Thun

Die Bauern mit den exotischen Tieren

Thun «Anders als die Väter» ist ein Film voller Ruhe, Idylle und der nötigen Dosis Realität. Der neue Dokfilm von Markus Baumann und Hugo Sigrist begleitet vier Pionierbetriebe im Kanton Bern, die sich auf die Haltung von exotischen Tieren spezialisiert haben. Am Sonntag ist in Thun Vorpremiere.

Bauer Hans Bieri mit einem seiner Wasserbüffel im Film «Anders als die Väter».

Bauer Hans Bieri mit einem seiner Wasserbüffel im Film «Anders als die Väter». Bild: zvg

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«Wir wollten einen Einblick in Leben gewähren, zu denen viele Leute keinen Zugang mehr haben», sagt Markus Baumann. Gemeinsam mit Hugo Sigrist, mit dem er schon Filme wie «Planet Mokka», «Vision of Colors» und «A passo di bove» produziert hat, begleitete er in den letzten fünf Jahren vier Bauernfamilien aus Les Prés d’Orvin im Berner Jura, Goldiwil und Uetendorf, Aeschi bei Spiez und Schangnau im Emmental, die in den 80er- und 90er-Jahren durch die Haltung von speziellen Tieren zu Schweizer Pionieren wurden und dadurch die Pfade ihrer Väter verliessen.

Zwei Wege mit gleichem Ziel

Daraus entstanden ist «Anders als die Väter», ein Dokumentarfilm, der die schönen, aber auch die schwierigen Seiten des Bauernlebens zeigt. Zum Thema des Films seien die beiden Filmemacher auf ganz verschiedenen Wegen gekommen. «Als ich mit Jakob Jenzer in Indien den Film ‹Vision of Colors› drehte, traf ich zum ersten Mal auf ganz viele Wasserbüffel», erklärt Hugo Sigrist. «Diese Tiere haben mich sogleich fasziniert, und ich suchte nach einer Möglichkeit, sie zu einem Filmthema zu machen.»

Markus Baumann hingegen war auf der Suche nach speziellen Fleischsorten aus nachhaltiger Haltung. «Ich setzte mich mit Familie Braun in Verbindung, die in Goldiwil und Uetendorf Schottische Hochlandrinder züchtet, und kaufte bei ­ihnen Fleisch ein», sagt Markus Baumann, der in Thun aufgewachsen ist. Im Gespräch mit Hugo Sigrist seien die beiden Filmschaffenden dann zu dem Schluss gekommen, dass sie einen Film über die landwirtschaftliche Haltung von exotischen Tieren machen wollten.

Spannende Leute, spannende Tiere

Sie entschieden sich für vier Höfe, die Bisons, Wasserbüffel, Lamas, Alpakas, Schottische Hochlandrinder und Rentiere halten, und konzentrierten sich dabei auf den Kanton Bern. «Wir wollten möglichst schnell reagieren können und jederzeit die Möglichkeit haben, zu den Bauernhöfen zu fahren und zu filmen», sagt Hugo Sigrist. «Es geht darum, Momentaufnahmen von spannenden Leuten und spannenden Tieren zu machen. Diese Tiere werden aber nicht unbedingt wegen ihrer Schönheit gehalten, sondern sie sind ein Teil des Betriebs.»

Das führte dazu, dass im Film auch das Schlachten eines Tieres gezeigt wird, was für die beiden Filmemacher ganz klar dazugehört. «Es ist die Realität. Damit können wir aber auch aufzeigen, dass es den Tieren bis zu ihrem Tod sehr gut geht.»

Da der Film nicht den Kriterien der Berner Filmförderung entsprach, wurde er durch lokale Sponsoren finanziert. «Dieser Film konnte nur mit der Hilfe von Thun und der Umgebung entstehen, da unsere Hauptsponsoren die AEK Bank und die Stadt Thun waren», sagt Hugo Sigrist. Obwohl das Budget stark reduziert werden musste, sei die Fertigstellung des Films immer an erster Stelle gestanden. Eine Fortsetzung, die die Pläne der nächsten Generation von Pionierbetrieben zeigt, sei nicht geplant.

Die Vorpremiere des Films wird in Anwesenheit von Markus Baumann, Hugo Sigrist und der Protagonisten am 22. Oktober im Kino Rex stattfinden. «Einige der Lamas, die schon während der Dreharbeiten immer extrem neugierig waren, werden auch an der Vorpremiere dabei sein», freut sich Markus Baumann.

Vorpremierevon «Anders als die Väter»: 22. Oktober, 10.30 Uhr, Kino Rex, Thun, mit Apéro, Filmemachern, Protagonisten und Lamas. Offizieller Filmstart am 26. Oktober. Zeiten und Vorführorte: www.moviebizfilms.com (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.10.2017, 10:14 Uhr

Die Filmemacher Hugo Sigrist (links) und Markus Baumann. (Bild: Irina Eftimie)

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