Auf Wetterglück angewiesen

Vor 50 Jahren

120 Mann der Felddivision 3 gaben im März 1967 ein Militärkonzert auf dem Rathausplatz. Es gab Anlass zur Kritik, dass in Thun kein Konzertsaal existierte.

Im März 1967 spielten 120 Musikanten der Felddivision 3 ein Konzert auf dem Rathausplatz (im Bild zu sehen der Ausschiesset von 2016). Der Verfasser des Zeitungsartikels enervierte sich über die fehlenden Konzertlokalitäten in Thun.

Im März 1967 spielten 120 Musikanten der Felddivision 3 ein Konzert auf dem Rathausplatz (im Bild zu sehen der Ausschiesset von 2016). Der Verfasser des Zeitungsartikels enervierte sich über die fehlenden Konzertlokalitäten in Thun.

(Bild: Markus Hubacher)

Am 9. März 1967 machte das 120 Mann starke Spiel der Feld­division 3 mit einem imposanten Militärkonzert halt auf dem ­Thuner Rathausplatz. Wie zwei Tage später im «Thuner Tagblatt» zu lesen war, konnte das Militärspiel bei schönem Wetter und vor zahlreichem Publikum stattfinden.

Weitaus grössere Emotionen als das Konzert löste beim Verfasser des Artikels aber offensichtlich der Umstand aus, dass dieses nicht – wie zuvor in Burgdorf, Biel und Bern – in einer Halle stattfinden konnte: «Einmal mehr musste also unsere Stadt eine nicht faltenlose Visitenkarte abgeben, weil sie halt über keinen Konzertsaal verfügt.» Nebst der Kritik wurde auch nicht mit Ironie gegeizt: «Aber schliesslich warten wir ja erst seit etwa 50 Jahren auf einen Saalbau, da kommts auf ein paar weitere Jährchen wirklich nicht an!»

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

3.3.1967 Rund 400 Besucher fanden sich gestern zur Armee-Motorfahrzeug-Versteigerung ein. Die Lastwagen gingen etwas unter den Schatzungspreisen (ca. 500 Franken) weg, während die Jeeps und Volkswagen sich wie immer grosser Beliebtheit erfreuten.

4.3.1967 Nach 6 Jahren als Präsident des Neufeld-Leistes trat Notar Willy Santschi zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Sekundarlehrer Peter Loosli gewählt.

7.3.1967 In die unterste Stufe (Tertia) des Gymnasiums sind neu 82 Schüler aufgenommen worden. Dies erlaubt, auch im kommenden Jahr mit drei Klassen (zwei in Thun und eine in Interlaken) auszukommen.

8.3.1967 Nach 18 Jahren wurde Grossrat Hans Imboden als Präsident der Sektion Thun des Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverbandes von Hans Walthert, der bisher schon die Gruppe K + W präsidierte, abgelöst.

9.3.1967 Die seit über 30 Jahren bestehende Ford-Garage O. Stucki wurde erweitert und modernisiert. Auf der Seite Bernstrasse wurde eine neue BP-Tankstelle eingerichtet.

9.3.1967 Der Märzgrossmarkt war mittelmässig besucht. Der Handel verlief lebhaft. Die Auffuhr: 107 Stück Grossvieh, 338 Schweine und 4 Schafe. Die Preise: Gute Kühe Fr. 2800 bis 3500, mittlere Kühe 1800 bis 2300. Ferkel per Paar 180 bis 190, 3 bis 4 Monate alte Fasel per Paar 345 bis 385.

10.3.1967 Bei dem gegenwärtig tiefen Wasserstand wird die Stützmauer beim Schadaupark ausgebessert.10.3.1967 Morgen Samstag Eröffnung des grössten Klavierfachgeschäftes im Berner Oberland. Caspar Kunz, Hofstettenstrasse 37. Hauptgeschäft in Bern. Klaviere, Flügel, Orgeln, Cembali: alle Weltmarken bei Caspar Kunz!

