Interlaken

Auf dem Weg zu einem Oberländer Jugendparlament

InterlakenDrei Gründungsmitglieder hoben am Mittwoch das Jugendparlament Berner Oberland (Jupa Beo) aus der Taufe. Nun suchen sie weitere Mitglieder – und arbeiten an ersten Projekten.

Gründung des Jugendparlaments Berner Oberland (v.l.): Dimitri Rougy, Patricia Mutti und Julian von Allmen unterzeichnen die Statuten.

Gründung des Jugendparlaments Berner Oberland (v.l.): Dimitri Rougy, Patricia Mutti und Julian von Allmen unterzeichnen die Statuten. Bild: Sibylle Hunziker

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«Politik ist nicht nur etwas, das weit weg und im Fernsehen passiert», sagt Patricia Mutti. «Politik betrifft jeden von uns, und deshalb ist es wichtig, dass wir mitreden und mitbestimmen.» Eigentlich nahm die heute 18-jährige KV-Stiftin aus Leissigen nur aus Neugier an der eidgenössischen Jugendsession 2014 teil. Doch nach der Session wusste die junge Oberländerin, dass sie politisch aktiv werden und die Region mitgestalten möchte, in der sie lebt und arbeitet.

Für 14- bis 25-Jährige

Eine Anfrage in Interlaken ergab, dass das Jugendparlament der Gemeinde nicht mehr aktiv war. Doch im Interlakner Gymnasiasten Dimitri Rougy fand Mutti einen Gleichgesinnten. Zusammen holten sie sich in einem Workshop des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente (DSJ) das Rüstzeug für die Gründung eines Parlamentes, das allen 14- bis 25-Jährigen aus dem Oberland offensteht.

Und nachdem der Unterseener KV-Stift Julian von Allmen zum Team gestossen war, begann die Vorbereitung der Vereinsgründung – vom Aufsetzen der Statuten über die Budgetplanung bis zum Einrichten einer Website.

Noch vor den Sommerferien konnte das Team seine Pläne drei Abschlussklassen der Sekundarschule Interlaken vorstellen – und ein Schüler machte gleich mit. Seither sind weitere Anfragen eingetroffen, so etwa vom Jugendrat Spiez.

Nachfragen und mitreden

Am Mittwoch unterzeichneten Patricia Mutti und Dimitri Rougy, die das Präsidium übernehmen, sowie Julian von Allmen als Sekretär im Strassencafé der Jugendherberge Interlaken die Statuten des Vereins Jupa Beo. In den nächsten Monaten folgen eine öffentliche Gründungsversammlung und eine Information für Gemeinden.

Vor allem aber bereitet das Team das erste Projekt vor: einen Anlass, an dem sich Jugendliche mit Flüchtlingen treffen können, die in der Region untergebracht sind. «Viele wissen nicht, wie und warum die Flüchtlinge hergekommen sind», erläutert Patricia Mutti.

Im direkten Gespräch sollen sich die Jugendlichen selber ein Bild machen können. «Flüchtlingspolitik betrifft zum Schluss immer die einzelnen Menschen», sagt Dimitri Rougy. «Damit wird sie zu einer Sache der Lokalpolitik, mit der wir selber unser alltägliches Zusammenleben gestalten.» Weiter will sich das Jupa Beo diesen Herbst am DSJ-Projekt Easyvote beteiligen und möglichst viele Jugendliche zur Teilnahme an den Wahlen bewegen.

«Jugendparlamente sind politisch neutral», betonen die Gründer. Ein Jupa sei kein Debattierklub, sondern zeige an praktischen Projekten politische Handlungsmöglichkeiten. «Wie aus Ideen langfristiges Engagement werden kann, beweisen zum Beispiel Sabina Stör und Kaspar Boss, die heute Gemeinderäte von Interlaken sind», sagt Rougy. «Angefangen haben sie im Jugendparlament.»

www.jupa-beo.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.08.2015, 07:38 Uhr

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