Das Dorf «Tiecebac» feierte am Wochenende seinen 800. Geburtstag

Oberdiessbach

800 Jahre Oberdiessbach, 350 Jahre Neues Schloss – am Samstag krönte ein Festakt das Jubiläumsjahr. Nach Kinderfest und Reden bildete ein Feuerwerk den Höhepunkt.

«800 Jahre Oberdiessbach»: Zum Abschluss des Jubiläumswochenendes schenkte die Gemeinde der Bevölkerung ein Feuerwerk, was den Leuten gefiel und einen krönenden Abschluss bot.

«800 Jahre Oberdiessbach»: Zum Abschluss des Jubiläumswochenendes schenkte die Gemeinde der Bevölkerung ein Feuerwerk, was den Leuten gefiel und einen krönenden Abschluss bot.

(Bild: Simon Boschi)

Anno 1218 hauchte Berthold V. sein Leben aus, nachdem er den burgundischen Adel besiegt, das Berner Oberland besiedelt und die Stadt Bern gegründet hatte. Mit Sicherheit kannte er «das liebliche Tal, wo die Kiese und der Diessbach fliessen». Im Todesjahr des Herzogs von Zähringen wurde das Dorf Tiecebac erstmals historisch aktenkundig und tat seinen ersten Schnaufer, was es am Samstag zu feiern galt.

Das Spielangebot der Jungschar Oberdiessbach lockte zahlreiche Kinder und Eltern an, sich in der Kunst des Sackhüpfens oder Becherwerfens hervorzutun, um einen Essensbon zu gewinnen. Weitere Stationen boten Boccia und Dart, was besonders von den Kleinsten mit Unterstützung der Mütter eifrig ausprobiert wurde.

Sackhüpfen mit Hüpftechnik

Gänzlich befreit von digitalen Verlockungen animierte die Jungschar zu Kinderspielen. Dutzende von Mädchen und Jungen und ihre Väter übten sich beim Sackhüpfen; einer Disziplin, die gut und gerne 800 Jahre alt sein könnte. Wenn der zu kleine Nachwuchs die Hüpftechnik noch nicht recht beherrschte, schnappten sie kurzerhand ihren Spross samt Sack und spurteten, einem Känguru nicht unähnlich, zum Ziel.

Die Mediothek und Ludothek Oberdiessbach versorgte derweil hungrige und durstige Festgäste mit Glace, Hotdogs und Eistee. Auf dem Gänggelimärit warteten Spiele und Bücher auf kleine und grosse Abnehmende.

Dank ausgestreuter Holzschnitzel verwandelte sich die Spielwiese neben dem Festzelt trotz des tröpfelnden Wetters nicht in Matsch. Manch einer hätte sich wohl strahlenden Sonnenschein zum Jubiläum gewünscht. Doch das kühle Wetter ermöglichte immerhin ausgelassenes Toben auf dem Gumpischloss, was noch vor kurzem schweisstreibend gewesen wäre.

Jubiläumszelt mit Gästen

Zum eigentlichen Festakt ab 18 Uhr füllte sich das Jubiläumszelt bis auf den letzten Platz. Das vordere Viertel vor der Bühne gehörte den Ehrengästen von Oberdiessbach mit Vereinswürdenträgern, Gewerbetreibenden, Sponsoren und Politikern.

Zu den Festrednern zählten Gemeindepräsident Niklaus Hadorn, Regierungsrat Christoph Neuhaus, der Gemeindepräsident der Nachbargemeinde Herbligen, Samuel Zwahlen, Schlossherr Sigmund von Wattenwyl sowie Andreas Meyer von der Partnergemeinde Féchy VD und Petr Nekut von der Partnerstadt Kardašova ?e?ice (Tschechien), moderiert von OK-Präsident David Guggisberg.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Brassband Oberdiessbach mit fetzigen wie besinnlichen Stücken unter der Leitung von Markus Kurth.

800 Jahre mit Lichtern

Hunderte von Festgästen verliessen kurz vor 21.30 Uhr ihre gemütlichen Zeltplätze, um dem grossen Feuerwerk von Michel von Wartburg beizuwohnen. Dafür verzichtete die Gemeinde in diesem Jahr auf das bunte Himmelsfunkeln an der Bundesfeier.

Stimmungsvoll leuchtete in der Dunkelheit zunächst ein loderndes «800 Jahre Oberdiessbach» auf, dann drehte sich eine flammende Fontäne zu Whitney Houstons «I Will Always Love You» und Al Greens «Love Is the Message» als Liebeserklärung an die Heimatgemeinde.

Zu den majestätischen Klängen vom Film «Fluch der Karibik» bot sich für die vielen staunenden Gästen ein prächtiges Feuerwerk, das begeistert beklatscht wurde. Nach dem Himmelsschauspiel bemerkte ein junger Mann grinsend: «Schön gsi, mini Stüürgälder, gäu?»

Thuner Tagblatt

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