13.3.1967 Wieder kam es in der Nacht zu heftigen Sturmwinden. In den Wäldern wurden Tannen gefällt, deren Standfestigkeit schon beim Sturm vor drei Wochen gelitten hat. Auch wurden wieder Ziegel von den Dächern geweht.

14.3.1967 Zum dritten Mal stellt der Krattiger Künstler Ernst Ramseier in der Galerie Aarequai aus. Erstmals sehen wir Ramseier als Holzschneider.

14.3.1967 In den letzten Jahren wurde das Strandbad Thun mit namhaften Investitionen verbessert. Aus diesem Grund müssen die Eintrittspreise für Erwachsene von 50 auf 80 Rappen und für Kinder von 20 auf 30 Rappen erhöht werden.

14.3.1967 Auf Antrag der Kunstkommision beschliesst der Gemeinderat den Ankauf von zwei Bildern aus der laufenden Ausstellung im Thunerhof: «Grüner Morgen» von Eugen Früh und «Exotischer Kopf» von Alfred Herbst.

15.3.1967 Gross- und Stadtrat Hans Imboden hat seine Stelle als Chefmonteur der Licht- und Wasserwerke aufgegeben und ist als Partner in die Elektrounternehmung M. Brunner eingetreten. Brunner und Imboden bilden eine Kollektivgesellschaft.

16.3.1967 Im Februar haben sich 6 Arbeitslose gemeldet, von denen 3 versichert waren. Es wurden 23 arbeitslose Tage kontrolliert.

17.3.1967 An der Seestrasse und im Lerchenfeld sind zwei neue Doppelkindergärten entstanden. Damit sind nach den gleichen Plänen bereits 5 Doppelkindergärten entstanden. Die Untergeschosse sind für den Zivilschutz reserviert, im Dürrenast als Kommando- und im Lerchenfeld als Sanitätsposten.

21.3.1967 Der Turn- und Pausenplatz der neuen Schulanlage in Allmendingen erhielt drei Betonwürfel und einen Brunnen als künstlerische Ausschmückung.

22.3.1967 Die bekannte Turmuhrenfabrik Bär im Gwatt liess seewärts des bestehenden Gebäudes einen modern konzipierten Flachdachbau erstellen.

23.3.1967 Ein auf einem Lastwagen montierter Öltank fiel auf dem Lauenenweg vom Fahrzeug. Dabei flossen rund 1000 Liter Öl in den Kratzbach. Obwohl Saugmittel in den Bach gestreut wurden, gelangte ein Teil des Öls in die Aare und floss über das Wehr des Elektrizitätswerkes weiter gegen Bern.

25.3.1967 66 neue Lehrerinnen konnten an der Patentfeier des Lehrerinnenseminars ihr Diplom in Empfang nehmen. Noch nicht alle haben eine Stelle gefunden, was zeigt, dass der Lehrermangel auf dieser Stufe weitgehend behoben ist.

28.3.1967 Im Anschlussgebäude des Hotels Elite wurde eine 8-spurige, 30 Meter lange Slot-Car-Racing-Bahn eröffnet. Es kann mit selbst gebauten Rennwagen im Massstab 1:24 oder mit Mietwagen gefahren werden. Bahnmiete für 10 Minuten Fr. 1.50, mit Mietwagen Fr. 2.–.

30.3.1967 Der Mangel an Pflegepersonal macht es nötig, dass leichter erkrankte Familienmitglieder zu Hause gepflegt werden. Das SRK führt im Altbau des Bezirksspitals an sechs Abenden Kurse für häusliche Krankenpflege durch. Das Kursgeld beträgt nur Fr. 8.–.

31.3.1967 Laut dem städtischen Chefgärtner sind dem Sturm vom 23. Februar in den öffentlichen Anlagen der Stadt 163 Bäume zum Opfer gefallen. Davon: Bonstettenpark 70, übriges Bonstettengut 57, Schadaupark 14 und auf Friedhöfen 5. Es befinden sich darunter wertvolle, gesunde Bäume, die zum Teil 100 Jahre alt sind.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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