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Das Spiel mit Hell und Dunkel

Am Samstag ist es so weit: Die Art-Container-Ausstellung öffnet ihre Tore. Das Wechselspiel von Hell und Dunkel begegnet dem Betrachter in mehreren Containern.

Der Ausstellungsrundgang führt vom Dorfplatz zur Kirche und weiter  entlang der Scheidgasse, des Zelggässli und des Ortbühlwegs.
Der Ausstellungsrundgang führt vom Dorfplatz zur Kirche und weiter entlang der Scheidgasse, des Zelggässli und des Ortbühlwegs.
Patric Spahni
Im Ateliercontainer, der einem überdimensionalen Koffer nachempfunden ist, können Besucherinnen und Besucher selber Hand anlegen.
Im Ateliercontainer, der einem überdimensionalen Koffer nachempfunden ist, können Besucherinnen und Besucher selber Hand anlegen.
Patric Spahni
Die Ausstellung dauert bis am 23. Juni 2018.
Die Ausstellung dauert bis am 23. Juni 2018.
Patric Spahni
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In seinem früheren Leben wäre das undenkbar gewesen: Er steht knöcheltief im Wasser, eingesperrt hinter einer Holzwand, nur durch Gucklöcher kann der Betrachter einen Blick auf ihn werfen. Statt Konzertbeleuchtung herrscht Dunkelheit. Er, ein ausrangierter Flügel aus dem Wiener Opernhaus, ist das Kunstprojekt des Duos Kathrin Rölli und Wetz. Aktuell befindet er sich in einem Schiffscontainer gegenüber dem Friedhof Eichfeld und ist Teil der Art Container Steffisburg 2018.

Container werden lebendig

Die Ausstellung unter dem Motto «Abenteuer Kunst» wird am Samstag eröffnet (vgl. Kasten). «Sie ist für alle Beteiligten ein Abenteuer», sagte Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) gestern anlässlich des Medienrundgangs durch die Containerwelt. «Wir wollen damit den Dialog zwischen Kunst und Kultur und der Bevölkerung fördern.» Zu diesem Zweck hat Projektleiterin Ines Meyer den Künstlerinnen und Künstlern eine Vorgabe gemacht: «Ein Container ist etwas Starres. Die Kunstschaffenden sollen aus ihm etwas Lebendiges machen.» Interaktiv sollen die Container sein. Dabei kommen etwa Fussballfans auf ihre Kosten: Im Container des Vereins Tschuttiheftli können an der Vernissage Schutti­bilder ausgetauscht werden – notabene nicht jene von Panini, sondern diejenigen, welche Künstler selbst gestalten. Erhältlich sind sie in der Buchhandlung Lüthi in Steffisburg, der Erlös geht an Terre des hommes.

Für alle zugänglich

Für die Aargauerin Corinne Sutter ist wichtig, dass jeder und jede einen Zugang zu Kunst finden kann: «In der Kunst geht es um uns Menschen und die Gefühle, die wir haben.» Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Zeichnerin und Speedpainterin sich in ihrem Container ein Atelier eingerichtet und lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Mit Neonfarben malt sie Porträts, die im Dunkeln mit Schwarzlicht beleuchtet werden können und so Facetten zeigen, die bei Tageslicht nicht ersichtlich sind. Ihre Speedpainting-Kunst zeigt Sutter live am 27. Mai.

Dunkel ist es auch in Robert Müllers Container – und es steigt Rauch auf. Müller hat im vergangenen Jahr den Dokumentarfilm «Köhlernächte» veröffentlicht, der sich der Kohleproduktion in einer traditionellen Meilerköhlerei im Luzerner Entlebuch widmet. Das Handwerk lässt Müller auch in seinem Container aufleben – er wird einen Meiler, so der Name des kompakten Holzhaufens, der kontrolliert verglüht und dadurch zu Kohle wird, errichten. Sein Film wird am 18. und 19. Mai im Open-Air-Kino beim Art-Container-Restaurant Deck 13 am Zelggässli gezeigt.

Steuerrad als DJ-Pult

Alle 15 Ausstellungscontainer versprechen abenteuerliche Begegnungen mit Kunst: Niklaus Vogel etwa macht ein Schiffssteuer zum DJ-Pult, der Ateliercontainer lädt zur Abenteuerreise, und Camille von Deschwanden beeinflusst Hirnströme mit Licht. Eine Liste aller Künstlerinnen und Künstler sowie das Rahmenprogramm sind auf www.artcontainer.steffisburg.ch ersichtlich. Die Ausstellung ist wie folgt geöffnet: Montag, Dienstag und Donnerstag 14 bis 19 Uhr, Mittwoch und Freitag 9 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 20 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr. Die Ausstellung endet am 23. Juni.

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