Thun

Des Hauptmanns ausgefüllte Tage

ThunAls Hauptmann der Kadetten hat Nils Spörri bis zum Ausschiesset ausgefüllte Tage. Unterstützung erhält er von seiner kadettenerfahrenen Familie.

Joggen und Leichtathletik gehören eigentlich zu Nils Spörris Hobbys. Derzeit müssen sie hinter den Kadettenaktivitäten anstehen.

Joggen und Leichtathletik gehören eigentlich zu Nils Spörris Hobbys. Derzeit müssen sie hinter den Kadettenaktivitäten anstehen. Bild: Raffael Thielmann

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Für Nils Spörri ist das Jahr 2018 vollgepackt mit bedeutsamen Veränderungen. Im März wurde der 14-Jährige zum Hauptmann der Kadetten erkoren, und vor wenigen Wochen begann er seine Ausbildung am Gymnasium Thun. «Neu und spannend» sei sein Leben im Moment.

Die Folge: In Spörris Agenda bleibt nur wenig Fläche weiss. Jeden Tag stehen Trainings und Proben an, auch am Samstag. Einmal pro Woche spielt Spörri Handball, dreimal Trompete. Daneben schiesst er mit Armbrust und Kleinkalibergewehr. Bis zum Kadettenball kommen zum normalen Programm zwei Abende mit Tanzlektionen hinzu. «Der Tanzkurs ist cool. Wir haben sehr gute Lehrer», sagt Nils Spörri.

Kulante Lehrkräfte

Dass er alle Kadettentermine bewältigen kann, ist nicht selbstverständlich: Sein Stundenplan sieht vor, dass er am Mittwochnachmittag in der Schule sitzt. Doch die Lehrer zeigten sich kulant, dispensieren ihn bis zum Ausschiesset von diesen Lektionen. Seinen Klassenkollegen musste er den Grund seiner Absenzen ­erklären: «Nur die wenigsten wussten, was die Kadetten sind. Ich erzähle aber gerne, was wir machen.»

Einst der Tellbub

Aufklären über seine Tätigkeiten bei den Kadetten muss Spörri zu Hause nicht. Bereits die Eltern waren dabei, ebenso seine beiden Geschwister. So atmete er bereits Kadettenluft, als er selber noch zu jung war fürs Korps, war dabei am Ausschiesset als Fulehüngli und Tellbub. Daheim ist eher er derjenige, der die anderen um Rat bittet. Etwa seine Schwester Lea, die vor sechs Jahren Hauptmann war: «Dank ihr wusste ich ungefähr, was auf mich zukommen wird als Hauptmann. Auch gab sie mir wertvolle Tipps.»

Zum Beispiel, früh genug anzufangen mit dem Schreiben der Rede, die der Hauptmann jedes Jahr bei der Kranzverteilung hält und darin auf das Kadettenjahr zurückblickt. Schwierig daran findet Spörri, «sich an alle Anlässe zu erinnern, weil es so viele schöne Momente gab.» Der Gedanke, seine Worte an so viele Leute zu richten, bringt ihn nicht aus der Ruhe. «Ich werde die Rede mit meiner Familie üben, das gibt mir Sicherheit.»

Keine Zeit für andere Hobbys

Ausgefüllt, wie Nils Spörris Tage im Moment sind, bleibt keine Zeit für seine weiteren Hobbys. Das Leichtathletiktraining muss zurückstehen, der Tanzkurs hat es verdrängt. Einer anderen Leidenschaft könnte er aber aus naheliegenden Gründen sowieso nicht nachgehen – dem Skifahren. Spörri ist Mitglied des Skiclubs Mürren, fährt im Winter jedes Wochenende Rennen. Später möchte er eine Ausbildung machen zum Skilehrer. Nicht als Hauptberuf, eher als Job in den Semesterferien. Ferien von welchem Fach? Biologie oder Chemie etwa, wie sein Schwerpunkt am Gymnasium? «Das weiss ich noch nicht.»

Heute Nachmittag finden ab 13.15 Uhr bei der Progymatte und der Eigerturnhalle die Marschübungen statt für die Ausschiessetumzüge. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.09.2018, 08:27 Uhr

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