle auf einen statt zwei festgelegt werden. Um den öffentlichen Verkehr weiter aufzuwerten, regt der VCS zudem die Wiedereröffnung des nahe ­gelegenen Bahnhofs Gwatt als ­S-Bahn-Station an.

Die Grünen finden den Standort der Überbauung «grundsätzlich gut», wie Stadträtin Andrea de Meuron erklärt. Allerdings befänden sich die nächstgelegenen ÖV-Anschlüsse tendenziell zu weit weg, «insbesondere für Senioren». Abhilfe schaffen könnten laut de Meuron Dienstleistungsangebote wie ein Supermarkt oder ein Restaurant direkt im Quartier, die unnötige Fahrten reduzieren, und eine «altersmässig gute Durchmischung» auf der Hoffmatte. Überdies regen die Grünen an, die Fläche als 2000-Watt-Areal zu planen. «Das würde einer Energiestadt, wie Thun eine ist, gut anstehen», findet de Meuron.

Kritik am höchsten Gebäude

Hauptkritikpunkt in Sachen Nutzungsmass ist das höchste Gebäude der Überbauung, das nach heutigem Stand über dreizehn Geschosse in die Höhe ragen soll. «Einige Anwohner lobten die verdichtete Bauweise, einige wieder­um empfanden das höchste Gebäude als zu hoch», fasst Leistpräsident Wiedmer zusammen. In der Tat stelle sich die Frage, ob ein derartiges voraussichtlich rund 40 Meter hohes Haus ins Quartier passe. «Wenn alle gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten sind, werden wir uns aber nicht dagegen wehren», so Wiedmer weiter. Auch Andrea de Meuron erachtet das Hochhaus als überdimensioniert. «Ob ein so hohes Gebäude an diesem Ort Sinn macht, müsste man im Rahmen der Ortsplanungsrevision klären», sagt die Stadträtin der Grünen.

Ob und wie die verschiedenen Eingaben ins Projekt einfliessen, gibt die Stadt noch nicht bekannt. «Der Mitwirkungsbericht ist derzeit beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Vorprüfung. Erst danach werden wir wieder informieren», sagt Projektleiter Kupper. Die öffentliche Planauflage sei für Anfang 2018 vorgesehen. «Wir sind nach wie vor im Zeitplan drin.» Zur Erinnerung: Die WIA beabsichtigt, das neue Pflegeheim in den Jahren 2019 und 2020 zu realisieren – dies, um die Bewohner des Martinzentrums während des Ausbaus 2021 und 2022 auf der Hoffmatte einquartieren zu können.

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