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«Die Ausserirdischen werden sich zeigen»

Vor fünfzig Jahren schrieb Erich von Däniken seinen Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft». Nun bringt er ein Vorwort für eine Neuauflage zu Papier. Und erklärt, warum sich die Ausser­irdischen noch nicht gezeigt haben.

Erich von Däniken mit seinem Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft».
Erich von Däniken mit seinem Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft».
Fritz Lehmann

«Die Menschheit würde durchdrehen», erwidert Erich von Däniken auf die Frage, warum es nur Spekulationen gibt, man bis heute aber noch keine handfesten ­Beweise gefunden geschweige denn einen Ausserirdischen zu Gesicht bekommen hat. «Absolutes Chaos würde ausbrechen, denn wir sind ja erzogen worden, vernünftig zu sein.» Und die Wissenschaft sage ja auch, es gäbe keine Ausserirdischen.

Statistisch gesehen sei es zwar möglich, dass im Universum noch andere Lebensformen existieren würden, aber die Distanzen von Stern zu Stern seien viel zu gross. «Und selbst wenn, die würden nie menschenähnlich aussehen, die hätten eine andere Entwicklungsgeschichte, erklärt er, «und wenn diese dann doch erscheinen würden und noch menschenähnlich aussähen, würde unsere ganzes Weltbild über den Haufen geworfen».

Der Bestsellerautor

Bei einer Gesamtauflage von 67 Millionen verkauften Büchern ist nun kürzlich sein 40. Buch erschienen (siehe Kontext). Wenn es um ausserirdische Lebensformen geht, ist der Mann im blauen Jackett ein begehrter Redner, der weltweit auftritt, trotz seiner mittlerweile 81 Jahre. «Mein Kopf funktioniert immer noch gut. Ich trat dieses Jahr in Mexiko, Brasilien und Peru auf, in den Vereinigten Staaten und jüngst in Deutschland.» Und so soll es im nächsten Jahr auch weitergehen, inklusive Schiffsreise mit Erich von Däniken.

Derzeit schreibt er an einem neuen Vorwort für seinen Bestseller «Erin­nerungen an die Zukunft», den er im Jahr 1966 niedergeschrieben hat.

Gerade erst wurde er in London für sein Lebenswerk geehrt, im Princess Anne Theatre. Dazu gab es einen Galaabend zu seinen Ehren. «Mir ist es dann immer peinlich, wenn man mich als ­lebende Legende bezeichnet.» Doch so abwegig sei dies ja nicht in seinem Alter, sagt er und lacht. Die Zigarette und ab und zu ein Gläschen in seiner Stammbeiz, dem Dorint in Beatenberg, würden ihm nicht schaden: «Es geht mir gut!»

Derzeit schreibt er an einem neuen Vorwort für seinen Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft», den er im Jahr 1966 niedergeschrieben hat. «Ich schreibe, was sich seit damals geändert hat, ansonst bleibt alles gleich.»

Weiterhin im Unruhestand

Erich von Däniken, der Wahlbeatenberger, ist in seinem 81. Altersjahr gelassen geworden. Gelassen gegenüber Kritikern, die ihn seit Jahrzehnten in die Ecke von Verschwörungstheoretikern und Fantasten stellen wollen. «Nur Kritiker, die keines meiner Bücher gelesen oder eine meiner Vorlesungen besucht haben, haben Vorurteile.»

Was ihn heutzutage ärgere, seien Leute, die sich naturwissenschaftlichen Fakten verweigerten: «Letzthin habe ich einen Autostopper von Beatenberg nach Interlaken mitgenommen, der wollte mir allen Ernstes weismachen, dass die Erde eine Scheibe ist.» Dabei sei es doch belegt, dass diese rund sei. «Mit den ­neuen Medien kann man jeden Unfug verbreiten; wenn man es oft genug wiederholt, wird es als Fakt angesehen.»

Die finanziellen Fakten hingegen trafen den gescheiterten Mystery Park beim Flugplatz Interlaken vor genau zehn Jahren so hart, dass dieser die Tore schliessen musste und später mit neuem Konzept und neuem Namen wiederauferstand. Rätsel waren offenbar nicht rentabel genug. Erich von Däniken: «Ich bedaure das, der Betrieb war jedoch im Winter nicht rentabel.» Er trete während der Sommerzeit immer noch dort auf. «Zum Direktor Bernhard Zysset habe ich ein gutes Verhältnis.»

Sein grösster Wunsch

Von Däniken vertritt die Theorie der sogenannten Prä-Astronautik, also die Möglichkeit, dass Ausserirdische vor Tausenden von Jahren schon einmal da waren und Spuren in Form von Bauwerken oder Schriftzeichen zurückgelassen hatten.

Handfeste Beweise hat er bis heute aber keine: «Mit einer ausserirdischen Zivilisation in Kontakt zu treten, das wäre gigantisch», sagt er. Und ergänzt: «Es findet ein Wechsel im Denken statt», erklärt er. Besonders bei der jungen Generation sei die Idee von ausserirdischen Lebensformen breit akzeptiert, besonders in Asien. In Europa bleibe man skeptisch, man wolle schliesslich vernünftig sein.

«Von Zeit zu Zeit nehmen Leute mit mir Kontakt auf, die mehr wissen als wir alle zusammen.» Wie etwa der Pilot eines amerikanischen Kampfjets, der von Däniken Aufnahmen von sonderbaren Flugobjekten zugespielt hat mit den Worten: «Ich habe genug von dieser Lügerei.» Ausschnitte aus diesem Videoclip zeigt von Däniken auch auf seinen Vorträgen: «Der Film kann nicht gefälscht sein, weil während des ganzen Filmes die sich laufend ändernden Flugdaten des Kampfjets eingeblendet wurden.»

Die Bibel gibt Hinweise

Er bezeichnet sich allen Thesen über ausserirdisches Leben zum Trotz als religiös, er verbrachte als Kind sechs Jahre in einem Jesuitenorden. Er findet auch in der Bibel Hinweise: Es gibt in der hebräischen Schrift keine Einzahl von Gott, deshalb sollte es heissen: «Und die Götter schufen die Menschen nach ihrem Ebenbilde.» Wenn man diesen Satz so lese, ergäbe er einen ganz neuen Sinn, «nämlich, dass vor Tausenden von Jahren die Götter schon einmal auf der Erde wahren».

Der Einfluss von hochtech­nisierten Ausserirdischen auf die Entwicklungsgeschichte der Menschen ähnle dabei religiösen Schöpfungsmythen. «Man wird es beweisen, irgendwann. Und die Ausserirdischen werden sich zeigen, wenn die Zeit reif ist und die Menschheit dafür bereit ist.»

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