«Die Exekutiv-Politik in Thun ist unverständlich»

Thun

Wir fühlen den Gemeinderatskandidierenden auf den Zahn. Heute Matthias Zellweger (parteilos).

Sie machen einen ungewöhnlichen Wahlkampf, verzichten etwa auf Plakate und Inserate, sammeln dafür Geld für Kinder. Warum?
Wer zur Wahl antritt, sollte seinen Bekanntheitsgrad durch erkennbare Leistung im Vorfeld der Wahl erreicht haben. Ich will meine Person der Thunerin und dem Thuner nicht penetrant aufs Auge drücken. Statt an der latent visuellen Umweltverschmutzung teilzunehmen, leiste ich einen persönlichen finanziellen Beitrag zugunsten der Thuner Jugend.

Was bedeutet Thun für Sie?
Ausgangspunkt und Zielort meiner Familienwelt, Arbeit und Freizeit.

Wo hapert es in Thun?
Die Exekutivpolitik in Thun ist unverständlich, wirkt teilweise arrogant und ähnelt bezüglich der Kommunikation der Bedienungsanleitung eines Schwarzweissdruckers. Die Politik und die Verwaltung müssen dynamischer, sportlicher und kundenorientierter werden.

Was lieben Sie an Thun?
Ich liebe das grosse Dorf Thun, das keine Stadt werden will.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Gemeinderat setzen?
Ich will ein unmissverständliches Zeichen setzen, dass die Thunerin und der Thuner als Kunden geachtet und als solche behandelt werden. Das Handeln des Gemeinderates soll klarer kommuniziert und seine Arbeit glaubwürdiger in der Gesellschaft verankert werden, auch wenn einem Prozess Fehler vorausgegangen sind. Auf Projektebene bildet für mich zum Beispiel die höchstwertige Thuner Innenstadt einen Schwerpunkt.

Wenn Sie die Stadt als Wohnort verlassen würden – wohin würden Sie am ehesten ziehen?
Die Augen werden öfters durch meine Gedanken in Kaikoura (Neuseeland) spazieren geführt. Ein kleines Dorf, welches Werte, Weite und Grösse lebt – durchaus ein alternativer Wohnort.

Mit welcher Person möchten Sie gerne einmal ein paar Runden auf dem Thuner Riesenrad drehen – und warum?
Mit Raphael Lanz. Die gemeinsamen Runden würden uns aufzeigen, wie nahe der Auf- und der Abstieg auf dem «politischen Karussell» beieinanderliegen. Ich bin überzeugt, dass wir ausreichend Stoff für konstruktive Gespräche hätten, um das Rad eine Nacht lang drehen zu lassen.

Was ist ausserhalb der Politik Ihre grösste Leidenschaft?
Kinder fördern.

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Thuner Vergangenheit reisen könnten – welche Epoche würden Sie wählen?
Im Namen der Stadt Thun würde ich diese Zeitmaschine patentieren lassen und via Thun-Thunersee Tourismus Zeitreisen anbieten. Politiker würden von Spezialangeboten profitieren, um unglückliche Entscheide in der Vergangenheit zu revidieren. Meine Reise würde in die Epoche der Perücken und Revolutionen (1700–1800) führen. In Thun hat sich in dieser Zeit sehr viel bewegt und verändert.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Thun?
Mein Lieblingsort ist dort, wo sich Menschen bewegen und treffen. Es sind die Menschen, welche die Orte ausmachen. Der Mühleplatz oder der Strämu stehen als Beispiel dafür. (mik/gbs)

Im Hinblick auf die Thuner Wahlen vom 25. November stellen wir allen Gemeinderatskandidierenden – ausser den Bisherigen – zehn Fragen. Die Publikationsreihenfolge wurde ausgelost.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt