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Chinesische Kampfkünste vereint

Samuel «Shun Ni» Beutler (18) war vier Jahre lang Mitglied in der Nachwuchsnationalmannschaft der Wu­shu-Kämpfer. Mittlerweile trainiert er nur noch zum Plausch.

Samuel «Shun Ni» Beutler bei einem seiner WM-Auftritte.
Samuel «Shun Ni» Beutler bei einem seiner WM-Auftritte.
pd

Trainiert man im Wushu aufetwas Bestimmtes hin?Shun Ni Beutler: Früher trainierte man zum täglichen Ausgleich. Heute ist Wushu ein Leistungssport, bei dem es mehr um Konzentration, Kondition und Koordination geht.

Wie verbreitet ist Wushu in der Schweiz und in China? In der Schweiz ist Wushu im Aufschwung, es ist aber sicher noch eine Randsportart. Immerhin gibt es ein Natikader. In China ist Wushu Nationalsport (vgl. Kasten; d. Red.). Es gibt sogar Kung-Fu-Schulen, in welchen Kinder sieben Tage die Woche trainieren.

Wie muss man sich einenWettkampf vorstellen? Man führt verschiedene Formen vor einer Jury auf. Das dauert etwa eineinhalb Minuten. Diese Formen sind bis zum 18. Altersjahr vorgegeben, danach kann man sich – unter Einhaltung gewisser Vorgaben – selber eine Route zusammenstellen.

Wie wird bewertet? Es gibt A-, B- und C-Noten. A steht für die Bewertung der Bewegungen, B für den Ausdruck und C für die Sprünge und Landungen. Zusammen ergibt das dann die Punktzahl.

In welchem Alter und wieso hast du mit Wushu begonnen beziehungsweise aufgehört? Ich habe mit sechs Jahren angefangen, weil meine Mutter die Trainerin kannte. Ende letzten Jahres habe ich aufgehört, im Natikader zu trainieren, weil ich keinen Spass mehr an den Wettkämpfen hatte und in der Schule viel los war. Ich trainiere aber immer noch einmal wöchentlich.

Welche Wushu-Kampfkunst-arten trainierst du? Das Wettkampf-Wushu, den Vollkontaktsport Sanda sowie die Bewegungskunst Ta Ji Quan.

Was war an den Junioren-Wu­shu-Weltmeisterschaften anders als an sonstigen Wettkämpfen? Sicher die Dauer: Die Weltmeisterschaften dauerten eine bis zwei Wochen. Zwischen den Vorführungen der einzelnen Formen lagen teilweise mehrere Tage. Pro Tag wurden maximal vier Formen aufgeführt. Dabei ist man im Team unterwegs, zeigt vor jedem Auftritt seine Nummer und legt los.

Welche Duans – Schwierigkeitsstufen – hast du erreicht? Es ist so, dass man zuerst den ersten Duan erhält und darauf ein Jahr lang keinen weiteren erhalten kann. Hat man den zweiten Duan, muss man zwei Jahre warten etc. Ich besitze den vierten von insgesamt neun Duans.

Wie kann man sich denTrainingsablauf vorstellen? Man begrüsst den Trainer, wärmt sich auf, macht die Grundschule und übt selbstständig eigene Formen. Der Trainer beobachtet von der Sitzbank aus. Die jüngsten Kursteilnehmer sind etwa fünf Jahre alt, die ältesten sind Erwachsene. Ich habe bis im letzten Jahr fünf- bis sechsmal pro Woche trainiert. Jetzt besuche ich das Training einmal wöchentlich.

Wer hat dich unterrichtet? Ich wurde von Fan Qiang trainiert. Seine Frau Wu Yongmei übernahm gemeinsam mit Kenneth Krebs seinen Unterricht, als er ihn nicht fortführen konnte.

Hast oder hattest du ein Vorbild? Ja, meinen Trainer Fan. Er war sehr begabt, war sogar Chinameister. Er war sehr lieb, ich hatte eine grossartige Zeit mit ihm.

Meret Schmid (19) ist Gymnasiastin am Standort Thun Schadau. Ihre Hobbys sind Schwimmen, Handball und Lesen.

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