Zum Hauptinhalt springen

Der Handel mit Fuchsbälgen ist eingebrochen

Gerade mal 587 Fuchsbälge wurden am Pelz- und Fellmarkt aufgeführt. Das vermeintliche Rekordtief hat Gründe.

Stefan Kammermann
Am Pelz- und Fellmarkt auf dem Thuner Expogelände wurden deutlich weniger Fuchsbälge gehandelt als auch schon.
Am Pelz- und Fellmarkt auf dem Thuner Expogelände wurden deutlich weniger Fuchsbälge gehandelt als auch schon.
Stefan Kammermann

Der Pelz- und Fellmarkt auf dem Expogelände in Thun ist am Samstagvormittag etwa eine Stunde alt. Pelzhändler Bernhard Neuenschwander aus Oberdiessbach steht da und wartet. «Wir holen uns hier nur kalte Füsse», sagt er. Sein Gegenüber, Händler Peter Hofstetter aus Flawil SG, hat Zeit für einen Schwatz. Es gibt nicht all zu viel zu handeln. Vorbei sind die Zeiten, als die Jäger am traditionellen Thuner Pelz- und Fellmarkt scharenweise ihre Fuchs- und Marderpelze zu Markte trugen.

«Die Preise sind seit Jahren im Keller, wir können die Pelze kaum mehr weiterverkaufen.»

Bernhard Neuenschwander, Pelzhändler

Vorbei sind auch die Zeiten, als die Grünrocke ihre Beute aus Berner Jagd für gutes Geld an die Händler absetzen konnten. «Die Preise sind seit Jahren im Keller, wir können die Pelze kaum mehr weiterverkaufen. Unsere Lager sind voll», begründet Neuenschwander, weshalb den Händlern ein Fuchsbalg aus heimischer Jagd noch knapp einen Fünfliber wert ist. Und sein Kollege aus dem Kanton St.Gallen fügt an: «Auch international ist die Nachfrage eingebrochen, der Markt ist gesättigt.»

Die Auswirkungen sind am Samstag zu spüren. Die Jäger sind zwar da, aber für viele ist es offenbar nicht mehr attraktiv, die Pelze und Felle zu Markte zu tragen. «Die Arbeit, den Fuchs zu häuten, spare ich mir, der Aufwand lohnt sich nicht mehr», meint ein Jäger, der seinen Namen nicht nennen will. Aufgeführt werden am Samstag nur 587 Fuchsbälge. Das ist gegenüber den Vorjahren etwa die Hälfte. So wurden den Händlern etwa im vergangenen Jahr noch 1100 Fuchsbälge angeboten.

Etwas fürs Sparschwein

Einer, der trotz Tiefpreis 19 Fuchspelze für total 90 Franken den Händlern überlässt, ist Marcel Schüpbach aus Walperswil. «Mir ist es wichtig, dass diese verwertet werden und nicht in der Kadaversammelstelle landen», sagt er. Schliesslich sei ein Fuchspelz ein Naturprodukt, das es nicht zu vernachlässigen gelte. Er komme deshalb jedes Jahr aus dem Seeland nach Thun an den Markt.

Dieser sei eben auch ein Treffpunkt unter Gleichgesinnten – wie eine Klassenzusammenkunft. Mit den 90 Franken Erlös will er nun das Sparschwein seiner beiden fünf- und achtjährigen Buben füttern. Gründe für die deutlich tiefere Auffuhr ortet Marktsprecher Ruedi Stoller nicht nur im tiefen Preis: «Die Jagdsaison war eher schwierig.» Weil wegen Schneemangel ein Nachtansitz kaum Erfolg versprach.

Mehr erlegte Tiere

Interessant ist indes die kantonale Abschussstatistik des Raubwildes, sind diese Zahlen in der Vergangenheit doch stetig gestiegen. So wurden 2016 im Kanton Bern 196 Dachse erlegt. Zwei Jahre später waren es 530. Erlegte Füchse wurden 2016 total 3175 registriert, während zwei Jahre danach 4264 in der Statistik notiert wurden. Für die aktuelle Jagdsaison sind die Abschlusszahlen noch nicht bekannt, weil insbesondere die Fuchsjagd noch bis Ende Februar offen ist.

Marktsprecher Ruedi Stoller zeigt sich am Abend zufrieden: «Es gab keine Zwischenfälle.» Und es seien rund 1700 Eintritte gezählt worden. Für die nächste Ausgabe in einem Jahr wollen die Organisatoren den Traditionsanlass mit zusätzlichen Attraktivitäten ergänzen, um ein breiteres Publikum anzusprechen.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch