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Die Badi leckt, die Gemeinde zahlt

Immer wieder leckt es im Freibad. Bereits seit 13 Jahren werden deshalb jedes Mal wieder kleinere Sanierungsarbeiten durchgeführt. Nun hat der Gemeinderat von Steffisburg wieder einen Verpflichtungskredit für Reparaturen bewilligt.

Der defekte Rücklauf soll bald mit dem Inlinerverfahren repariert werden. Die Abtrennungspfosten werden durch ein Lochblech ersetzt.
Der defekte Rücklauf soll bald mit dem Inlinerverfahren repariert werden. Die Abtrennungspfosten werden durch ein Lochblech ersetzt.
Patric Spahni

Die Badi Steffisburg ist schon länger ein Sorgenkind der Gemeinde, denn seit 2004 sorgen immer wieder Lecks und andere Schäden ­dafür, dass das Freibad in der Diskussion steht. «Die Badi ist halt schon ein bisschen in die Jahre gekommen», sagt Christian Gerber (EDU), Departementsvorsteher Hochbau/Planung. «Man trifft immer wieder Massnahmen, damit das Nötigste gemacht werden kann, aber es kann halt jederzeit etwas passieren.» Um das neuste Leck reparieren und weitere Arbeiten durchführen zu können, wurde an einer Sitzung des Gemeinderates von Steffisburg am 16. Oktober ein Verpflichtungskredit von 400 000 Franken bewilligt, worin auch der im letzten Jahr bewilligte Projektierungskredit von 65 000 Franken enthalten ist (wir berichteten).

Eine günstige Alternative

Dies ist nicht der erste Kredit, der für die Sanierung des Freibades bewilligt wurde. Im Finanzplan 2016 wurde bereits ein Betrag von 1,15 Millionen Franken vom Grossen Gemeinderat (GGR) eingestellt. «Wir haben einen Weg ­gefunden, das Leck auf eine günstigere Art und Weise zu reparieren, deshalb konnten wir den Kredit auf 400 000 Franken reduzieren», sagt Christian Gerber. Mit dem sogenannten Inlinerverfahren könne der defekte Rücklauf auch repariert werden, ohne die Rohre auszugraben.

Dazu werden Schächte gegraben, durch die isolierende Schläuche in die Rohre eingeführt werden. «Dieses System ist sehr viel günstiger, und wir können die nötigsten Reparaturen erledigen», sagt Gerber. «Zusätzlich werden wir mit diesem Geld auch die Chromstahlabtrennungen ersetzen. Diese wurden zwar von der BFU als gut taxiert, einige Schwimmer blieben aber mit ihren Knien stecken. Deshalb möchten wir die Abtrennung durch ein Lochblech ersetzen, das trotzdem noch den Wasserausgleich gewährleistet.»

Gesamtsanierung zu teuer

Trotz der im Vergleich relativ günstigen Reparatur bleibt eine eventuelle Gesamtsanierung immer noch Thema. «Natürlich ­haben wir auch schon über eine Gesamtsanierung nachgedacht», sagt Christian Gerber. «Wir sehen es schon lange als wünschenswert, endlich richtig sanieren zu können. Wir müssen aber die Prioritäten anders setzen.» Die Dreifachturnhalle und das neue Sportplatzkonzept seien im Moment von der Priorität her weiter oben anzusiedeln.

Ein weiterer Faktor seien die Angebote an Badeanstalten in der Umgebung. «Wir haben uns die Lage in Uetendorf etwas genauer angesehen, und bei uns wird es wahrscheinlich ähnlich aussehen. Die Kosten für eine grosse Sanierung würden sich auf 6 Millionen Franken bis weit über 10 Millionen Franken belaufen», sagt Gerber. «Wir müssten den Leuten auch einen neuen Anreiz geben können und nicht das gleiche Angebot haben wie Thun und Uetendorf.»

Wie die Zukunft der Badi konkret aussehe, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Längerfristig müsse man sich jedoch Gedanken darüber machen, ob die Badi noch rentiert. «Es ist ein wunderschönes Bädli, das einfach zu Steffisburg gehört. Grundsätzlich möchten wir es deshalb erhalten», sagt Christian Gerber.

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