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Ausleihen statt kaufen

Im Thuner Lerchenfeld gibt es seit kurzem eine Leihbar, wo man Dinge ausleihen kann, die man nur selten benutzt.

Elisabeth Krayenbühl in ihrer Leihbar im Lerchenfeld. Im Hintergrund einige der Artikel, die von den Vereinsmitgliedern ausgeliehen werden können.
Elisabeth Krayenbühl in ihrer Leihbar im Lerchenfeld. Im Hintergrund einige der Artikel, die von den Vereinsmitgliedern ausgeliehen werden können.
Marc Imboden

Was haben ein Zelt, eine Bohrmaschine und ein Waffeleisen gemeinsam? Sie werden äusserst selten benutzt und liegen in der restlichen Zeit herum, belegen Stauraum oder setzen Staub an. «Nur 20 Prozent der Gegenstände, die Leute besitzen, sind wirklich im Einsatz», steht auf der Website von Leihbar.ch in Bern.

Es handelt sich dabei um ein Projekt des Konsumentenschutzes, das nach folgendem Prinzip funktioniert: Man stöbert online im Sortiment, das in zwölf Bereiche gegliedert ist: von Assistenztechnologie über medizinische Ausrüstung bis Werkzeuge. Dann registriert man sich online und sucht als nächstes die nicht virtuelle Leihbar auf, wo man seinen Jahresbeitrag bezahlt und nach Herzenslust Gegenstände ohne weitere Kosten ausleihen kann.

Es begann mit Büchern

Unter dem Namen «Lerchenfeld kostbar» haben Elisabeth und Michael Krayenbühl in der Garage ihres Hauses etwas Ähnliches ins Leben gerufen. «Vor zwei Jahren eröffnete eine Freundin von mir in Burgdorf einen Secondhand-Buchladen und fragte mich nach Büchern, die ich nicht mehr brauche. Das könnte ich doch auch, sagte ich mir, und erhielt schon bald aus einem Nachlass Hunderte Bücher», erinnert sich Elisabeth Krayenbühl an die Anfänge vor rund zwei Jahren.

Die Suche nach einem geeigneten Lokal mit einer bezahlbaren Miete gestaltete sich aber schwierig, und so blieb es einstweilen bei der Idee. «Doch im Herbst las ich einen Artikel über die Leihbar in Bern und entschloss mich, meine Bücher mit Alltagsgegenständen zum Ausleihen zu ergänzen und ‹Lesbar› und ‹Leihbar› vorerst in der Garage und dem Schopf neben unserem Haus am Dählenweg 16 im Lerchenfeld unterzubringen.» Und weil aller guten Dinge bekanntlich drei sind, kam noch ‹Tablar› dazu: «Vier Tablare, auf denen Hobbykünstler aus dem Quartier ihre Produkte ausstellen können.»

Ausstechen bis Zügelwägeli

Krayenbühls Leihbar umfasst zurzeit rund 90 Artikel, die fast alle aus dem eigenen Haushalt stammen. Da gibt es spezielle Werkzeuge, Gartengeräte, Kabelrollen, Küchenartikel und -geräte. Aufgeführt sind sie im Internet unter www.lerchenfeld-kostbar.ch, wo man sie reservieren und am Dienstag von 18 bis 19 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 18.30 Uhr abholen kann. Wer dem Verein Leihbar Lerchenfeld beitritt und den Jahresbeitrag von 50 Franken pro Person oder Haushalt bezahlt, kann von A wie Ausstechformen bis Z wie Zügelwägeli nach Herzenslust ausleihen und den Pool mit eigenen, selten benutzten Gegenständen ergänzen. Im Angebot ist auch ein Schnupperabonnement, das für einen Monat 10 Franken ­kostet.

«Die Leihbar soll zuerst einmal im Quartier funktionieren, wir sind jedoch auch offen für Kunden von ausserhalb. Und das Interesse ist klar vorhanden», sagt Elisabeth Krayenbühl. Falls der Raum in Garage und Schopf zu knapp werden sollte, hat die Kostbar-Gründerin bereits ein anderes Lokal im Auge: «Die alte Post im Lerchenfeld steht seit langem leer und wäre ideal!»

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