Bleiben die Poststellen?

Thun

Die Petition «Unsere Post muss bleiben!» verlangt den Erhalt von Thuner Poststellen. Der Gemeinderat stimmt dem zu.

In ihrer Existenz bedroht: Die Post in Allmendingen.<p class='credit'>(Bild: Patric Spahni)</p>

In ihrer Existenz bedroht: Die Post in Allmendingen.

(Bild: Patric Spahni)

«Mit Ihrer Petition rennen Sie beim Gemeinderat offene Türen ein», liessen der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) und der Stadtschreiber Bruno Huwyler Müller für den Gemeinderat der Stadt Thun in einer Stellungnahme zur Petition «Unsere Post muss bleiben!» verlauten. Die Petition der SP und der Gewerkschaft Syndicom verlangt den Erhalt der Poststellen in Thun, die im Rahmen einer schweizweiten Umstrukturierung und Reduktion gefährdet sein könnten. Die Petition wurde am 29. Juni mit 827 Unterschriften eingereicht.

Drei Poststellen gefährdet

In einer Medienmitteilung vom 23. Juni kündete die Schweizerische Post AG eine Reduktion der traditionellen Poststellen von momentan 1400 auf 800 bis 900 Poststellen. Im Gegenzug solle das Angebot der sogenannten Agenturen ausgebaut werden, sodass bis 2020 über 4200 Zugangsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Gemäss der Petition könnten nach der aktuellen Strategie der Post mit Ausnahme der Poststelle beim Bahnhof alle Quartierpoststellen in der Stadt Thun von den Abbauplänen der Post betroffen sein, weil die Poststelle beim Bahnhof von allen Thunerinnen und Thunern innert 20 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr oder zu Fuss erreichbar sei.

Die Initianten fürchten nun die Schliessung der beiden klassischen Poststellen in Allmen­dingen, beim Strättligen-Markt (Thun 4) und in der Länggasse. Sie verlangen deshalb, dass sich der Gemeinderat beim Regierungsrat und bei der Schweizerischen Post AG vehement und mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln sowie mit seinem politischen Einfluss gegen eine allfällige Schliessung von Poststellen in Thun einsetze.

Keine Schliessung ohne Ersatz

In einer Stellungnahme vom 8. März zum Postulat wies der Gemeinderat bereits darauf hin, dass er gegenüber der Post stets die Haltung vertreten werde, dass Schliessungen ohne Ersatzangebote von ihm nicht akzeptiert würden. «Für uns kommt es nicht infrage, dass eine Poststelle auf Stadtgebiet ersatzlos ge­strichen wird», sagte Raphael Lanz im Mai. An dieser Haltung habe sich seither nichts geändert. Die Post wolle weg von ­Einzelbetrachtungen hin zu Gebiets­betrachtungen und zusätzlich ­regionale Kriterien beziehungsweise Bedürfnisse berücksichtigen.

Der Gemeinderat wird sich gemäss der Stellungnahme im Rahmen seiner Mitarbeit im Entwicklungsraum Thun nach seinen Möglichkeiten für die Erhaltung des Poststellennetzes in der Region Thun einsetzen.

iek/pd

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