Der Wirtschaftsmotor brummt

Thun

Die Auftragsbücher der regionalen Unternehmen sind mehrheitlich gut gefüllt. Dieses erfreuliche Bild zeigte die diesjährige Wirtschaftsumfrage des Verbandes Wirtschaft Thun Oberland.

Reto Heiz, Präsident des Verbandes Wirtschaft Thun Oberland, präsentierte die Wirtschaftsumfrage 2018.

Reto Heiz, Präsident des Verbandes Wirtschaft Thun Oberland, präsentierte die Wirtschaftsumfrage 2018.

(Bild: Stefan Kammermann)

«Es herrscht eine gute und positive Stimmung», sagte Reto Heiz, Präsident des Verbandes Wirtschaft Thun Oberland, am Dienstagabend in Thun. Im Rahmen der Präsentation der Ergebnisse der Wirtschaftsumfrage 2018 gab der Verbandspräsident den über 100 Anwesenden aus der regionalen Wirtschaft Einblicke in die neusten Statistiken. Die Ergebnisse basieren auf Angaben von 80 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, welche gegen 8000 Arbeitsplätze anbieten.

Und Reto Heiz brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: «Die Umfrage zeigt deutlich: Die Unternehmen in der Region sind auf Kurs, und sie investieren.» So würde rund ein Drittel der befragten Betriebe für das kommende Halbjahr steigende Umsätze erwarten. Rund die Hälfte rechnet mit einem unveränderten Geschäftsgang.

«Unsere Unternehmen haben aus ihrer Sicht einen guten Arbeitsvorrat, davon können sie 2019 profitieren», resümierte der Verbandspräsident. Dies wirke sich auch positiv auf die Erträge aus. So sprechen über zwei Drittel der Betriebe von gleichbleibenden oder gar steigenden Verkaufspreisen. Allerdings rechnen 8 von den 80 befragten Unternehmen für die nächsten 6 Monate mit einer ungenügenden Ertragslage.

Löhne dürften ansteigen

Wie der Umfrage weiter zu entnehmen ist, könnte sich die positive Stimmung auch auf die Löhne auswirken. So dürften diese vorab in den Bereichen Industrie und Handel voraussichtlich um bis zu 1,6 Prozent ansteigen. «Das hatten wir schon lange nicht mehr, dieses Umfrageergebnis ist für mich schon etwas überraschend», betonte Reto Heiz. Zumal 90 Prozent der Unternehmen angeben, keine automatischen Lohnerhöhungskomponenten zu haben.

Positives vermeldeten die Umfrageteilnehmer auch in Sachen Arbeitsplätze. Gemäss ihren Angaben wurden in diesem Jahr 217 neue Stellen geschaffen und 7 abgebaut. Auch die Prognose für das kommende Jahr zeigt eine positive Entwicklung. Es wird insgesamt mit einem Plus von rund 60 neuen Stellen gerechnet.

Was die Präsentation der Umfrage schliesslich ebenso aufzeigte, «ist ein Thema, das uns derzeit am meisten Sorgen macht», so der Verbandspräsident. Gemeint war damit die Situation rund um Lehrstellen. Zwar würden die regionalen Unternehmen nächstes Jahr über 470 Lernende ausbilden. «Etwa 20 Lehrstellen konnten indes nicht besetzt werden», erläuterte Reto Heiz.

Erreichbarkeit ist wichtig

Die Unternehmen äusserten sich in der Umfrage auch über die für sie wichtigsten Standortfaktoren. Dabei stellte sich heraus, dass Erreichbarkeit und Verkehr die wichtigsten Faktoren sind, noch vor der Personalrekrutierung und dem Ausbildungsstand der Mitarbeitenden. Erst in den hinteren Regionen der Rangliste wurden etwa die Steueranlage oder die Energiepreise genannt. «Das Schönste aber ist», meinte Reto Heiz zum Schluss, «dass sich über ein Drittel der Befragten vorstellen können, sich in der Politik zu engagieren.»

Thuner Tagblatt

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