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Bye-bye Mr. Chocolate Man

Es roch nach abgestandenem Zigarettenrauch in diesem fremden Zimmer, das künftig mein «Zuhause» sein sollte.

Meine Schlummermutter, eine – aus meiner damaligen Sicht – uralte Frau, hatte es verpasst, den Raum nach dem Mieterwechsel richtig auszulüften. Aber irgendwie passte dies alles zum übrigen Mief, denn auch die alten Möbel strahlten einen Brockenhauscharme aus: Der runde Stubentisch mit der gehäkelten Tischdecke, die Stühle mit den abgewetzten Stoffkissen. Und dann war noch das Bett. Mit einer überdimensionierten Holzeinfassung stand es in der Ecke. Ein in die Jahre gekommenes, intensiv genutztes Duvet lud alles andere als zum Schlafen und allenfalls Träumen ein. Hier also, weit weg von meinen Eltern und Geschwistern, sollte ich den ersten Teil meiner Lehrzeit verbringen? Melancholie und das Gefühl, verloren und vergessen worden zu sein, beschlichen mich. Aber etwas war da, das meine Traurigkeit ein wenig linderte: Ein altes, braunes Radio – mit einem Plattenspieler! Ich drückte auf die Tasten, drehte an den Knöpfen, und da erklang er, der Song «Hey Mr.Tambourine Man play a song for me». Die Byrds sangen diesen Hit – ganz allein für mich! Und plötzlich war alles nicht mehr so unendlich schlimm.

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