Comadur wechselt Standort in Thun

Thun

Die zur Swatch-Gruppe gehörende Firma Comadur hat gezügelt: Das alte Fabrikgebäude an der Bernstrasse in Thun wurde verkauft. Neu arbeiten die 50 Angestellten an der C.F.L.-Lohner-Strasse im Gwatt.

Das frühere Fabrikgebäude der Firma Comadur an der Bernstrasse in Thun ist schon weitgehend geräumt.

Das frühere Fabrikgebäude der Firma Comadur an der Bernstrasse in Thun ist schon weitgehend geräumt.

(Bild: Patric Spahni)

Das alte Fabrikgebäude an der Bernstrasse 11 des Uhrenzulieferers Comadur wird seit einigen Wochen geräumt. Dafür prangt das Firmenschild neu an der C.F.L.-Lohner-Strasse 24 im Gwatt. Was es mit dem Standortwechsel auf sich hat, wurde von der Swatch Group als Besitzerin der Firma nicht kommuniziert. Auf Anfrage teilt der Weltkonzern schriftlich mit: «Comadur Thun hat den Betrieb vom Fa­brikgebäude an der Bernstrasse in Thun seit März 2017 in die Industriezone Gwatt verlagert, dies mit der gesamten Belegschaft von rund 50 Personen.»

Die 50 Angestellten des Uhrenzulieferers, einer Tochterfirma der Swatch Group, arbeiten bereits am neuen Standort an der C.F.L.-Lohner-Strasse.

Die Betriebsräumlichkeiten in Gwatt seien diesbezüglich spezifisch für Comadur angepasst worden und würden weit bessere Produktionsbedingungen bieten.Das bisherige Fabrikgebäude an der Bernstrasse, welches inmitten eines zentrumsnahen Wohn- und Geschäftsquartiers liegt, wurde verkauft. Den Namen des Käufers wollte die Swatch Group nicht nennen, es handle sich um eine Pensionskasse. Das alte Firmengebäude wird bis nach den Sommerferien geräumt, «damit dieses einer quartiergerechten Nutzung mit Um- oder Neubau zugeteilt werden kann».

Anwaltsverband steigt ein

Wie eine Recherche dieser Zeitung ergab, hat die Pensionskasse des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) die Liegenschaft gekauft. «Wir werden nun ein Projekt entwickeln und hoffen, in etwa drei Jahren loslegen zu können», sagte Hermann Soltermann, Finanzchef der Pensionskasse SAV, auf Anfrage. Im Moment sei noch völlig offen, ob das alte Fa­brikgebäude ganz oder nur teilweise abgerissen und dort ein Neubau erstellt wird.

«Wir werden nun ein Projekt ent­wickeln und hoffen, in etwa drei Jahren loslegen zu ­können.»Hermann Soltermann

Man werde nun mit der Stadt Thun Kontakt aufnehmen, um die Überbauungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der laufenden Ortsplanungsrevision abzuklären. Sicher sei einzig, dass die Liegenschaft bis zur Realisierung des Projekts während etwa drei Jahren zwischengenutzt werden soll. Ein Berner Immobilienbüro ist bereits mit der Vermietung beauftragt worden.

Verein ist interessiert

Interessiert an einer Zwischennutzung ist der Verein «ich & du etwas wie ein gefühl», der sich aus Mitgliedern aus der Thuner Künstlerszene zusammensetzt. «Wir wollen dort einen spannenden Raum der Zusammenarbeit und des Austausches schaffen», erläutert Tabea Reusser. Interessierte sollen im Gebäude einem Raum zur Reali­sierung ihrer Projekte mieten können. «Als Herz soll in der ehemaligen Kantine ein öffentliches Restaurant eingerichtet werden», sagt Reusser. Am Freitag findet um 19 Uhr eine Besichtigung mit anschliessender Diskussionsrunde statt.

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