Zum Hauptinhalt springen

Baden in der Thuner Aare: Lebensgefahr!

Das Baden in der Aare im Bereich der «Falken»-Baustelle in Thun ist derzeit untersagt. Grund dafür sind scharfkantige Teile der Brückenpfeilerverkleidung unter der Wasseroberfläche.

Bei der Baustelle Falken der äusseren Aare in Thun haben sich in den vergangenen Tagen Baubleche gelöst. (21.6.2019)
Bei der Baustelle Falken der äusseren Aare in Thun haben sich in den vergangenen Tagen Baubleche gelöst. (21.6.2019)
Stefan Geissbühler
Am Freitag haben Taucher und Arbeiter begonnen die Stahlbleche  zu entfernen.
Am Freitag haben Taucher und Arbeiter begonnen die Stahlbleche zu entfernen.
Stefan Geissbühler
Diese befindet sich beim ehemaligen Restaurant Falken.
Diese befindet sich beim ehemaligen Restaurant Falken.
Janine Zürcher
1 / 12

Dass Wagemutige im Sommer zur Erfrischung von Brücken in die kühle Aare springen, gehört zu Thun wie das Schloss oder der Mühleplatz. Seit Anfang Woche bleibt das Freizeitvergnügen Einheimischen und Gästen nun aber vorläufig verwehrt. Die Stadt hat an mehreren Orten – etwa bei der Scherzligschleuse oder auf der Bahnhofbrücke – Warnschilder und Verbotstafeln aufgestellt. In grossen roten Lettern heisst es «Achtung! Lebensgefahr!». Das Schwimmen in der Aare im Baustellenbereich sei «aufgrund gefährlicher Hindernisse» untersagt.

Starke Strömung löste Stahlbleche im Wasser

Mit der Baustelle ist jene auf Höhe des «Falken» im Bälliz gemeint. Die AEK Bank als Besitzerin ist derzeit daran, die Liegenschaft umfangreich zu sanieren und umzubauen. Hierzu wurde über die Äussere Aare extra eine temporäre Brücke gebaut. Deren Stahlträger sind zusätzlich mit Stahlblechen als sogenannter Verklausungsschutz eingekleidet worden, die bis tief unter die Wasseroberfläche reichen. Es war eine Auflage des Kantons, die verhindern sollte, dass sich allfälliges Schwemmholz zwischen den Brückenpfeilern verkeilt.

«Die Strömung der Aare ist nun aber offenbar so stark geworden, dass sich die Stahlbleche unten von den Trägern lösten und wie Flügel aufstellten, sodass diese nun knapp unter der Wasseroberfläche horizontal aufstehen», erklärt der Thuner Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage. Eine Privatperson habe dies beobachtet und sich bei der Stadt gemeldet. Daraufhin habe sich das Tiefbauamt das Problem angeschaut, sofort reagiert und innert weniger Stunden die Warnschilder aufgestellt.

«Besonders gefährlich ist, dass Flussschwimmer die Gefahr unter Umständen nicht sehen, wenn sie auf die Plattform zuschwimmen», führt Hädener aus. Dem Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften ist jedoch nicht bekannt, dass sich bis zum heutigen Tag jemand an den scharfen Kanten der aufstehenden Stahlbleche verletzt hätte.

Unterhalb der Baustelle bleibt das Baden möglich

Konrad Hädener will nicht von einem generellen Badeverbot in der Aare sprechen. Es gehe vor allem darum, Flussschwimmer davon abzuhalten, von der Bahnhofbrücke und der Postbrücke zu springen, da sie so in den gefährlichen Bereich gelangen würden. «Unterhalb der Baustelle ist das Baden so gefahrlos möglich, wie Baden in einem natürlichen Fliessgewässer halt sein kann», hält der Bauvorsteher fest.

Es ist geplant, die Verkleidung der Brückenpfeiler wieder instand zu stellen oder zu entfernen. Aktuell kommt dies wegen der grossen Abflussmenge aber nicht infrage. Dennoch besteht aber Hoffnung, dass die Einschränkung nicht lange bestehen bleibt. «Sobald das Problem mit den Blechen behoben sein wird – idealerweise in den nächsten Tagen –, ist es vertretbar, die Warnschilder wieder wegzunehmen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch